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Dorotheum feiert 300. Geburtstag

Das 300jährige Jubiläum wurde am 16. April mit einem Festakt mit Bundespräsident Fischer eröffnet. Im April und Mai finden grosse Jubiläumsauktionen statt. Spitzenwerke der Alten Meister werden am 14. April versteigert, darunter Werke, die sich mit Gemälden des Kunsthistorischen Museums in Wien oder der Alten Pinakothek vergleichen lassen, wie etwa das Bildnis der Lukrezia von Guido Cagnacci, dem Barockmaler der Bologneser Schule, der später Hofmaler in Wien wurde, oder die „Auffindung des Paris“ von David Teniers, dem bedeutenden flämischen Maler des 17. Jahrhunderts, der für Erzherzog Leopold Wilhelm arbeitete.

Dorotheum seit 1707

Das Wiener Dorotheum feierte bereits seinen 300. Geburtstag. 1707 von Kaiser Joseph I. als das „Wiener Versatz- und Fragamt“ eröffnet, ist es das älteste der führenden Auktionshäuser. Das Gründungspatent wird zu diesem Anlass neben dem vierbändigen “Verzeichniß einer großen Sammlung alter und neuer guter und brauchbarer Bücher welche in der Dorotheergasse im Dorotheerhof ... verkauft worden“ ausgestellt, das mit dem Erscheinungsjahr 1792 als der älteste Versteigerungskatalog der Welt gilt. Das ursprünglich zu diesem Zweck adaptierte ehemalige Dorotheer-Kloster verleiht der Institution seit 1918 den offiziellen Titel „Dorotheum“. Das heutige Palais wurde von Kaiser Franz Joseph bei dem Ringstrassenarchitekten Emil von Förster in Auftrag gegeben und 1901 eröffnet.

Heute bietet das Dorotheum mit seinen 27 Standorten in Österreich, davon 14 in Wien, seinen Repräsentanzen in Brüssel, München, Düsseldorf, Zagreb und Mailand und einer Vertretung in Tokyo dem internationalen Publikum einen bedeutenden Umschlagsort von Kunst- und Kulturgut aus Vergangenheit und Gegenwart. 470 Mitarbeiter und 70 Kunstexperten stehen dem Rat Suchenden zur Verfügung.

2001 wurde das Dorotheum privatisiert, in Form einer Oner Two Management- und Beteiligungs-GmbH ging es in den Besitz von Martin Böhm, Lucas Tinzl, der Familie Soravia und der Familie Dichant. Es strukturiert sich in die drei Geschäftszweige von Auktionen, Handel („Dorotheum Juwelier“ und „Dorotheum Galerie“) und „Dorotheum Pfand“. Geschäftsführer für die Auktionen ist Mag. Martin Böhm, für den Pfand und Handel Magister Lucas Tinzl.

Zum Jubiläum kommen besondere Meisterwerke unter den Hammer

Am 25. April kommen herausragende Stücke aus den Sparten Antiquitäten, Möbel und Juwelen zur Versteigerung, darunter eine um 1474 entstandene Terracottabüste, ausdrucksstarkes Portrait eines prominenten Kaufmannes, aus der Hand von Benedetto da Maiano, einem der Hauptmeister der Bildhauerei  der florentinischen Frührenaissance. Am 29. Mai werden Werke der Klassischen Moderne angeboten, als Spitzenstück gilt Egon Schieles „Liegende Frau mit grünen Schuhen“ von 1917, als der Maler am Höhepunkt seines Schaffens stand.

Am 21. April wird mit einem Tag der offenen Tür dem interessierten Publikum die Möglichkeit geboten, einen Blick hinter die Kulissen des Hauses zu werfen und seine Expertentradition kennen zu lernen.
Da neben der Modernen auch zeitgenössische Kunst und Design als Schwerpunkt des Hauses gelten, wurden zum Jubiläum vier international renommierte Künstler eigens mit Arbeiten über und für das Dorotheum beauftragt. Unter dem Motto „Through the Artist’s Eye“ wurden von Erwin Wurm, Lynne Cohan, Heike Weber und Peter Kogler Präsentationsräume und Stiegenhaus des Palais mit Photos und Interventionen ausgestattet:

Erwin Wurm hält prominente Personen aus dem führenden Personal des Dorotheums photographisch als One-minute-sculptures fest und setzt sie dabei in spannungsgeladenen Bezug zu ihrem unmittelbaren Umfeld. So lässt er etwa die Zeitgenossen-Expertin Elke Königseder durch einen Kasten fliegen, oder den Alte Meister-Experten Peter Wolf mit seinem Kopf ein grosses Gemälde durchstossen.

Die Kanadierin Lynne Cohan widmet sich in vier Photos unmittelbar den Räumlichkeiten des Dorotheums, stellt diese menschenleer, in ungewöhnlicher Perspektive und spezieller Lichtführung dar und präsentiert damit die historische Architektur in einer kontrastierenden neusachlichen Ästhetik.

Heike Weber stattete den Saal mit den modernen Auktionsobjekten mit einer Bodeninstallation aus. Ausgehend von Grundriss werden die Raumgrenzen mit einem roten Permanentmarker am Fussboden repetitiv nachgezogen, füllen gleich einem visualisierten Echo den ganzen Fussboden und versetzen diesen in Schwingungen. Der Besucher erfährt bei der Betrachtung der darauf stehenden Objekte eine Irritation in der Wahrnehmung der Schwerkraft, und wird durch das Eintreten in den Saal selbst, wie ein darin navigierendes (Ausstellungs-) Objekt, ein Teil dieses sensibilisierten Raumes.

Peter Kogler setzt in das prunkvolle Treppenhaus mit einer über alle drei Stockwerke ragenden Lichtskulptur einen leuchtenden Akzent. Die von innen beleuchtete Säule aus Kunststoffgewebe ist mit verschiedenen graphischen Ornamenten bedeckt, die auch in früheren Arbeiten Koglers auftreten und sein Werk leitmotivisch prägen. Über vertikal laufende Stränge, Kabelläufen oder Muskelsträngen ähnlich, ziehen sich biomorphe, gleichsam Synapsen bildende Formen, Gehirne und Ameisenstrassen und lassen als Metaphern der Vernetzung dem Rezipienten Spielraum für individuelle Assoziationen.

Mit diesen vier zeitgenössischen Arbeiten präsentiert sich das Wiener Dorotheum zu seinem 300. Jubiläum nicht nur als Vermittler und Kommissionär historischer Kunst- und Kulturgüter, als der es immer gegolten hat, sondern thematisiert und  demonstriert auch seine Präsenz am aktuellen Kunstmarkt und Kunstgeschehen – das Portal www.stadt-wien.at  gratuliert!

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