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9.Bezirk-Alsergrund

Die Geschichte von Wien-Alsergrund

Informationen über die Geschichte von Wien-Alsergrund

Chronik von Wien 9

Der Alsergrund ist der 9. Wiener Gemeindebezirk der im Jahre 1862 eingemeindet wurde. Er bestand früher aus den Vorstädten: Alservorstadt, Rossau, Thurygrund, Himmelpfortgrund, Michelbeuerngrund, Lichtental und Althangrund. Er liegt zwischen Donaukanal und Gürtel sowie nördlich des 1. und 8. Bezirkes. An ihn grenzen 7 Bezirke: 1., 2., 8., 17., 18., 19., 20.  

Die Alservorstadt ist die größte und namensgebende aller 7 Vorstädte im Bereich des heutigen 9. Bezirkes. Sie reicht von der Alser Straße - Universitätsstraße - Maria Theresienstraße im Süden bis zur Liechtensteinstraße im Osten und von der Alserbachstraße - Nussdorferstraße - Spitalgasse - Lazarettgasse im Norden und dem Gürtel im Westen. Früher war ihre südliche Grenze die Florianigasse, sie wurde aber 1862 getrennt und der südliche Teil bis zur Alserstraße ist zum 8. Bezirk dazugekommen.

Althan ist der Name einer Vorstadt im Bereich des 9. Bezirkes. Sie hat ihren Namen von einem Herrn namens Christoph Johann Graf Althan. Er zog ca. um 1690 in den nach ihm benannten Bereich, und ließ dort ein Gebäude errichten. Dieser Bezirksteil reichte vom Donaukanal als östliche Grenze, bis zur Alserstraße als südliche Grenze und von der Althanstraße und Heiligenstädterstraße als westliche Grenze zur Gürtelbrücke als nördliche Grenze.

Das Brünnlfeld ist eine Gegend im Alsergrund, die sich von der Lazarettgasse/Spitalgasse bis zum Linienwall erstreckte. Hier wurden Jahrhunderte lang Lehm abgebaut zum Ziegelbrennen. Im Jahre 1978 wurde hier das neue AKH (Allgemeine Krankenhaus) der Stadt Wien errichtet.

Himmelpfortgrund: Der Name dieses Bezirksteils kommt vom Kloster der Chorfrauen zur Himmelspforte, welches 1639 gegründet wurde. Vorher wurde diese Gegend Sporkenbühel (Sperlingshügel) genannt. Dieser Grund liegt nördlich des neuen AKH am Gürtel bis zur Canisiusgasse. Wegen seiner guten Lage an den beiden Bächen Alserbach und Währingerbach, siedelten sich hier Wäscherinnen an. Zum Trocknen eigneten sich die windigen Hügel des Sechsschimmelberges. Im Jahre 1825 kam die Vorstadt zur Gemeinde Wien.

Krowodendörfl: So nannte man im 19. Jahrhundert eine kleine Ansiedlung von Häusern von Nicht-Österreichern (Böhmen, Slowaken, Kroaten, Ungarn,...), die in der Gegend der Lazarett-, Mariannen-, Höfer- sowie der Pelikangasse lag. Im Jahre 1933 wurde eine neue Straße im Krowodendörfl angelegt, die Rummelhardtgasse.

Lichtental ist eine ehemalige Vorstadt auf dem Grund des 9. Bezirkes. Sie lag zwischen Nussdorfer Straße, Fechtergasse und Althanstraße. Dieser Bezirksteil wurde 1280 das erste Mal als Lichtenwerd erwähnt und lag als Insel zwischen dem Alserbach und einem Donauarm. Im Jahre 1687 erwarb Johann Adam Fürst Liechtenstein das Gebiet und seit diesem Zeitpunkt spricht man vom Liechtensteintal oder kurz Lichtental.

Lichtenwerd war die frühere Bezeichnung der Vorstadt Lichtental. Der Lichtenwerder Platz erinnert noch heute an die Stelle der Vorstadt. Die Rossau und die Leopoldstadt hießen früher Werd. Zur Unterscheidung nannte man die Rossau Oberer Werd und die Leopoldstadt Unterer Werd.

Der Michelbeuerngrund ist eine der 7 Vorstädte des Alsergrund. Er liegt direkt am Linienwall, nördlich des neuen AKH. Früher besaß dieser Bezirksteil natürliche Grenzen: Den Alserbach, den Währingerbach sowie den Linienwall. Dieser Teil des Bezirkes wurde nach dem Bau des Linienwalls im Jahre 1704 von seinem Stammgebiet in Währing abgetrennt und im Jahre 1794 zur selbstständigen Vorstadt. Der Name kommt von einem Benediktinerstift in Salzburg mit dem Namen Michaelbeuern.

Die Rossau ist eine der 7 Vorstädte, die zum Bezirk Alsergrund im Jahre 1861 vereinigt wurden. Sie hat ihren Namen nach den Weideplätzen und Schwemmen der Pferde, die man damals für die Schifffahrt benötigte, um die Schiffszüge donauaufwärts zu ziehen. Die Vorstadt reichte damals von der Liechtensteinstraße bis zur Alserbachstraße, Donaukanal, bis zur Maria-Theresienstraße direkt zum Glacis um die Stadtmauer. Die Rossau und die Leopoldstadt (2. Bezirk) wurden früher Werd genannt. Zur Unterscheidung nannte man die Rossau "Oberer" Werd und die Leopoldstadt "Unterer" Werd. Die frühen Bewohner dieser Gegend waren Fischer und Schiffer. Erst spät wurde dieser Bezirksteil mit Häusern verbaut.

Die Siechenals war ein kleines Dorf auf dem Gebiet des heutigen 9. Bezirkes. Diese Dorf wurde nach der 1. Türkenbelagerung im Jahre 1529 vollkommen zerstört und danach nicht mehr aufgebaut. Dieser Ort verödete rasch und erst 125 Jahre später siedelten sich hier wieder Menschen an. Als Erster kam hier Johann Thury hierher und betrieb eine Ziegelfabrik. Dieser Ort wurde dann Thurygrund genannt.

Der Thurygrund ist eine der 7 Vorstädte auf dem Areal des Alsergrundes. Der Name stammt von einem Herrn Johann Thury, ein Ziegeleibesitzer aus dem 17. Jahrhundert. Dieser Mann erwarb als Erster das verödete Gebiet der damaligen Siechenals, um dort einige Häuser zu errichten. Diese Vorstadt lag umgrenzt von der Alserstraße, Fechterstraße, Liechtensteinstraße, Himmelpfortstiege und Nussdorferstraße. Hier stand auch das Thurybrückl, welches an der heutigen Kreuzung Liechtensteinstraße/Alserbachstraße den Alserbach überspannte. Dieser Besitz ist 1656 an das Servitenkloster überschrieben worden.

 

Text + Bilder: Gerhard Frey

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Vielen Dank für diese sehr detailierte Beschreibung des Alsergrund. Wir haben versucht die einzelnen Bezirksteile auf der Karte einzutragen (für ein Referat in unserem Sparverein Alsergrund) und hatten ein wenig Probleme mit ein paar Beschreibungen:
1. Althangrund muss im Süden von der AlserBACHstraße begrenzt sein, nicht der Alserstr., oder?
2. Ebenso der Thurygrund. Der muss auch von der AlserBACHstraße begrenzt sein.

Außerdem würden uns noch der genaue Grenzverlauf zwischen Althangrund und Thurygrund im Bereich von der Althanstr. bis hinauf zur Heiligenstädterstr. interessieren. Läuft die Grenze da entlang der Liechtensteinstr., oder über die Latschkagasse hinauf zur Heiligenstädterstr.?

Auch die Grenze zwischen Michelbeuern und Himmelpfortgrund ist nicht ganz klar. Wir vermuten Nußdorferstr., Bleichergasse, Lustkandlgasse und Fuchsthalergasse. Stimmt das so?

Und am WICHTIGSTEN:
Verläuft die Grenze zwischen Michelbeuern und Alservorstadt wirklich entlang der Lazarettgasse bis zum Linienwall (Gürtel) oder biegt sie in die Borschkegasse ab und läuft da bis zum Linienwall?

, 14.12.2011 um 15:58
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