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Schönbrunn Text: Gerhard Frey

Schönbrunn und seine Geschichte

Wissenswerte historische Fakten über das Schloss Schönbrunn in Wien. Lesen Sie alles über den Anfänge des Schlosses und seine jeweiligen Eigentümer, wie etwa Maria Theresia oder Kaiser Franz Joseph I.. Außerdem finden Sie hier Informationen über den Bau des Schlosses, wie man es heute kennt, seine Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und den darauffolgenden Wiederaufbau.

Fiaker fährt an Schloss Schönbrunn und der säuberlich gepflegten Gartenanlage vorbei.
© Weinhäupl/Österreich Werbung | Gartenfassade vor Schloss Schönbrunn

Die Anfänge des Schlosses

Die Geschichte von Schloss Schönbrunn setzt bereits im Mittelalter an. Als Katterburg befand sich das Gut im 14. Jahrhundert in der Grundherrschaft des Stifts Klosterneuburg.

Kaiser Maximilian II. (1527 -1576 ) erwarb diesen Herrensitz in der Nähe des heutigen Meidlinger Tores und brachte ihn so in habsburgischen Besitz. Außerdem gründete er auf dem Areal den ältesten Tiergarten der Welt: Damals wurde im Tiergarten Schönbrunn aber vorwiegend heimisches Jagdwild und Geflügelarten gehalten. Exotische Gäste waren Pfauen und Truthähne.

Rudolph II. erbte schließlich die Katterburg. Dessen Nachfolger, Kaiser Matthias (1557-1619), ließ das Jagdschloss nach der Zerstörung durch die Ungarn im Jahre 1605 wieder aufbauen und entdeckte während einer Jagd jene Quelle, den „Schönen Brunnen“, die dem Schloss den Namen geben sollte.

Kaiser Ferdinand II. (1578 - 1637) und seine Gattin Kaiserin Eleonora von Gonzaga übernahmen den Besitz und nutzten ihn gemeinsam für Jagdgesellschaften. Als Ferdinand der II. starb, belebte seine Witwe Eleonora das Grundstück mit regem gesellschaftlichem Betrieb. Für diesen Zweck ließ sie um 1642 das – erstmals urkundlich als Schönbrunn bezeichnete – Lustschloss bauen.

Während der zweiten Türkenbelagerung 1683 wurde auch Schönbrunn stark beschädigt, sodass sich Kaiser Leopold I. dazu entschloss dieses als repräsentative Residenz für den Thronfolger Joseph I. neu errichten zu lassen.

Baugeschichte des Schlosses Schönbrunn

So wurde Kaiser Joseph I. (1678 - 1711) der eigentliche Bauherr des Schlosses. 1688 präsentierte der noch junge österreichische, in Rom ausgebildete, Architekt Johann Bernhard Fischer von Erlach den so genannten Schönbrunn-I-Entwurf. Fischer von Erlach wurde dann auch mit der Planung und Beaufsichtigung des Baues beauftragt, doch sollte ein Jagdschloss in einer weniger großzügigen Version als in seinem ersten Entwurf realisiert werden.

Das Projekt blieb aber unvollendet, bis es 1728 von Kaiser Karl VI. erworben und seiner Tochter Maria Theresia geschenkt wurde. Die Barockarchitektur nach den Plänen des zweiten Entwurfes von Fischer von Erlach wurde während ihrer Regentschaft von Nikolaus Pacassi und Vamagini adaptiert und ausgestattet. Es fanden verschiedene Umbauten statt, Freitreppen wurden angelegt (Blaue Stiege). Im heutigen Foyer des Schlosses stehen zu beiden Seiten Hohlfiguren aus Bronze, geschaffen vom flämischen Bildhauer Adrian deVries. Sie stellen Herkules im Kampf Löwen und Drachen Drachen dar.

Unter Pacassi erhielt Schönbrunn 1742 bis 1746 in großen Zügen sein heutiges Aussehen

Ein symmetrisch ausladender Schlossbau mit reich dekorierter Fassade, die Gliederung kleinteilig strukturiert – typisch für das Rokoko. Fischers zentrale Freitreppenanlage musste einer Durchfahrtshalle mit darüber liegenden Galerien weichen.

Die große Galerie war für offizielle Festlichkeiten in weitem gesellschaftlichem Rahmen, die kleine Galerie für familiäre Zwecke gedacht. Der Neubau der Blauen Stiege sollte den repräsentativen Zugang zu dieser Nobeletage ermöglichen ohne den Fischerschen Speisesaal mit dem monumentalen Deckenfresko des Venezianers Sebastiano Ricci (1702 – 03) zu beeinträchtigen.

Maria Theresia ließ unter anderem ein Schlosstheater, ein Wirtschaftsgebäude und die Orangerie erbauen, die über die neu errichteten Verbindungsarkaden erreicht werden konnten. Auch die Innenräume wurden neu gestaltet: Gregorio Guglielmi freskierte die Decken der Galerien, die meisten der gartenseitigen Räume wurden reich im Stil des Rokoko mit Stuck, Spiegeln und Gemälden dekoriert. Das Schloss selbst, ein imposanter Bau von 175 m Länge und 55 m Breite, gruppiert sich um einen Ehrenhof, von dem sich zu beiden Seiten weitläufig die so genannten Kavaliertrakte ausbreiten. Das Inneren des Schlosses mit seinen 1441 Räumen birgt eine Fülle von Kunstschätzen.

Nach dem Tod ihres Gatten, Kaiser Franz I. Stephan, ließ Maria Theresia spezielle Zimmer mit kostenaufwendige Holzvertäfelungen, chinesische Papiertapeten und Lacktafeln ausstatten und beauftragte Johann Wenzel Bergl mit Wandmalereien nach exotischen Sujets - die so genannten Berglzimmer entstanden.

Zuletzt errichtete der Hofarchitekt Johann Ferdinand Hetzendorf für die Kaiserin im Park die heute sehr beliebte Gloriette, den Neptunbrunnen, den Obelisken und die Römische Ruine.

Weltkriege und Wiederaufbau

Nach Maria Theresias Tod war das Schloss nicht bewohnt, bis es von Kaiser Franz II. / I. als Sommerresidenz genutzt wurde. Dieser ließ von dem Architekten Johann Aman zwischen 1817 und 1819 die heutige Fassade gestalten und vermutlich das Schönbrunner Gelb“ streichen.

1830 wurde in Schönbrunn Franz Joseph geboren, der das Schloss auch als Kaiser bewohnte, zum Teil neu ausstattete und möblierte. Für ihn und seine Gattin Kaiserin Elisabeth (auch bekannt als Sisi), sowie für ihre Kinder, wurden eigene Apartments eingerichtet.

Seit 1918 befindet sich das Areal in Staatsbesitz. Während des Zweiten Weltkrieges fielen mehr als 270 Bomben innerhalb von Schönbrunn, 1945 bis 1947 war Schönbrunn Hauptquartier der russischen und britischen Besatzungstruppen. Nach dem Wiederaufbau ab 1945 finden im Schloss Schönbrunn repräsentative Veranstaltungen und Empfänge statt. Anlässlich der Unterzeichnung des Staatsvertrages fand 1955 ein Festbankett in den Repräsentationsräumen des Schlosses statt.

Schlosskapelle

Die Schlosskapelle befindet sich links vom Foyer. Das Altarblatt im mittleren der drei Marmoraltäre stellt die Vermählung Mariens dar und ist ein Werk Paul Trogers. Das durch Stichkappen gegliederte Tonnengewölbe trägt das Deckenfresko und stellt eine Verherrlichung Maria Magdalenas dar, das Daniel Gran 1744 geschaffen hat.

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