1. Stadt Wien
  2. Wien
Mehr Wien
Artikel teilen
Kommentieren
News Text: Elisabeth Rauter

Rücktritt hoch drei - Peter Pilz sorgt für Verwirrung

Ein Thema dominiert derzeit die Medienlandschaft Österreichs: die Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegenüber Peter Pilz. Die Reaktionen des namensgebendem Parteichefs auf die Vorwürfe der sexuellen Belästigung waren teils verwirrend und gespickt von schweren Anschuldigungen.

Viele Wähler der Liste Pilz könnten über den Nicht-Nationalratsabgeordneten Peter Pilz sehr unglücklich sein...

Grund für die Aufregung ist ein Bericht des FALTER, in dem bekannt wurde wie Pilz im Jahr 2013 eine junge Frau in Beisein von zwei Zeugen sexuell belästigt haben soll. An diesen Vorfall kann sich der Beschuldigte jedoch nicht mehr erinnern. Publik wird daraufhin auch ein zweiter Fall dieser Art – diesmal kommt der Vorwurf von einer Mitarbeiterin der Grünen.

Erst gab er am Samstag bei einer viel beachteten Pressekonferenz bekannt, sein Nationalratsmandat nicht annehmen zu wollen, jetzt ist die Rede davon, dass er einen Rücktritt von seinem Rücktritt wagt. Hinter den Anschuldigungen wittert er eine Verschwörung, in der er zum Opfer wird. Pilz scheint es sich dann aber doch wieder anders zu überlegen, - um es in den Worten Armin Wolfs aus der ZIB 20 des gestrigen Abends zu sagen: „Der Rücktritt vom Rücktritt vom Rücktritt.“ Eine endgültige Entscheidung wird in einem Ö1-Interview für Mittwoch angekündigt.

Pilz äußert sich via Facebook

Nun will Pilz um seinen guten Ruf kämpfen, wie er am Montag mit einem Posting auf seiner Facebook-Seite deutlich stellt. In diesem prangert er an, dass ihm die Einsicht in Dokumente verweigert wurde. Seiner eigenen Recherche nach seien mindestens zwei Parteien in diese "Konstruktion und Verbreitung der Vorwürfe" verwickelt und er fordert die Menschen dazu auf, sich ein eigenes Bild von der Affäre zu machen. Um dies zu ermöglichen will er sein seit 2015 eigens geführtes Tagebuch zur Causa veröffentlichen um damit verdeutlichen zu können, welche Personen hiermit zusammenhängen. Namentlich genannt werden dabei Eva Glawischnig, Dieter Brosz und Lukas W.

Reaktion von Eva Glawischnig

Glawischnig äußerte sich zu den Anschuldigungen bereits am Samstag in einer Presseaussendung und weist „den Vorwurf der politischen Intrige aufs Schärfste zurück.“ Aufgrund des Schutzes der Betroffenen und auf deren Wunsch hin wurden die Informationen vertraulich behandelt, Pilz wurde bei einer Sitzung der Klubleitung jedoch mit den Vorwürfen konfrontiert, indem ihm ein Schreiben der Gleichbehandlungsanwaltschaft vom Jänner 2016 vorgetragen wurde, welches ihm zwar nicht übermittelt wurde, jedoch hatte er die Möglichkeit mitzuschreiben.

Doch wird der ehemalige Grüne sein Mandat nun annehmen? Dazu heißt es im Pilz-Posting: „Ich wollte meinen Klub im Parlament unterstützen. Jetzt werde ich das wahrscheinlich von außen tun.“ Sein Ziel bleibt es weiterhin mit seiner Partei eine starke Opposition zu einer immer wahrscheinlicher werdenden schwarz-türkisen Regierung zu bilden und damit sein Versprechen einzuhalten.

Der Parteiclub der Liste Pilz erklärt in einer Stellungnahme zu Causa, dass man nun versuchen wolle aufzuklären wer „die politische Urheberschaft der Angriffe auf Peter Pilz“ innehat. Man sei an enger Kooperation mit Pilz interessiert, werde aber dessen Entscheidungen akzeptieren.

Gemäß einem gestern veröffentlichten Video von der standard, in dem Pilz nochmals im Rahmen eines zweistündigen Gespräches Stellung bezieht, verlautet dieser „ich will nimmer“ und „jetzt bin ich einmal fort“. Wie es nun aber tatsächlich weitergeht und ob nun zurückgetreten wird oder nicht, bleibt nach dem ganzen Hin und Her weiterhin abzuwarten.

Beteiligen Sie sich am Beitrag, wir freuen uns:

Ein guter Tipp dabei? Teile es mit deinen Freunden.

Kommentar hinzufügen
weitere Meinungen
Keine Kommentare
  1. Stadt Wien
  2. Wien