1. Stadt Wien
  2. Wirtschaft
Mehr Wirtschaft
Artikel teilen
Kommentieren
Wirtschaft

2005 bringt Globalisierungsschub

Informationen über den Globalisierungsschub für Österreichs Wirtschaft

2005 bringt neuen Globalisierungsschub für Österreichs Wirtschaft

Mit 7,5 Mrd EUR erreichten die österreichischen Direktinvestitionen im Ausland im Jahr 2005 eine neue Rekordmarke. Zentral- und Osteuropa war mit einem Anteil von 46% erneut die bedeutendste Zielregion. Dabei war das Engagement in jenen Ländern besonders stark, die 2004 nicht der EU beigetreten waren. Auch die Direktinvestitionen des Auslands in Österreich erreichten mit netto 7,2 Mrd EUR ein außerordentlich hohes Niveau, das bisher nur im Jahr 2000 übertroffen worden ist. Neben Deutschland, dem traditionell wichtigsten Investor, trat 2005 vor allem Italien als bedeutender Investor in Erscheinung.

Eine neue Rekordmarke erreichten die österreichischen Direktinvestitionen im Ausland im abgelaufenen Kalenderjahr: 7,5 Mrd EUR veranlagten heimische Investoren in strategische Firmenbeteiligungen. Zwar lagen die Bruttoinvestitionen an Eigenkapital geringfügig unter dem Vorjahreswert, da jedoch die Desinvestitionen mit 2 Mrd EUR um etwa ein Drittel rückläufig waren, erreichte die Eigenkapitalzufuhr 5,5 Mrd EUR netto. Darin enthalten sind   Immobilieninvestitionen im Wert von 460 Mio EUR, die damit ebenfalls ein neues Maximum erreichten. Da die heimischen Auslandbeteiligungen zunehmend höhere Erträge abwerfen, wächst auch die Bedeutung der reinvestierten Gewinne. Nach vorläufigen Schätzungen trugen sie 2005 mit 1,1 Mrd EUR zum außergewöhnlichen Jahresresultat bei. Nicht unerheblich war auch die Rolle der konzerninternen Kreditbeziehungen als Finanzierungsform mit einem Volumen von 870 Mio EUR.

Zentral- und Osteuropa war mit einem Anteil von 46% auch 2005 die bedeutendste   Zielregion für österreichische Direktinvestitionen. Wichtigstes Einzelland war jedoch Deutschland mit einem Investitionsvolumen von 1,6 Mrd EUR. Auf den Plätzen zwei, drei und vier folgen die Ukraine, Bulgarien und Rumänien und damit Länder die 2004 nicht der EU beigetreten sind. Anzumerken ist hier, dass die Beteiligung der Erste Bank an der rumänischen Banca Comerciala Romana, die vertraglich noch im Dezember 2005 fixiert worden war, in den Daten des Jahres 2005 nicht enthalten ist. Die neuen EU-Mitglieder haben dagegen seit dem Beitritt viel weniger österreichisches Kapital angezogen: In allen neuen Mitgliedsländern waren die im Jahr 2005 investierten Beträge weit von den historischen Höchstwerten entfernt. Nur in Slowenien erreichten die Investitionen mit 240 Mio EUR eine nennenswerte Größenordnung. In Ungarn und Polen hingegen bestehen die neu veranlagten Beträge überwiegend aus reinvestierten Gewinnen. Relativ attraktiv scheinen für österreichische Investoren derzeit hingegen Serbien-Montenegro und Bosnien-Herzegowina, wo 150 bzw. 90 Mio EUR investiert wurden. Nach China, dem Boomland ausländischer Direktinvestitionen, flossen im Jahr 2005 über 100 Mio EUR. Dies stellt zwar einen historischen Höchstwert dar, bedeutet aber nur Platz 18 in der Liste der österreichischen Zielregionen und aus der Sicht Chinas, mit zuletzt mehr als 60 Mrd USD an Direktinvestitionen, ist der Betrag praktisch vernachlässigbar.

Dominierender Sektor bei den Neuinvestitionen waren Banken und Versicherungen. Daneben sind vor allem die Großinvestitionen der Telekom Austria und der OMV erwähnenswert. Weniger spektakulär aber kontinuierlich engagieren sich Handelsunternehmen im Ausland. Die große Zahl industrieller Investoren reichte von der Nahrungsmittelindustrie über den Maschinenbau bis zur Papierindustrie.

Die passiven Direktinvestitionen erreichten mit netto 7,2 Mrd EUR ebenfalls ein außerordentlich hohes Niveau, das bisher nur im Jahr 2000, dem Jahr der Übernahme der Bank Austria durch die HVB, übertroffen worden ist. Trotz beachtlicher Desinvestitionen (4,1 Mrd EUR) ergab sich dank hoher Eigenkapitalzuflüsse ein Nettozufluss an Eigenkapital von 4,9 Mrd EUR. Etwas zurückgegangen ist der darin enthaltene Erwerb von Immobilien durch Ausländer im Umfang   von 440 Mio EUR. Die reinvestierten Gewinne erreichten ein Volumen von 1,3 Mrd EUR, was dem Durchschnitt der letzten Jahre entspricht. Relativ ausgeprägt war auch auf der Seite der passiven Direktinvestitionen die Rolle der konzerninternen Kredite, über die den österreichischen Tochterunternehmen beinahe 1 Mrd EUR an Kapital bereitgestellt wurde.

Die größte Transaktion des Jahres betraf die BA-CA. Zwar findet die Übernahme der HVB durch die italienische UniCredito in der österreichischen Zahlungsbilanz keinen Niederschlag, jedoch wird der Aufkauf des Großteils des Streubesitzes an BA-CA Aktien durch die UniCredito deutlich sichtbar. Er steht hinter dem herausragenden Investitionsvolumen von 2,2 Mrd EUR aus Italien. Dennoch war auch 2005 Deutschland mit 3,4 Mrd EUR erneut der mit Abstand wichtigste Investor. Zusammen mit Luxemburg, wo zumeist über Holdinggesellschaften Mittel zur Konzernfinanzierung verteilt werden, deckten diese drei Länder 90% des Investitionsflusses nach Österreich ab.

Unter Branchengesichtspunkten waren neben dem erwähnten Bankensektor vor allem Handelsunternehmen, der Telekomsektor, KfZ-Zulieferer und die Chemie- und Kunststoffindustrie Ziel ausländischen Interesses.

Insgesamt verzeichnete die Statistik des Jahres 2005 rund 370 inländische Investoren, die etwa   500 Investitionsprojekte von mindestens 1 Million Euro in 106 Ländern der Welt umsetzten, während gleichzeitig 200 größere Investitionsprojekte aus 71 Ländern in Österreich registriert wurden.

 

Aktuelle Daten zu Direktinvestitionen finden Sie hier.

Text: Österreichische Nationalbank

 

 

Video
Beteiligen Sie sich am Beitrag, wir freuen uns:

Kommentar hinzufügen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
weitere Meinungen
Keine Kommentare
  1. Stadt Wien
  2. Wirtschaft