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19.Bezirk-Döbling

Geschichte von Wien-Döbling

Informationen über die Geschichte von Wien-Döbling

Chronik von Wien 19

Als "Teopilic" wird Döbling 1114 erstmals urkundlich genannt. Die slawische Endung auf -ic verweist in die Zeit der frühmittelalterlichen Siawenansiedlungen. 1336 taucht erstmals die Bezeichnung "Töbling" auf. Der tief eingeschnittene Krottenbach trennte die Siedlung in einen Unter- und einen Oberort. Die Grenze wird heute durch die Vorortelinle markiert. Die adeligen Herren von Döbling waren vom 12. bis ins 14. Jahrhundert im Besitz der Herrschaft. Ab 1318 war Döbling vier Jahrhunderte in der Hand der Dominikanerinnen zu Tulln.  

1481 wurde es von den Ungarn, 1529 und 1683 von den Türken verwüstet. Im 18. Jahrhundert entstand in Oberdöbling eine Anzahl von Sommerresidenzen des Adels und des gehobenen Bürgertums. Unter Josef II. wurde das Tullner Dominikanerinnenkloster aufgelassen, und Döbling kam an den Religionsfonds, der die Herrschaft 1824 weitergab. 1836/37 entstand entlang der heutigen Döblinger Hauptstraße 76 das Casino Zögernitz auf einem Grund, der einst in kaiserlichem Besitz gewesen war. Im Biedermeierstil errichtet, wurde es mit seinem schönen Garten bald ein beliebter Treffpunkt der gehobenen Wiener Gesellschaft. Auf den Gründen des 1824 aus dem Besitz des Religionsfonds erworbenen einstigen Wirtschaftshofes der Herren von Döbling ließ der Großindustrielle Rudolf von Arthaber eine Villa errichten, die nach seinem Tod zusammen mit dem Park in den Besitz des Bankiers Leopold von Wertheimstein überging. Das Landhaus wurde zu einem Treffpunkt der Elite aus Kunst und Wissenschaft. Seine Tochter Franziska vermachte 1908 Villa und Park der Gemeinde Wien.

1892 wurden die Gemeinden Ober- und Unterdöbling, Sievering, Nussdorf, Heiligenstadt, die Katastralgemeinde Josefsdorf und Teile von Grinzing, dem Kahlenbergerdorf und Weidling zum 19. Wiener Gemeindebezirk Döbling zusammengefasst. 1938 kamen noch die ehemaligen Gemeinden Salmannsdorf und Neustift am Walde dazu, die seit 1892 dem 18. Bezirk eingegliedert gewesen waren.

Am Fuß des Steilabfalls der Geländestufe der Hohen Warte jenseits der Heiligenstädter Straße erstreckt sich der kilometerlange Bau des Karl-Marx-Hofes, der 1927 bis 1930 nach Plänen von Karl Ehn errichtet wurde.

Die Hohe Warte leitet ihren Namen von einer Weingartenried ab. 1814 wurde hier eine Meierei zur Hohen Warte" errichtet, die sich bald großer Beliebtheit erfreute. 1870 - 1872 errichtete Heinrich Ferstel das Gebäude der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. Um die Jahrhundertwende entstanden auf der Hohen Warte, damals schon eine exklusive Villengegend, einige der schönsten Privatvillen von Wien. Auch österreichische Bundespräsidenten hat hier in der Vergangenheit ihren offiziellen Wohnsitz. Die Naturarena des Fußballplatzes der "Vienna", des ältesten österreichischen Fußballklubs, war in den Dreißigerjahren eines der größten Stadien der Welt.

 

Text + Bild: Gerhard Frey

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