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Jürgen Weber
Sehenswürdigkeiten Text: Jürgen Weber

Hofburg Michaelertrakt mit Michaelerkuppel

Diese beiden Trakte der Wiener Hofburg zeigen die lange Tradition und Nutzung der Räumlichkeiten der Hofburg für festliche, aber auch religiöse Anlässe. Weithin sichtbar ist die Michaelerkuppel unter der sich zu küssen Liebespaaren viel Glück bringt. Aber auch gekrönte Häupter haben ihren Blick schon in diesen Räumlichkeiten gebeugt, wie etwa alte religiöse Traditionen zeigen. Unter der kunstvollen Kassettendecke des Zeremoniensaales wuschen einst Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth am Gründonnerstag je zwölf armen Greisen und Greisinnen die Füße. Eine Übung in christlicher Demut, die noch heute so manchem Herrscher gut tun würde.

Hofburg Wien: Michaelertrakt vom Michaelerplatz aus gesehen
© Wien Tourismus/Maxum | Der Eingang von der Innenstadt zur Hofburg durch das Michaelertor, gekrönt mit der Michaelerkuppel

Unter der Goldenen Kuppel

​Der Michaelertrakt wurde von Joseph Emanuel Fischer von Erlach 1726 mit der Verbindung zwischen Winterreitschule und Reichskanzleitrakt geplant. Dazwischen lag aber das Hoftheater (heute: Burgtheater) und so blieb dieser Plan lange unvollendet und wurde erst 1889 bis 1893 von Ferdinand Kirschner in leicht veränderter Form verwirklicht. Weitere Anpassungen von Nikolaus von Pacassi, der die Hofbibliothek mit der übrigen Burg und auf der anderen Seite mit der Augustinerkirche verband und so den Josefsplatz schuf, folgten. Der Michaelertrakt ist von einer 54 Meter hohen, bronzenen Kuppel („Oktogon“) gekrönt unter der sich zu küssen angeblich Glück für das jeweilige Paar bringe. Am Michaelerplatz befinden sich auch zwei Brunnen mit Skulpturen, „Die Macht zur See“ von Rudolf Weyr und „Die Macht zu Lande“ von Edmund Hellmer. Die Motive der vier Skulpturen stammen aus der Herkulessage.

Im Kuppelraum befindet sich der Eingang zu den Kaiserappartements und dem Sisi Museum.

Der Zeremoniensaaltrakt - die Nase der Hofburg

Oft als „Die Nase der Hofburg“ verspottet ist der über den Lepoldinischen Trakt hinausragende Zeremoniensaaltrakt oder Montoyertrakt mit dem Zeremoniensaal von Louis Montoyer ein weiterer Anbau aus moderner Zeit, also von Anfang des 19. Jahrhunderts. Dieser Teil des Hofburg-Ensembles ist in die Neue Burg integriert. Der Zeremoniensaal ist der prunkvollste Saal in der Hofburg und wurde von dem belgischen Architekten Louis Montoyer im Auftrag von Kaiser Franz II./I. als Thronsaal gestaltet. 24 korinthische Säulen aus Kunstmarmor stützen den Bau.

Prunk und Glanz in Demut

Die kunstvolle Kassettendecke und 26 Kristallluster, ehemals bestückt mit 1.300 Kerzen, verleihen dem Saal seither imperialen Glanz für das damalige neue Kaiserreich Österreich und seit 1918 für die Republik. Der Legende nach soll hier auch die Brautwerbung Napoleons um die Tochter von Kaiser Franz II./I., Marie Louise, stattgefunden haben und ein Hofball initiiert worden sein. Und jeden Gründonnerstag luden Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth je zwölf arme Greise und Greisinnen zur traditionellen Fußwaschung, eine Übung in christlicher Demut, in diesen Saal.

 

 

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