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Jürgen Weber
Sehenswürdigkeiten Text: Jürgen Weber

Hofburg Reichskanzleitrakt und Stallburg

Der Reichskanzleitrakt und die Stallburg der Wiener Hofburg waren ehemals der erste Sitz der Regierung und des ersten österreichischen Parlaments. Skulpturen zeigen Taten des Herkules, wie sie wohl auch die Abgeordneten gemeinsam mit der Reichsregierung zu bewältigen hatten. Vater und Sohn Fischer von Erlach und Johann Lukas von Hildebrandt waren die Baumeister dieser Teile der Wiener Hofburg, die auch heute noch besichtigt werden können.

Hofburg: Detail, Reichskanzleitrakt
© WienTourismus/Willfried Gredler-Oxenbauer | Hofburg - Reichskanzleitrakt

Reichskanzleitrakt

Parlamentarismus hinter edlen Portalen

Neben Stallburg (1558-65) und Amalienburg (1575-77)  ist  auch der sogenannte „Reichskanzleitrakt“ ein wesentlicher Bestandteil des Hofburg-Ensembles. Er wurde von den beiden für diese Periode typischen Architekten der Regierungszeit Karls VI. (1711-40) nämlich Joseph Emanuel Fischer von Erlach, sowie Johann Lukas von Hildebrandt geplant und errichtet und befindet sich gegenüber der Stallburg, wo 1848 auch erstmals das erste österreichische Parlament tagte. Er beherbergte die Amtsräume des Reichsvizekanzlers, des tatsächlichen „Premierministers“ des Heiligen Römischen Reiches sowie den Reichshofrat. Die Fassaden sind mit drei Risaliten mit Portalen akzentuiert und durch kolossale Pilaster gestaltet. Skulpturen von Lorenzo Mattielli zeigen die Taten des Herkules, deren Darstellungen sich damals bei Bildhauern großer Beliebtheit erfreuten. Inmitten des Platzes steht das Kaiser Franz Joseph Denkmal von Pompeo Marchesi, das extra aus Mailand hertransportiert wurde. „Meine Liebe meinen Völkern“ steht zwischen den mit Reliefs geschmückten achtkantigen Sockeln.

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Die Stallburg

Maximilian II. (1527-1576) zog nach dem Tod seines Vaters 1564 in die alte Burg ein und ließ seine Residenz für seine (spanischen) Lipizzaner Pferde in ein Hofstallgebäude (Stallburg) umbauen und dafür ab 1565 sogar aufstocken. Die Reitschule wurde später, 1663 wiederum erneuert und instandgesetzt und durch ein Bibliotheksgeschoss erweitert. Johann Bernhard Fischer von Erlach wurde 1722 von Kaiser Karl VI. (1685-1740) mit der Errichtung neuer Hofstallungen außerhalb der Stadtmauer (dem heutigen Museumsquartier) sowie einer neuen Hofbibliothek beauftragt. Sein Sohn, Joseph Emanuel Fischer von Erlach, sollte diese später verwirklichen. Durch die Bomben des Zweiten Weltkriegs wurde die Stallburg schwer beschädigt, aber nach dem Krieg wieder aufgebaut. 

Besuchen Sie doch das Lipizzaner Museum oder schauen Sie den weißen Prachtpferden bei der Arbeit zu!


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