1. Stadt Wien
  2. Wien
Mehr Wien
Artikel teilen
Kommentieren
News Text: Tamara Leitner

Satirepreis für Pseudo­wissenschaften: Das goldene Brett vorm Kopf

Bereits zum siebten Mal prämiert die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP e.V. – die Skeptiker) den herausragendsten antiwissenschaftlichen Unsinn des Jahres. Wer hat sich in diesem Jahr mit besonders wundersamen esoterisch-skurrilen Aussagen hervorgetan?

Plakat goldenes Brett vorm Kopf
© GWUP | Das goldene Brett vorm Kopf - ein Preis für den größten Unfug des Jahres

Vom Wünschelrutengeher bis zur Astrologin, von handauflegenden Wunderheilern bis zu Chemtrail-Gläubigen – wissenschaftlich unhaltbare Behauptungen und Verschwörungstheorien boomen nach wie vor. Skeptiker auf der ganzen Welt überprüfen derartige Theorien mit wissenschaftlichen Methoden. Doch auch wenn eine Theorie längst widerlegt ist, bleiben ihr viele Anhänger immer noch treu und setzen vielleicht Geld und ihre Gesundheit aufs Spiel. Die Augen für wissenschaftliche Beweise völlig zu verschließen ist aber gar nicht einfach. Für so viel Widerstandskraft gegen die Realität braucht man schon ein ganz besonderes Brett vorm Kopf: Ein goldenes!

Die GWUP verleiht diesen Preis daher seit 2011 jährlich. Im Vorjahr ging das Goldene Brett an Stefan Lanka, der die Existenz von Masernviren leugnet. Im Jahr 2014 erhielt Xavier Naidoo für seine Nähe zur Reichsbürgerbewegung und verschiedenen Verschwörungstheorien die Trophäe. Neben dem jährlichen Gewinner gibt es jeweils auch eine Auszeichnung für das Lebenswerk: 2015 ging es an Jochen Kopp und seinen Kopp-Verlag, der von UFOs über Alternativmedi zin bis hin zu Chemtrail-Verschwörungen praktisch das gesamte Spektrum an Esoterik und zum Teil rechtsextremer Verschwörungstheorien bedient.

Das goldene Brett vorm Kopf 2017

Ein Impfgegner, der selbsternannte „König von Deutschland“ und ein an Schutzengel glaubender „Hormonpapst“ sind für das „Goldene Brett vorm Kopf“ nominiert. Dieser Negativpreis für den „größten antiwissenschaftlichen Unfug des Jahres“ wird am 23. November von der Skeptiker-Vereinigung GWUP in Wien (Urania) und Hamburg gleichzeitig vergeben. Ebenfalls nominiert sind dieses Jahr unter anderem:

Mit seinen „antiwissenschaftlichen Behauptungen“ begründen die Skeptiker die Nominierung von dem immer wieder als „Hormonpapst“ titulierten Gynäkologen Johannes Huber, Professor an der Medizinischen Universität Wien. Konkret werden seine beiden Bücher „Es existiert: Die Wissenschaft entdeckt das Unsichtbare“ (2016) und „Der holistische Mensch: Wir sind mehr als die Summe unserer Organe“ (2017) genannt, in denen er „eine Vielzahl esoterischer Ideen präsentiert – von Schutzengel über magische Aura bis hin zu übersinnlicher Informationsübertragung und die Bedeutung früherer Leben für unser zukünftiges Schicksal“.

Weiters nominiert ist der britische Arzt Andrew Wakefield, der auch im deutschen Sprachraum zu einer Galionsfigur der Impfkritiker geworden ist. Im Vorjahr wurde Wakefield, gegen den ein Berufsverbot ausgesprochen wurde, durch den Impfgegnerfilm „Vaxxed“ bekannt. Schließlich hat der Esoterikautor Peter Fitzek gute Chancen auf das „Goldene Brett vorm Kopf“. Er ist einer der Proponenten der „Reichsbürgerbewegung“, die die Existenz der Bundesrepublik Deutschland leugnet und zunehmend auch Anhänger in Österreich findet. Fitzek rief das „Königreich Deutschland“ aus und ließ sich selbst zum „König von Deutschland“ bzw. zum „Imperator Fiduziar“ krönen.

Auch Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen) ist dieses Jahr für den Negativpreis nominiert. Sie macht sich für das Ende des Herbizids Glyphosats stark, obwohl alle Bewertungsbehörde weltweit zu dem Schluss kamen, dass Glyphosat nicht als krebserregend einzustufen ist. Sie diskreditiert das BfR, welches sie selbst gründete und damals noch mit Lob überschüttete. Durch starke Medienpräsenz und mit Unterstützung großer internationaler Umweltverbände ist es Frau Künast mit völlig einseitiger und antiwissenschaftlicher Polemik gelungen, in der Bevölkerung Verunsicherung zu verbreiten.

Der Gewinner des goldenen Brett 2017

Das goldene Brett vorm Kopf Gewinner
© GWUP | Das goldene Brett vorm Kopf ging 2017 an Peter Fitzek.

Peter Fitzek, der die Existenz der Bundesrepublik Deutschland leugnet, erhält den Satirepreis für den größten antiwissenschaftlichen Unfug des Jahres. Dem selbsternannten "König von Deutschland" und Proponenten der "Reichsbürgerbewegung", Peter Fitzek, wurde Donnerstagabend bei Veranstaltungen in Wien und Hamburg das "Goldene Brett vorm Kopf 2017" verliehen. Der Satirepreis für den "größten antiwissenschaftlichen Unfug des Jahres" wird von der Vereinigung GWUP (Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften) vergeben.

Fitzek wurde als Führungsperson der sogenannten Reichsbürgerbewegung bekannt, die die Existenz der Bundesrepublik Deutschland leugnet. Er rief das "Königreich Deutschland" aus und ließ sich selbst zum "König von Deutschland" krönen. Fitzek handelte aber auch mit Esoterikprodukten und bot in seinem "Lichtzentrum Wittenberg" Seminare über zahlreiche esoterischer Themen an.

Beteiligen Sie sich am Beitrag, wir freuen uns:

Ein guter Tipp dabei? Teile es mit deinen Freunden.

Kommentar hinzufügen
weitere Meinungen
Keine Kommentare
  1. Stadt Wien
  2. Wien