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Wien Text: Magdalena Hein

Umbau des Parlaments: Sanierung in vollem Gang

Parlamentarismus im öffentlichen Raum: Ab Frühling 2017 heißt es für das Parlament Kisten packen. Die Umsiedelung in die Ausweichquartiere am Heldenplatz und des Bibliothekhofes der Hofburg soll in der tagungsfreien Zeit im Sommer 2017 in mehreren Etappen erfolgen.

© pixabay.com | Das Parlament im alten Kleid!

Die in diesem Jahr anstehende Generalsanierung des Parlamentsgebäudes während der nächsten drei Jahre und die damit einhergehende Übersiedlung des parlamentarischen Betriebs auf das Hofburg-Areal und auf den Heldenplatz gilt als „Jahrhundertprojekt“. Das soll aber nicht bedeuten, dass nun eine nicht enden wollende Baustelle bevorsteht. Die Verantwortlichen fahren einen straffen Zeitplan: Der Projektzeitraum beginnt mit der Übersiedlung ab Juli 2017 und endet im Sommer 2020 mit dem Rückzug in das frisch gestaltete, zukunftsfitte Gebäude.

Ein erklärtes Ziel ist die Öffnung des Hauses – sowohl architektonisch als auch im Zeichen einer neuen Demokratie. Der Anbau des Dachgeschosses und die somit angestrebte Erschließung bisher brachliegender Raumpotenziale im Parlamentsgebäude soll zusätzliche 4.500 Quadratmeter Nutzfläche ergeben. BesucherInnen sollen künftig neue Einblicke ins parlamentarische Leben erhaschen können. So weicht beispielsweise der Dachstuhl und die Zwischendecke über dem Nationalratssitzungssaal einem Glasdach, welches als Gästepanorama mit Rundgang geplant ist und es ermöglicht, auch bei laufender Sitzung das Geschehen im Plenarsaal zu beobachten.

Demokratie mitten im Geschehen – Heldenplatz als Ort der Begegnung mit Politik

Eine verstärkte Sichtbarkeit des Parlaments im öffentlichen Raum soll insbesondere durch die Errichtung von zwei temporären Pavillons auf dem Heldenplatz (je 30x40 Meter, dreigeschoßig), sowie einem im Bibliothekhof der Hofburg geplanten Pavillon (vier Geschoße), erreicht werden. Hier entstehen Büros und Sitzungslokale. Der Nationalrat und der Bundesrat werden während der dreijährigen Sanierungsphase in der Hofburg einen ebenbürtigen Ersatz für Tagungen finden.

Laut einem Gesetzesbeschluss (Juli 2014) liegt die Kostenobergrenze bei 352, 2 Millionen Euro. Der Nachhaltigkeitsaspekt wird stets betont, so werden die Pavillons im innovativen Baukastensystem ohne zusätzliche Schmutz und Lärmbelästigung errichtet. Nach der Rückkehr ins sanierte Parlament werden die Bauteile vom Hersteller zurückgenommen und anderenorts erneut verwendet – aus den drei Pavillons könnten beispielsweise 80 Einfamilienhäuser oder neun Kindergärten entstehen.

© Parlamentsdirektion/ Zolles/ Steiger | Architekt András Pálffy

Die Umsetzung eines solchen Projektes im öffentlichen Raum rund um den Heldenplatz, der auch Veranstaltungsschauplatz ist, birgt sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Neben der naheliegenden Gefahr, dass die baulichen Eingriffe von der Bevölkerung als Störfaktor aufgefasst werden wird, bietet das Projekt jedoch auch eine wohl einmalige Chance, der Arbeit des Parlaments im öffentlichen Raum einen höheren Stellenwert zu verschaffen und wichtige Themen wie Parlamentarismus und Demokratie öffentlichkeitswirksam zu inszenieren.

Hier geht´s zur 3D-Virtual-Tour durch das Parlament: 

360° Tour durch das neue Parlament

Und zum Rundgang durch die kaiserlichen Residenzen der Hofburg:

Rundgang Hofburg

In unserer Bildergalerie finden Sie einen Ausblick - so soll das Parlament später einmal aussehen:

Video

FH Wien erstellte Kommunikationskonzept

Sechs Studierendengruppen des Masterlehrgangs für Kommunikationsmanagement der FH Wien beschäftigten sich im Wintersemester 2015 / 2016 im Rahmen eines Praxisprojektes eingehend mit der anstehenden Parlamentssanierung. Sie erstellten je ein Kommunikationskonzept für das österreichische Parlament, welches kreative, moderne und offensive Strategien sowie Maßnahmen beinhaltet, um dem Wunsch nach einer Neugestaltung und einer Bewusstseinsstärkung für die Wichtigkeit von Demokratie nach zu kommen. Der Fokus lag dabei vor allem auf der Entwicklung von Ideen für Online – Kommunikationskanäle. Die aktive Miteinbeziehung von BürgerInnen stand stets im Vordergrund der Überlegungen.

Initiativ, transparent, interaktiv und authentisch solle kommuniziert werden, um den Heldenplatz zu einem Ort der Begegnung mit Demokratie zu machen und ihn als öffentlichen Raum zu stärken, so die Studierenden. Sie präsentierten innovative Ansätze, um das Übergangsquartier am Heldenplatz kommunikativ kreativ zu bespielen und neue Formen des Austausches zwischen Parlament und BürgerInnen zu erproben. Nach drei Jahren soll durch das neu entstandene „Demokratiequartier“ am Heldenplatz mehr Verständnis für die Wichtigkeit von Parlamentarismus und Demokratie herrschen.

Die Weichen für einen frischen Wind im Parlament sind also gestellt. Ob die Demokratie in Zukunft auf ein neues Level gehoben wird und neue Formate, die die parlamentarische Arbeit nach außen tragen, gelingen, wird sich spätestens im Sommer zeigen.

Regelmäßige Updates und den Fortschritt der Generalsanierung können Sie übrigens auf der eigens dafür eingerichteten, offiziellen Website über die Sanierung des Parlaments verfolgen.

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