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Eisenstadt, Stadt zweier Länder

Folgt man dem attraktiven Lauf des aus dem Rosaliengebirge entspringenden Fluss Wulka (wohlklingend auf ungarisch und kroatisch: „Vulka“) auf seinem Weg durch das Gebiet Nordburgenlands, führt dies geradewegs zu Burgenlands Landeshauptstadt Eisenstadt. Der Stadtplan Eisenstadt macht die prägnante Lage, südlich abfallend an der Terasse des malerischen Wulkatals deutlich. Ihren Namen erhielt die auf heute 42,91 km² 12.856 Einwohner integrierende Stadt um ca. 1370 von der ungarischen Adelsfamilie Kanizsai, die den Stadtplan Eisenstadt markant mitprägte. Der Familie ist der Bau der Wasserburg zu verdanken, zu deren Schutz sie auch eine Stadtmauer errichten ließ. Dies machte den Ort folgerichtig zur „Eysenstat“ – von „stark“, „eisern“. Die Geschichte des Stadtplan Eisenstadt  reicht bis in die Hallstattzeit zurück.  Sowohl die Kelten als auch die Römer besiedelten das Gebiet, später, während der Völkerwanderung war es von den Hunnen und anderen germanischen Stämmen bevölkert. Zur Zeit der Türkenkriege schließlich, also 1529 und 1532 gelang es diesem eindringende Volk, die Stadt für sich zu erobern. 1118 als „castrum ferrum“ bekannt, taucht es als vom ungarischen „Kismarton“ abgeleiteten „minor Mortin“ erstmals in schriftlichen Aufzeichnungen aus dem Jahr 1264 auf. Das Marktrecht erhielt Eisenstadt 1388.

1445 wurde das heutige Burgenland als Gebiet Westungarn von Herzog Albrecht VI. von Habsburg erworben und von Wien aus verwaltet. Die Geschicke der Stadt sind mit dem charismatischen ungarischen Adelsgeschlecht der Esterhazys aufs engste verknüpft. In ihrer Funktion als KönigInnen von Ungarn suchte das Habsburg-Geschlecht das Wohlwollen der Esterhazys, 1648 belehnte Kaiser Ferdinand III. die ungarischen Adeligen mit der Region Eisenstadt. Unter den rasch an Einfluss gewinnenden Esterhazys kam es zu zahlreichen baulichen Erweiterungen des Stadtplan Eisenstadt,  die einstige Wehrburg wurde zum repräsentativen Schloss und fürstlichen Sitz umgebaut. Neben einem ausladenden Hofstaat hielt mit der Ernennung des begabten Joseph Haydn zum fürstlichen Kapellmeister Musik, Kunst und Kultur von höchstem Rang Einzug in das Eisenstadt zur Mitte des 18. Jahrhundert. Bis 1865 gedieh diese kulturelle Hochblüte, bis sie aufgrund finanzieller Erschöpfung abebbte. Die zuvor dem Vorbild Wiens in kulturellen wie wirtschaftlichen Belangen nacheifernde Stadt wurde nun industriell wieder magyarisiert, und dem ungarischen Eisenbahnnetz angeschlossen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Gebiet Burgenland mit dem Friedensvertrag von St. Germain im Jahr 1919 Österreich zugesprochen.

Ein Blick in den Stadtplan Eisenstadt

Das anmutig gestaltete Barockschloss Esterhazy blickt auf eine lebendige Tradition als Fürstensitz zurück. Auch heute ist das ansehliche Gebäude Gastgeber berauschender Feste, kultureller Highlights und gesellschaftlich relevanter Veranstaltungen, wird für Hoch-Zeiten, Musik-Matineen und Ausstellungen vielfältig genutzt. Mit seinem erquicklichem Schlosspark das Schloss sowohl Wahrzeichen der Stadt als auch Anziehungspunkt für internationale BesucherInnen. Die wahrlich berauschende Naturkulisse des bedeutenden Landschaftsgarten aus dem 19 Jahrhundert mit rollenden Hügeln, tiefgrünem, teils exotischem Baumbestand und dem glasklaren Gewässern zieht in ihren Bann, lädt zum Verweilen ein. Gleich vier Teiche, der Leopoldinenteich, Obeliskteich, Herzerlteich sowie der Maschinenteich erstrecken sich auf dem weitläufigen, fast 50 Hektar umspannenden Gelände. Oberhalb des Leopoldinerteichs thront der 1806 von Moreau errichtete Leopoldinentempel, der mit seiner runden Bauweise und ägyptisch anmutenden Säulen die Blicke auf sich zieht.

Die Gloriette diente den ungarischen Fürsten als Jagdschloss. Dieser am Stadtplan Eisenstadt etwas versteckter Schauplatz ist ein wahrer Geheimtipp für Naturliebhaber und Genießer guten burgenländischen Weins & (Wild)Gerichte. Die Bergkirche am Kalvarienberg ist unter ihrem zweiten Namen „Haydnkirche“ dem großen Komponisten gewidmet. Als Wallfahrtskirche übt sie auf zahlreiche Menschen große Anziehungskraft aus.  Sie birgt neben dem Haydn-Mausoleum, in dessen Inneres Joseph Haydn im Jahr 1820 gebettet wurde, eine Schatzkammer und die Gnadenkapelle. Auf Spurensuche zur Geschichte dieser beeindruckenden Persönlichkeit kann man sich nicht nur im Haydn-Museum, sondern auch im Haydn-Haus, dem Wohnort der Familie Haydn, am Stadtplan Eisenstadt in der Joseph-Hadyn-Gasse 19 u. 21 zu entdecken, begeben. Das Gartenhäuschen in der Bürgerspitalgasse lockt mit einem reizvollen Kräutergarten, das Joseph gemeinsam mit seiner Frau Aloisa zu einem Blütenmeer und "Kuchlgärtl" liebevoll gestaltete. Das Kleinod ist etwas ausserhalb des Stadtplan Eisenstadt zu finden. Mit dem Liszt-Denkmal hat die Stadt eine weiters Zeichen ihres Kunstverständnis gesetzt und ihre und Anerkennung für einen zweiten interessanten Musiker gezeigt.  Weitere in Eisenstadt gebürtige Persönlichkeiten sind das u.a. der Arzt Ignaz Semmelweis ebenso wie die lebenslustige Tänzerin Fanny Elßler.

Der Dom St. Martin

geht in seinen Grundzügen auf die bereits im Jahr 1264 erwähnte „Capella Sancti Martini“ zurück. Seine frühere Bestimmung als Wehrbau sieht man dem spätgotischen Prachtbau als aufmerksamer Beobachter noch an:  Der markante Turm ist mit vier mit Schießscharten ausgestatteten Erkern bestückt.  Die Innenraumkonzeption der zeitgenössischen Künstlerin Brigitte Kowanz schlägt mit aktuellen künstlerische Impulse eine integrative Brücke zur bewegten Vergangenheit dieser geschichtsträchtigen Kirche. Essentielle Zeichen setzt das Österreichische Jüdische Museum, dessen kleines Juwel eine integrierte Synagoge darstellt. Als eine der ganz wenigen im deutschen Sprachraum überstand diese sowohl die Reichskristallnacht im November 1938 als auch zahlreiche folgende Angriffe auf die jüdische Kultur. Eine Stahlgitterkonstruktion, die 755 originale Jahrzeittafeln verstorbener Eisenstädter aufzeigt, regt wahrlich zum Innehalten an.

Nach Eisenstadt´s Aufstieg zur königlichen Freistadt im Jahr 1648 wurde die aus dem Jahr 1560 stammende Fassade des Rathaus komplett umgestaltet. Die ehemals frührenaissancenen Grundformen sind im Diamantquader des Portals erhalten geblieben. Heute blickt man auf einen von zwei Erkern umrahmten, mit ausladender Attika versehenen Barockbau.

Die Wandmalereien, Funde aus 1926, entstanden wohl ebenfalls in der Frührenaissance, wurden im Zuge der Umgestaltung aber barockisiert. 1949 machte sich Rudolf  Holzinger in sorgfältiger, originalgetreuer Kleinarbeit an deren Restaurierung und Ergänzung. Die Frauengestalten sind allegorische Versinnbildlichung der Tugenden  Fides, Spes, Charitas (Treue, Hoffnung, Mildtätigkeit) sowie Justitia, Sapientia, Fortitudo, Temperantia (Gerechtigkeit, Weisheit, Stärke, Mäßigkeit). Rechtsseitig des Mittelerkers findet der aufmerksame Betrachter die biblischen Szenen des Salomonischen Urteil, Judith und Holofernes sowie Salomon und die Königin von Saba. Weiters beinhaltet das Rathaus das Stadtwappen und eine Sonnenuhr. Um die Befreieung von der Pest baten die Eisenstädter mit der 1713 errichteten Pestsäule, errichtet zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit und der Mutter Maria. Ein weiterer Tipp: Lassen sie sich vom Stadtplan Eisenstadt den Weg zum Pulverturm zeigen. Als Bastei der namensgebenden Stadtmauer ist er mittelalterliches Kulturgut.

Geheimnissumwitterte Stadt

Das burgenländische Eisenstadt ist reich an ein, nun ja, wenig unheimlich anmutendem Geschichtsgut. Bis heute ungeklärt ist zum Beispiel das Schicksal des Leichnams von Ursula Esterhazy, Frau des Fürsten Paul I. Esterházy.  Die 1682 in der Familiengruft nach damaligem Brauch stehend aufgebahrte Verschiedene mumifizierte, statt zu verwesen, was eine Flut an Wallfahrenden auslöste. Zur um 1700 erbauten Antonikapelle im Antonigraben westlich der Gloriette wiederum sollen noch heute heimlich Mädchen hinspazieren, um um den „Richtigen“ für Sie zu bitten. Einmal im Jahr lohnt sich der Besuch in der Hauptstrasse oder Pfarrgasse (da ist man sich auch unter den Einheimischen nicht so recht einig), jedenfalls aber zur Mitternachtsstunde. Da soll nämlich der Schatten des Pfarrturms jene Stelle aufzeigen, an der die Türken in starker Bedrängnis einen wertvollen Schatz vergraben haben…

Lebendige Eisenstadt

Mit den Haydnfestspielen ehrt die Stadt ihren großen Musiker. Buntes Treiben auf mehreren Bühnen und eigener Open-Air-Lounge bietet das EisenSTADTfest in der historischen Fußgängerzone. Kommt die Rede auf das Burgenland, so denkt man sogleich auch an die hohe Qualität des hiesigen Weinbaus. Ausgiebige Gelegenheit zur Verkostung bietet das Fest der 1000 Weine. Diese Burgenländische Weinwoche findet vor der Orangerie im Schlosspark statt.

Text: Peta Klotzberg