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News Text: Christian Kohout

Eröffnung 21er Haus

Wien feiert die Eröffnung des 21er Hauses. Am 16. NOV. 2011 wurde das Museum 21er Haus eröffnet mit einer Ausstellungsfläche von 2275 m2.

Willkommen im neuen Jahrhundert-Museum

Eine neue Museumsgeschichte kann in Wien geschrieben werden.
Das damals legendäre und wegweisende Museum Moderner Kunst, das 1962 in Wien eröffnet wurde und als 20er Haus bekannt war, ist jetzt Vergangenheit.

Das 21er Haus hat seinen Platz eingenommen, der Standort und der Baukörper sind derselbe geblieben, unter Einbindung der heutigen Museumsstandards wurde der Weg nach einer Adaptierung in das 21. Jahrhundert geebnet.

Architekt Adolf Krischanitz, ist es gelungen, das von Karl Schwanzer erbaute Architekturjuwel, in seiner charakteristischen Erscheinungsform zu bewahren. Es nach einer dreijährigen Bauzeit zu adaptieren und für das 21. Jahrhundert fit zu machen. Krischanitz, der einstige Schüler von Schwanzer, konnte eine aufwendige Revitalisierung durchführen, die es schon aufgrund der Auflagen des Denkmalschutzes in der Art zuvor nicht gegeben hat.

Der Baukörper wurde mit dem Stempel des Aufbruchs versehen und der neue Zeitgeist eingehaucht.

Wien feiert die Eröffnung des 21er Hauses

Das 21er Haus hat die WienerInnen mit der Signalfarbe Rot willkommengeheißen. Sie sind auch in Scharen zur Eröffnung gepilgert!

Das in Rot inszenierte Eröffnungsevent mit der dazupassenden Installation des in Wien lebenden Schweizer Künstlers Marcus Geiger, ist als Hommage an das seinerzeitige 20er Haus, diesen autonomen Kunstschauplatz zu verstehen. Geiger setzt repräsentative Symbole ein, die auf einen kulturellen Staatsakt schließen lassen. Er verwendet die Staatssymbole Fahne und roten Teppich parodistisch. Beide scheinen sich zu vereinen, die Fahne wird auch zur Umhüllung der Fassade, der Teppich lässt sich nicht bis zum Ende begehen, verbindet sich mit der Fahne.

Wie rote Bänder bei einem Enthüllungsakt, schlingen sich die roten Teppiche als Eyecatcher durch das Museum.
Die Inszenierung des neuen 21er Hauses ist eindrucksvoll gelungen und lenkt den Blick ab von der Raumtiefe des schwer zu bespielenden Hauses, das sich wahrscheinlich als multimediale Eventlocation besser eignen wird, wie als Ausstellungsplattform für die Kunst des 21. Jahrhunderts.

Mit dem neuen 21er Haus werden große Ziele angepeilt.

Die Neueröffnung eines Museums ist eine große Sache für die Kunst,  die Kultur und den Tourismus. Gerade in Zeiten, in denen Mittel und Subventionen, für die Kunst nicht auf der Tagesordnung stehen, der laufende Betrieb oft nicht gedeckt ist, heißt es Besucher und neue Zielgruppen zu finden.
Was die CI, die Corporate Identity und das Corporate Design, wie die nicht sehr originelle Namensfindung betrifft, so zeichnet sich Christof Nardin für das Erscheinungsbild zuständig.
Mit dem Logo, der Signatur soll das 21er Haus ebenso Geschichte schreiben, wie sein Vorgänger. Die Überlegung bleibt offen, ob bei der nächsten Jahrhundertwende die 22 als neuer Aufhänger bemüht wird.

Schöne Aussichten im und für das 21er Haus

Die gezeigte Eröffnungsausstellung mit dem Titel, „Schöne Aussichten“, bezieht sich nicht nur in der Übersetzung auf Belvedere, das Stammhaus, sondern verweist auf die durchlässige, lichtdurchflutete, transparente Erscheinungsform des Ausstellungshauses, das sich Aussichten in und auf jede Richtung offenlassen kann.
Gezeigt werden Arbeiten von 15 Künstlern, die das neue Museum in Richtung Gegenwartskunst positionieren sollen. Die Ausstellung wurde von Bettina Steinbrügge und Cosima Rainer kuratiert, doch irgendwie fehlt der Kick einer großen Eröffnungsschau, bis auf einige herausragende Werke.

Als krönende Lichtinstallation und als Blickfang ist eine Neonskulptur von Lucio Fontana, an der Decke des Museums angebracht worden. Der Künstler schuf sie einst für eine Pavillonarchitektur, zur selben Zeit wie das 20er Haus konzipiert wurde. Ein inhaltlicher Verweis auf die Anfänge des berühmten Hauses.
Auch Franz West arbeitete mit Licht bei seiner gezeigten Rauminstallation. Tageslicht hat für das 21er Haus eine wichtige Funktion. Bei Wests Installation „Moonlight“ im Obergeschoß wird im Gegensatz das Mondlicht thematisiert.
Von Lois Weinberger stammt der „Wild Cube“, ein Bauwerk, das den herkömmlichen White Cube ad absurdum führt und zum offenen Käfig stilisiert.
Das „Museum im Museum“ ist eine von Oswald Oberhuber konzipierte Holzkonstruktion, die begehbar, wie ein kleines
Museum ist. In ihr sind herausragende Arbeiten der österreichischen Kunst zu sehen. Auch Oberhuber spielt mit dem Begriff Museum als Kunstraum.

Die Ausstellungsfläche ist ein großes Plus

Die kommende Experimentierfläche für zeitgenössische Kunst verhilft dem Museum Belvedere zu einem neuen Spielfeld mit einer Ausstellungsfläche von 2275 m2.
Bei der Bespielung dieses Ein-Raum-Museums werden KuratorInnen gefordert werden, oder schnell an ihre Grenzen stoßen. Es wird sich zeigen, ob das Museum eine Event-Hülle und ein Kino wird, oder auch auf künstlerischer Seite punkten kann.
Für Jänner 2012 ist die Ausstellung mit dem Titel „Utopie Gesamtkunstwerk“ geplant. Eine kuratorische Herausforderung die sich der Frage nach dem Gesamtkunstwerk und seiner Neuinterpretation widmen wird. Inwieweit es gelingen wird, hier neue künstlerische Wege zu bestreiten und spartenübergreifende Impulse zu setzen, erwarten wir mit Neugier.

Verena Nussbaumer

Serviceinformationen:

21er Haus
Schweizer Garten, Arsenalstraße 1
1030 Wien
Schöne Ausssichten: 15.11. bis 8.1.2012
www.21erhaus.at

info@21erhaus.at

Öffnungszeiten: Mittwoch – Sonntag: 10 – 18 Uhr
Eintritt:
€ 5.- für 21er Haus
€ 14.- Kombiticket für 21er Haus, oberes und unteres Belvedere


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