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News Text: Katharina Widholm

Hochhaus am Heumarkt: Klagt nun die Regierung?

Der geplante Hochhausbau am Heumarkt erhitzt schon länger die Gemüter. Während die Stadtregierung der Realisierung des Projekts 2017 das "Go" gab, möchte nun die Bundesregierung das Projekt verhindern, weil durch die gepante Gebäudehöhe der Status des UNESCO-Weltkulturerbes in Gefahr ist.  

Computerentwurf vom Hochhaus am Heumarkt
© nightnurse images, Zürich | Der geplante Gebäudekomplex am Heumarkt spaltet die Nation

Der geplante Bau des Hochhauses am Heumarkt erregt die Nation. Unterschiedliche Meinungen über das Projekt spalteten bereits die Wiener Grünen. Chefin Maria Vassilakou hatte ihre liebe Not, die Parteifreunde von den baulichen Maßnahmen zu überzeugen. Nun gibt es wieder Neuigkeiten - denn die Regierung möchte das Projekt verhindern - notfalls auch mit rechtlichen Schritte.

Die Baupläne am Heumarkt - darum geht's

Doch worum geht es eigentlich? Der Investor Michael Trojer möchte ein Hochhausbau am Heumarkt errichten, in dem sowohl Wohnungen als auch Büroräumlichkeiten vermietet werden. Geplant ist das Projekt bereits seit 2012, das endgültige Okay dafür gab die Gemeinderegierung allerdings erst nach fünf Jahren, also 2017. Mit einer knappen Mehrheit von 51 zu 46 Stimmen. Das Hochhaus soll auf dem Areal stehen, wo jetzt noch das Hotel Intercontinental steht, welches abgerissen werden soll. Auch der nahegelegene Eislauverein wird von den baulichen Veränderungen betroffen sein.

Unesco-Weltkulturerbe-Status gefährdet

Die Pläne sind jedoch überaus umstritten. Grund dafür ist, dass die Stadt Wien durch den Bau des Hochhauses den Status eines Weltkulturerbes verlieren könnte. Das Intercontinental ist nämlich 39 Meter hoch, der Heumarktbau wäre mit Fertigstellung allerdings 66 Meter hoch.

Das Problem: der Canaletto-Blick. Dessen Namensträger Bernado Canaletto war ein venezianischer Maler des 18. Jh. und hat, vom Schloss Belvedere aus gesehen ein Gemälde der Stadt angefertigt. Die Perspektive, die man von diesem Standort aus hat, wird gemeinhin als "Canaletto-Blick" bezeichnet und hat sich seit damals nicht wesentlich verändert.

Um den Canaletto-Blick zu erhalten, dürfte der Nebau am Heumarkt nicht mehr als 43 Meter hoch sein, da dieser jedoch 66 Meter hoch ist, würde Wien somit den Status als UNESCO-Weltkulturerbe verlieren - ein 18. Jahrhundert-Panorama ist mit einem modernen Hochhauskomplex eben schwer vereinbar.

Bundesregierung prüft rechtliche Schritte

Gegen das Hochhausprojekt gibt es mehrere Bürgerinitiativen. Doch auch der neuen türkis-blauen Regierung sind die Pläne der Stadtregierung ein Dorn im Auge. Sie möchte den Bau verhindern, indem sie prüft, welche rechtlichen Schritte es gibt, um das Projekt aufzuhalten.

Verfassungsrechtler Bernd-Christian Funk zeigt sich angesichts dieses Vorhabens wenig optimistisch. Was die Baupläne der jeweiligen Länder, in diesem Fall Wien angeht, so hat die Regierung keinen Einflussbereich. Allerdings besteht mit Österreich seit 1993 ein Übereinkommen zum Schutz des Kutur- und Naturerbes der Welt, welches die Republik dazu verpflichtet, eben jene Kultur- und Naturgüter zu wahren. In dieser Hinsicht bestünde für die Bundesregierung tatsächlich die Möglichkeit, die Stadt Wien wegen Vertragsbruch zu klagen. Allerdings vermerkt Funk, dass nicht sicher ist, ob die Regelung im Vertrag konkret und stark genug sind, damit die Klage auch Erfolg hat.

Bei einer Pressekonferenz verkündete Vizekanzler Strache, dass eine Kompromisslösung überlegenswert wäre: dieser zufolge würde der Baukomplex 55 Meter statt der geplanten 66 Meter hoch sein.

Bürgerinitiativen gegen das Projekt Heumarkt Neu

Stadtbildschutz - Heumarkt

Petition unterschreiben: Stoppt das Hochhausprojekt am Wiener Heumarkt

Aktion 21 - 3. Bezirk

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Das Hotel Intercont abzureissen,sollte verhindert werden!

, 14.02.2018 um 22:20
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