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News Text: Katharina Widholm

FPÖ: Keine Subvention für Life-Ball

800.000 Euro erhält LIFE Plus, der Dachverein, der den Life-Ball organisiert jährlich von der Stadt Wien. Gar nicht glücklich darüber ist die FPÖ, denn diese würde die Subvention am liebsten ganz streichen. Dieser sollte als "gewinnbringende" Veranstaltung nicht durch öffentliche Gelder finanziert werden. 

Kostümierte Frau vor dem Burgtheater am Life-Ball
© Roy Maeder | Der Life-Ball findet bereits seit 1992 statt. "Stop and recognize the danger" ist die Message.

Der (fast) jährlich stattfindende Life-Ball ist eines der Wiener Society-Events mit großem internationalen Echo. Namhafte Persönlichkeiten wie Bill Clinton, Elton John oder Jean Penn haben bereits daran teilgenommen. Nicht ganz so beliebt scheint die Veranstaltung bei der eher wertekonservativen FPÖ, vor allem was die offiziellen Förderungen angeht.

FPÖ: Keine Subvention für Life-Ball

Denn der Finanzsprecher der Wiener FPÖ, DDr. Eduard Schock fordert die Streichung der Subventionen für den Life-Ball. Konkret handelt es sich um 800.000 Euro, welche die Organisatoren des Life-Ball unter Gerry Keszler jährlich von der Stadt Wien erhalten. Der FPÖ ist das ein Dorn im Auge, denn einerseits wäre die Tatsache, dass der Life-Ball alljährlich mietfrei im Wiener Rathaus stattfindet bereits eine Art von Subvention, andererseits handle es sich dabei um Steuergelder. Das sei der Wiener Bevölkerung nicht zuzumuten, so Schock. Und weiter:  "Die rot-grüne Stadtregierung sollte die gegenständlichen 800.000 Euro lieber der direkten Unterstützung von an Aids erkrankten oder HIV-positiven Menschen und der Aids-Forschung zufließen lassen."

Life-Ball als gewinnbringende Veranstaltung soll keine Subvention erhalten

Das Argument, das Schock gegen eine Subvention anführt ist, dass dieser mittlerweile eine gewinnbringende Veranstaltung sei. Was die FPÖ unter "gewinnbringend" versteht, ist jedoch fraglich, denn der Begriff kommt im Leifaden über Subventionen, welche die Stadt Wien vergibt nicht vor. Ein Kriterium, das eine Veranstaltung erfüllen muss, um eine finanzielle Unterstützung zu bekommen ist die Notwendigkeit eben dieser. Das heißt, dass die Subvention benötigt wird, damit die Veranstaltung durchgeführt werden kann. Zudem wird nicht der Life-Ball direkt unterstützt, sondern der Dachverband LIFE+, der den Ball organisiert und der auch in anderen Projekten involviert ist. Bei LIFE+ handelt es sich um einen karitativen Verein, der es sich zum Ziel gesetzt hat, Projekte zum Thema AIDS-Hilfe und AIDS-Forschung zu unterstützen.

Life-Ball: Subventionen, Gewinne und Ausgaben

Den Vorschlag der FPÖ, 800.000 Euro an die Aidshilfe zu spenden, anstatt den Lifeball zu subventionieren wirkt wenig plausibel, wenn man bedenkt, dass 2016 über 2 Millionen Euro welche der Life-Ball 2015 erwirtschaften konnte, an verschiedene Aids-Stiftungen gespendet wurden. Das sind, Adam Riese zufolge immerhin 1,2 Million Euro mehr, die dem Kampf gegen Aids zugute kommen, als wenn die 800.000 Euro Subvention gestrichen worden wären und stattdessen direkt an die Aidshilfe überwiesen werden. Denn ob der Life-Ball stattfindet, hängt in erster Linie von Fördermitteln und Sponsorengeldern ab.

Im Jahr 2015 hat der Dachverein LIFE + ingesamt 2.816.470 Euro erwirtschaftet. Die Ausgaben gestalteten sich folgendermaßen:

  • Spenden für diverse Projekte:€ 2.011.296
  • Spendenwerbung: € 19.692
  • Verwaltung: € 119.670
  • Sonstige Ausgaben: € 665.830

Wirtschaftsfaktor Life-Ball

Zudem ist der Life-Ball neben der internationalen Breitenwirkung auch ein Wirtschaftsfaktor geworden: jährlich kommen mehrere Millionen Euro Bruttowertschöpfung zusammen, die durch und rund um den Life-Ball generiert wird. Denn auch die Bereiche Tourismus, Konsum, Arbeitsplätze und die damit verbundenen Sozialabgaben lassen die Stadtkassen wiederum klingeln. Abgesehen von der weltweiten Publicity profitiert Wien als Tourismusdestination vom Image einer weltoffenen, kulturaffinien und "bunten" Stadt. 

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