Naschmarkt

Der Naschmarkt in Wien ist nach wie vor beliebter Anziehungspunkt zum Einkauf von Lebensmittel aller Art, als Treffpunkt für ein zwangfreies Essen unter freiem Himmel, auf ein Gläschen Wein oder eine Tasse Tee oder samstags für einen Bummel über den Flohmarkt und anschließendem Besuch der Verkaufsstände der Bauern, die ihre saisonale Ware anbieten.

Naschmarkt

Naschmarkt

Der Naschmarkt in Wien ist nach wie vor beliebter Anziehungspunkt zum Einkauf von Lebensmittel aller Art, als Treffpunkt für ein zwangfreies Essen unter freiem Himmel, auf ein Gläschen Wein oder eine Tasse Tee oder samstags für einen Bummel über den Flohmarkt und anschließendem Besuch der Verkaufsstände der Bauern, die ihre saisonale Ware anbieten.

Montags bis samstags mischen sich am Naschmarkt die Gesellschaftsschichten, die sonst viel mehr beachtete Etikette spielt keine Rolle: Geschäftsleute im maßgeschneiderten Anzug genießen den besonderen Flair des Naschmarkt genauso wie ihre Begleitung im eleganten Kostüm auf high heels, emsige Hausfrauen oder verschlafene Studenten, die in der Nacht zu viel gefeiert oder zu viel gelernt haben.

Aus dem Wiener Treiben ist das Naschmarkt - Leben nicht wegzudenken – auch nicht, wenn er immer zunehmender von Touristenschwärmen heimgesucht und mitunter fast vereinnahmt wird.

Woher kommt der Name "Naschmarkt"?

Woher der Naschmarkt seinen Namen hat, ist nicht ganz geklärt. Zum einen könnte er von der Bezeichnung als Aschenmarkt herrühren, da sich zuvor an dieser Stelle vor dem Fürstlich Starhembergischen Freyhaus eine Aschen- und Müllablagerungsstätte befunden hatte und später ein kleiner Milchmarkt. Als Asch wurden traditioneller Weise auch die aus Eschenholz hergestellten Milcheimer bezeichnet. In der Folge mögen die am Markt vertriebenen Naschereien das ihre zum heutigen Namen des Naschmarkt beigetragen haben.

Naschmarkt

Im Mittelalter lag das Gelände am unregulierten Strom des Wienflusses inmitten von Weinbergen und beherbergte die beiden meist frequentierten Wiener Bordelle, das vordere und das hintere Frauenhaus, mit ihren ungefähren Standorten des heutigen Theater an der Wien und des Burgtors – schon damals war der Naschmarkt also der Lust und Lustbarkeit verschrieben.

Bis 1774 waren die landwirtschaftlichen Produkte, die auf Wägen in die Stadt Wien gelangten, auf der Freyung Feil geboten worden. Nachdem das dort ansässige Schottenkloster sich (wohl wegen der sogenannten Stubenmädchen, die hier ihrer geschäftlichen Tätigkeit nachgingen) durchgesetzt hatte, wurde der Markt vor die Tore Wiens, vor das Fürstlich Starhembergische Freyhaus verlegt, wo er sich schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Naschmarkt etablierte.

Er wuchs rasch an, 1905 erstreckten sich 900 Stände bis zum Resslpark, Knödelhütten und Bratlbrater schlugen ihre Zelte auf. Nach dem Vorschlag von Otto Wagner, den Naschmarkt zu verlegen, wurde das Freyhaus umgebaut, die Wien mit einem Gewölbe überdacht und die Stadtbahn (heutige U-bahn) überdeckt.

Während des ersten Weltkrieges wurden die Pläne geändert und nach Entwurf von Friedrich Jäckel die heute noch bestehenden und so charakteristischen Standbauten des Naschmarkt errichtet. Der sich außerhalb der Kettenbrücke befindliche zentrale Großmarkt wurde 1972 nach Inzersdorf verlegt und der neue freie Raum 1977 durch die Übersiedlung des Flohmarkts aus dem 1. Bezirk „Am Hof“ neu genutzt.

1993 bis 1998 bedurfte der inzwischen ziemlich herunter gekommene Naschmarkt einer Generalsanierung, bei welcher sämtliche Stützen neu fundamentiert wurden, die verzinkten Blechdächer erneuert, Wasserleitungen und elektrische Heizungen installiert wurden.

Das originale Erscheinungsbild des Naschmarkt aus der Jahrhundertwende blieb dabei in seiner ganzen, allen Wienern ans Herz gewachsenen, Charakteristik erhalten.

  • Naschmarkt
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Seit seiner Entstehung lebt und verändert sich der Naschmarkt, an die ursprünglichen Standbauten reihen sich immer mehr moderne Lokalitäten, viele der Obst- und Gemüsehändler sind schicken Läden gewichen, die ihre ausgefallenen Spezialitäten in höheren Preisklassen anbieten.

Naschmarkt

So mancher alteingesessener Wiener klagt über den Wandel des traditionellen Naschmarkts, der eine ausgezeichnete und preiswerte Quelle für heimische Obst- und Gemüsesorten, wie anderen landwirtschaftlichen Produkte und Lebensmittel aus östlichen Ländern, wie Griechenland oder der Türkei gewesen war.

Zunehmend macht sich der gastronomische Betrieb am Naschmarkt breit. Kurzfristig, im Jahr 2005 sollte diese Entwicklung durch ein Verbot der Umwandlung von Geschäften in Gaststätten gestoppt werden, doch 2006 wurde dieses Gesetz wieder aufgehoben und den Betreibern der Lokale das Offenhalten bis Mitternacht gestattet. Von maffiöser Geschäftemacherei wird wohl gemunkelt – doch laut ausgesprochen kaum.

Man zieht es vor, zu genießen, was es zu genießen gibt

Naschmarkt


Das kulinarische Angebot ist nun an den Verkaufsständen wie in den Restaurants international durchmischt, mit Lebensmitteln und Speisen aus der Türkei, Italien, Spanien, Japan, China, Indien, dem früheren Jugoslawien wie aus Griechenland. Österreichische Qualität ist nur eine unter vielen anderen, dafür gibt es stets neuartige Ware, seltene, kaum zuvor gesehene Früchte zu finden und andersartige Geschmäcke und Gerichte zu entdecken.

Das Treiben ist in den Sommermonaten besonders quirlig und bunt. -
Der Naschmarkt lebt, verändert sich und wird sich weiter entwickeln, ist ein pulsierender Stadtteil von Wien – und deswegen geliebt.

Naschmarkt

Naschmarkt
6. Bezirk (Mariahilf), zwischen linker und rechter Wienzeile
über 170 Verkaufsstände, Geschäfte und Lokale

Öffnungszeiten:
Wochentags 6.00 – 18.30 Uhr
Samstags zusätzlich ca. 30 Bauernstände, 6.00 – 17.00 Uhr
Flohmarkt: Samstags 6.30 – 18.00 Uhr

Verkehrsanbindung: U1, U2, U4 Karlsplatz und U4 Kettenbrückengasse, Bus 59A Bärenmühldurchgang, Bus 57A Getreidemarkt

Autor: Margareta Sandhofer

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