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Schönbrunn Text: Michael Neichl

Tiergarten Schönbrunn Geschichte

Der Tiergarten wurde 1752 als kaiserliche Menagerie neben dem Schloss Schönbrunn errichtet. Kaiser Joseph II. organisierte Expeditionen nach Afrika und Amerika um Tiere nach Wien zu bringen - so zogen nach und nach exotische Tiere wie Elefanten und Giraffen in die Stadt. Lesen Sie hier mehr über den ältesten noch bestehenden Tiergarten der Welt.

Blick auf das kaiserliche Pavillon im Tiergarten Schönbrunn.
© Gryffindor | Ehemaliges Frühstückspavillon

Von der Gründung bis zur Nachkriegszeit

Nach Plänen von Jean Nicolas de Jadot, auf Initiative Kaiser Franz I. 1752 angelegt, ist der Tiergarten von Schönbrunn der älteste der Welt, der auf einen kontinuierlichen Betrieb am gleichen Ort zurückblicken kann. Damals bestand die historische Tierparkanlage, Menagerie genannt, aus zwölf Gehegen mit gleichgroßen Tierhäusern, einem Verwaltungsgebäude sowie einem Enten-und einem Hühnerhof. Unmittelbares Vorbild war der von Prinz Eugen 1716 errichtete Belvedere-Tiergarten. Im Zoo-Mittelpunkt liegt der oktogonale Pavillon mit einem Deckenfresko von Guglielmi. Das zentrale Bauwerk diente als Frühstückspavillon und gestattete die Betrachtung der in 13 konzentrischen Logen ausgestellten Tiere. Heute wird die Anlage nach Osten mit modernen Freigehegen erweitert und ausgebaut, das historische Zentrum bleibt gewahrt.

Der Tiergarten wurde 1752 als kaiserliche Menagerie neben dem Schloss Schönbrunn errichtet. Kaiser Joseph II. organisierte Expeditionen nach Afrika und Amerika um Tiere nach Wien zu bringen. 1770 kam der erste Elefant in den Zoo, 1828 die erste Giraffe. Letztere beeinflusste auch die Wiener Mode und das Stadtleben stark: Kleider, Schmuck und andere Dinge wurden „à la giraffe“ gestaltet. 1778 wurde die Anlage zusammen mit Schloss und Park von Schönbrunn für alle Besucher geöffnet. Durch intensive Investitionen in den Tierbestand wurde der Tierpark ab 1800 zum „Zoo der Wiener“. Bis zu Beginn des ersten Weltkrieges stieg die Anzahl der Tiere auf 3.500.

Aufgrund des Krieges und des damit einher gehenden Nahrungsmangels sank der Tierbestand. Im 2. Weltkrieg wurden durch Bombenangriffe viele Tiere getötet. Nach dem Krieg wurde der Tierpark restauriert, wirkliche Erfolge gab es aber erst, als Dr. Helmut Pechlaner die Führung übernahm und der Tiergarten privatisiert wurde. Mit Hilfe von Sponsoren und den nicht unbeträchtlichen Eintrittspreisen konnten sämtliche Gehege erneuert und erweitert werden. In Pechlaners Amtszeit ereigneten sich im Tiergarten zwei tragische Unfälle, seither wurden die Sicherheitsmaßnahmen stark erhöht.

Restauration & der Tirolerhof

Noch heute werden die Gebäude renoviert oder neue Teile dazu gebaut. Als Besonderheit wird hier der Tirolerhof empfunden. Der Haidachhof wurde 1722 nicht weit von Kufstein gebaut und 1993 vor dem Verfall gerettet und in den Tiergarten gebracht. Er wurde in Schönbrunn Stück für Stück wieder errichtet. Der Tirolerhof soll den Besuchern die älteste Form der Tierhaltung durch den Menschen nahelegen: die Landwirtschaft. Der Naturerlebnispfad führt vom Tirolerhof hinab in das historische Tiergartenareal. Auf dem Weg rückt die heimische Tier-und Pflanzenwelt in den Vordergrund. Durch den Baumkronenpfad können die Besucher einen spektakulären Ausblick genießen und viele Vogelarten beobachten. Der Tierpark versucht ständig durch neue Ideen, den Ansprüchen der Tiere, aber auch der Besucher gerecht zu werden. Mit verschiedensten Konzepten und neuen Gestaltungen wird das Leben im Zoo stets verändert und den Tieren ein noch besseres zu Hause ermöglicht.

Der tierische Lebensraum Schönbrunn heute

Seit langem verfolgt der Tiergarten das Konzept den verschiedensten Tierarten einen einzigartigen Lebensraum zu bieten. Vor allem ist es ihm ein Anliegen Tierarten, die auch in der freien Wildbahn in einem gemeinsamen Lebensraum zu Hause sind, einen solchen zu schaffen. Durch die erlebnisreiche Anordnung der Gehege und Gebäude wird den Besuchern der Natur-und Artenschutz noch  besser vermittelt und nahe gelegt. Ob das 6.000 Quadratmeter große Nashornareal, der Südamerika-Park oder das Polarium, welches als Zuhause der Pinguine und Mähnenrobben dient. Unter anderem gehört die Mähnenrobbenfütterung, die zweimal täglich stattfindet, zu den Publikumsattraktionen des Zoos. Im „Haus der Schrecken“- einem ganz besonderen Insektarium nämlich für Heu-, Gespenst-,Fang- und Stabschrecken.

In den 14 Terrarien kann man die Schrecken bei ihren Überlebens-und Tarnstrategien, sowie ihrer Vermehrung sehr gut beobachten. Für die afrikanischen Dickhäuter im Zoo wurde ebenfalls ein artgerechter Lebensraum, in dem sie sich richtig wohlfühlen können, geschaffen. Im Elefantenpark werden perfekte Lebensbedingungen für die großen Stampfer aus Afrika ermöglicht. Jeder Blick ins Aquarienhaus macht deutlich wie vielfältig es unter Wasser zu geht. Den Fischen, Krokodilen, Korallen und Schildkröten wurden hier wundervolle Lebensräume geschaffen und um ihren Anforderungen gerecht zu werden, lässt sich der Tiergarten immer wieder etwas neues einfallen. Ständig werden Renovierungen vorgenommen, um jeder Tierart ein artgerechtes Zuhause zu bieten. So wurde auch das historische Affenhaus saniert und revitalisiert.

Im Mai 2014 wurde dann die neue Eisbärenwelt eröffnet und den Wiener Polarbären somit ein eiskaltes und ihren Lebensbedingungen entsprechendes Areal geschaffen. Das andere Extrem wurde ebenfalls gekonnt im Zoo verwirklicht, das Wüstenhaus. Gemeinsam mit den Österreichischen Bundesgärten hat der Tiergarten Schönbrunn auch mit diesem Haus einen wunderschönen und atemberaubenden Ort geschaffen. Zoobesucher können hier wieder in die Welt exotischer Tiere hineinblicken. Wüstenspringmäuse, Nacktmulle und Co. verzaubern das historische Glashaus.

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