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Für 205.000 Kinder beginnt heuer der 1. Schultag

© Dieter Schütz/ pixelio.de |

Für rund 205.000 Wiener SchülerInnen beginnt am 4. September 2006 ein neues Schuljahr. In Wien steht ein qualitativ hochwertiges Bildungssystem für alle im Vordergrund der Bildungspolitik und so wurde auch heuer wieder alles daran gesetzt, die hohe Qualität an den 670 Schulen insgesamt, hiervon ca. 380 Schulen im "städtischen" Pflichtschulbereich, zu sichern und weiter auszubauen. Insbesondere in Richtung der über 16.000 Taferlklassler im neuen Schuljahr (Wien verzeichnet als einziges Bundesland einen deutlichen Zuwachs) wünschten Wiens Bildungsstadträtin Grete Laska sowie die Amtsführende Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl im Rahmen des heutigen Mediengespräches allen SchülerInnen ein "Toi, toi, toi" und ein spannendes und erfolgreiches Schuljahr. "Auch wenn viele Reformen, von denen die SchülerInnen profitieren würden, in den letzten Jahren nicht verwirklicht wurden, können wir für Wien zumindest sagen: Mit einer Vielzahl neuer Initiativen und Schwerpunkte wird auch heuer garantiert, dass unsere Schulen beispielgebend für ganz Österreich sind," so die beiden unisono.

Schwerpunkte im neuen Schuljahr

Modulsystem als Zukunftsmodell in Wien

Als ein Herzstück der Wiener Schulreform nannte Brandsteidl die Reform der AHS-Oberstufe. Sie kritisierte, dass es ein "Anachronismus ist, wenn heute 10- und 18-Jährige in einer Schule immer noch völlig gleich unterrichtet und behandelt werden." Brandsteidl weiter: "Wien ist hier mit dem Modell der modularen Oberstufe einen neuen und erfolgreichen Weg gegangen. Das Leitmotiv der 'Neuen Oberstufe' ist die Abkehr von der 'bevormundenden Schule' und die Stärkung der Eigenverantwortung der SchülerInnen. Deutlich wird dies dort, wo SchülerInnen im Modulsystem nach eigenem Interesse Schwerpunkte setzen könnten - weitere Veränderungen: Der 'alte Klassenvorstand' wird durch einen 'Coach' ersetzt, der die SchülerInnen bei der Wahl ihrer Module beratend begleitet." Der Erfolg dieser vor zwei Jahren gestarteten Reform werde - so Susanne Brandsteidl - darin sichtbar, dass sich immer mehr AHSen dazu entschließen, ihre Oberstufe ebenfalls auf dieses Modulsystem umzustellen. Konkret: Auf die erste modulare Oberstufe am Rg 19 Krottenbachstraße vor zwei Jahren, folgten vergangenes Jahr das G/WRG 6 Amerlingstraße, das Rg 9 Glasergasse und das GRG 23 Draschestraße. Heuer starten mit dem Akademischen Gymnasium Wien I, dem GRg 6 Rahlgasse, dem GRg 8 Feldgasse, dem GRg 21 Schulschiff sowie dem GRg 22 Heustadelgasse weitere 5 Schulen mit dem Modulsystem. Als bildungspolitisches Ziel definierte Brandsteidl klar: "Ich will, dass mittelfristig alle Wiener AHS-Oberstufen nach diesem neuen und zukunftweisenden Konzept geführt werden."

Intensivsprachkurse und muttersprachliche Bildung

Als einen weiteren Schwerpunkt nannte Brandsteidl den großen Themenkomplex der Integration von Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache. "Es ist ein großer Erfolg von Bürgermeister Häupl gewesen, hierfür 111 zusätzliche LehrerInnen vom Bund erkämpft zu haben. Wir brauchen diese LehrerInnen dringend und werden sie gezielt für den Spracherwerb Deutsch in den Volkschulen einsetzen. Wir haben genau hierfür ein neues Konzept erstellt, das mittels Intensiv-Sprachkursen in der Zweitsprache Deutsch sowie zusätzlicher muttersprachlicher Bildung eine möglichst schnelle sprachliche Integration für diese Kinder ermöglichen soll." Die Besonderheit dieses Konzeptes: Parallel dazu wird eine ständige schriftliche Dokumentation der Fortschritte geführt - hierdurch soll ein besonders effizienter und zielorientierter Spracherwerb erleichtert werden. Neben diesen "innerschulischen" Integrationsmaßnahmen wird es auch eine "Serviceoffensive" geben - so soll noch in diesem Schuljahr eine neue Schul-Beratungsstelle für MigrantInnen eröffnet werden.

Schwerpunkt Gewaltprävention

Neben den zahlreichen Maßnahmen, die es bereits jetzt - insbesondere an Wiens Pflichtschulen - gibt, wird nun im Bereich der AHS in Wien ein weiterer Schwerpunkt in der Gewaltprävention gesetzt.

So sollen zahlreiche Informationstreffen und in drei Modulen gestaffelte Fortbildungsveranstaltungen für LehrerInnen organisiert werden, die die bereits jetzt an über 50 Prozent der AHSen geführten Peer-Mediatoren-Projekte ergänzen. Brandsteidl: "Gewalt ist kein Problem der Schule, aber Gewalt ist ein Problem für die Schule. Schon jetzt gibt es - gerade im Pflichtschulbereich - nahezu keine Schule, an der nicht gewaltpräventive Projekte durchgeführt werden. Jene Maßnahmen, die nach dem 'Runden Tisch gegen Gewalt' beschlossen und umgesetzt wurden, haben sich voll bewährt. Mit der erneuten Offensive im Bereich der Gewaltprävention möchten wir nun insbesondere LehrerInnen noch stärker für dieses Thema sensibilisieren und ihnen neue Handlungsoptionen aufzeigen."

Nahtstelle Kindergarten und Schule muss enger werden

Dass Bildung nicht erst in der ersten Schulklasse, sondern bereits früher beginnt, war in jüngster Zeit ein vieldiskutiertes Thema. Um der ersten Bildungsstätte - dem Kindergarten - diesen Status auch zu verleihen, hat Wien in seiner Vorreiterrolle einen Bildungsplan für den Kindergarten entwickelt. "Die Nahtstelle zwischen Kindergarten und Schule muss enger werden", so Bildungsstadträtin Grete Laska. "Hier sind wir aufgefordert neue Wege zu gehen und uns, wie das viele Vorbilder in Europa zeigen, den neuen bildungspolitischen Herausforderungen zu stellen. Ob dies nun eine Vorverlegung der Schulpflicht oder eine fließende Schuleingangsphase zwischen fünf und sieben Jahren ist, hier ist ein Umdenken erforderlich." Der Bildungsplan wird im November vorgestellt und findet ab Anfang 2007 in den Wiener Kindergärten Anwendung.

Sanierungsarbeiten an Wiens Schulen

Heuer werden in rund 136 Schulen Instandhaltungsarbeiten kleineren und größeren Umfanges durchgeführt. In rund 87 Schulen werden größere Instandsetzungsarbeiten (über 50.000 EUR) vorgenommen. Die Sommerferien wurden dafür genutzt, einen Großteil der Arbeiten zu erledigen. Die Erhaltung der Schulgebäude wurde im Rahmen der Dezentralisierung ab dem Jahr 1988 den Bezirken übertragen. Die Summe der Bezirksbudgets beträgt 2006 rund 24 Mio. Euro. Die Stadt Wien unterstützt die Bezirke immer wieder mit Sonderbudgets. So werden heuer rund 7 Millionen Euro für Deckensanierungen und Gebäudechecks zugeschossen. Damit übernimmt die Stadt 40 Prozent der insgesamten anfallenden Gesamtkosten von 17,6 Millionen Euro in diesem Segment. Die letzten beiden Generalsanierungen aus dem Generalsanierungspaket werden heuer fertig gestellt. Die Maßnahmen an der Volks- und Hauptschule 2, Schönngasse 2/Feuerbachstraße 1-3, sollen noch vor Schulbeginn abgeschlossen werden. Die Arbeiten in und an dem Volks- und Hauptschulgebäude 12, Johann-Hoffmann-Platz 19-20, werden voraussichtlich Ende Dezember 2006 fertig gestellt. Für die Generalsanierungsarbeiten werden heuer rund 7 Mio. Euro aufgewendet.

Doch nicht allein im baulichen Bereich wurde im Sommer viel in Wiens Schulen gearbeitet. So hat der Wiener Stadtschulrat in Kooperation mit Partnern wie dem Wiener Jugendrotkreuz und den Wiener Kinderfreunden mit den "Sommerakademien" ein spannendes Angebot für all jene SchülerInnen gelegt, die auch im Sommer lernen möchten. Brandsteidl: "Alle fünf Sommerakademien waren ausgebucht und die Kinder begeistert. Unser Ziel ist es daher, dass wir im kommenden Schuljahr die Zahl dieser Sommerakademien deutlich erhöhen können. Ich bin überzeugt, dass es uns gelingt, hierfür genügend Sponsoren zu finden."

Pilotprojekt am Monte Laa: Multifunktionale Bildungseinrichtung

Im Stadtentwicklungsgebiet Monte Laa in Favoriten soll eine einzigartige Bildungseinrichtung für 0- bis Zehnjährige entstehen. Die Kombination aus Ganztagsvolksschule, Kindergarten, Freizeit- und Sportangeboten soll Kindern künftig eine perfekte Infrastruktur bieten. "Ich freue mich auf die Verwirklichung dieses Pilotmodells, wo sich Bildung- und Freizeitbetreuung an einem Standort optimal ergänzen," betont Vizebürgermeisterin Grete Laska. "Dieses Modell soll künftigen Neuplanungen im Bildungsbereich als Vorbild dienen."

Geplant ist am Monte Laa eine 16-klassige Volksschule mit Unterricht und Freizeit in verschränkter Form, ein 10-gruppiger Kindergarten, eine zentrale Verpflegungseinrichtung sowie eine gemeinsame Freizeitstruktur, die dem Bewegungsdrang und Bedarf der Kinder gerecht wird.

"Als erster Schritt soll der Kindergarten im September 2008 in Betrieb gehen, in der Folge wird die Volksschule ab September 2009 aufsteigend geführt werden. Somit steht den Kindern all jener WienerInnen, die nach dem Endausbau dieses Stadtteiles in den rund 2.700 neuen Wohnungen leben werden, eine adäquate, multifunktionale Bildungseinrichtung zur Verfügung", erklärt Bildungsstadträtin Grete Laska.

Das Architektenteam Nehrer und Wimmer zeichnet für die funktionale und innovative Verwirklichung dieser neuen Bildungseinrichtung am Monte Laa verantwortlich. Die Kosten für die Errichtung dieser sozialen Infrastruktur werden mit rund 35 Mio. Euro veranschlagt.

Wien bietet auch in den Ferien Betreuung

"Eine umfassende ganztägige Betreuung der SchülerInnen gehört zu den wichtigsten Qualitätskriterien der Schule," so Bildungsstadträtin Laska. "So ist es Tatsache, dass in Wien jedes Kind, das Betreuung benötigt, diese auch bekommt - sei es im Hort, in einem Lern- und Freizeitklub oder in Ganztages- und Offenen Schulen." Das flächendeckende Netz an Betreuungseinrichtungen setzt sich aus 47 Volksschulen, 33 Hauptschulen und 11 Sonderschulen mit ganztägiger Betreuung und 451 städtischen und privaten Hort-Standorten zusammen. Ergänzend dazu bietet der Verein Wiener Kinder- und Jugendbetreuung im Auftrag der Stadt Wien an 19 Standorten Lern- und Freizeitklubs für insgesamt 1.079 Schüler an. Dabei erhalten die Kinder pädagogische Betreuung beim Lernen und Hausaufgabemachen als auch im Freizeitbereich. Insgesamt besuchen 20.700 SchülerInnen einen Hort und 18.514 SchülerInnen eine Ganztagesschule bzw. Offene Schule. "Mit dieser Angebotspalette wollen wir natürlich auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie vereinfachen, berufstätige AlleinerzieherInnen unterstützen und bieten hochwertige pädagogische Betreuung an", betont Laska, der es gelungen ist, Wien im Bereich Kinderbetreuung österreichweit zu toppen. Eine weitere Besonderheit Wiens: Dieses Angebot steht allen auch in den Ferien flächendeckend zur Verfügung.

Jede/r, die/der während der Schulzeit eine ganztägige, eine offene Schule oder einen Lern- und Freizeitclub besucht, erhält in den Sommermonaten u. an Ferientagen eine alternative ganztägige Betreuung in Wiens Horten.

 

Text: Rathauskorrespondenz
Bilder: www.pixelquelle.de

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