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Susanne Klement
News Text: Susanne Klement

Das Finale der Renovierung im Stadthallenbad

Der Umbau des wiener Stadthallenbades geht ins Finale. Im Jahre 2012 war die Neueröffnung ursprünglich geplant. Seit 30. Juni 2014 sind die Pforten des generalsanierten Wiener Stadthallenbades wieder geöffnet!

© Wien Holding | Stadthallenbad vor der Renovierung

Endlich wieder geöffnet!

Die Generalsanierung des erstmals 1974 eröffneten Wiener Stadthallenbades läuft seit Mai 2010. Rainers Architekturjuwel im Look der Siebziger-Jahre sollte ursprünglich ab Februar 2012 in neuem Glanz erstrahlen. Tatsächlich wurde es am 30. Juni 2014 wieder eröffnet.

„Es war alles andere als eine leichte Aufgabe, das mehr als 35 Jahre alte Bad wieder zum hochleistungsfähigen Schwimmzentrum mit modernster Technik zu verwandeln. Der Fortbestand des Wiener Stadthallenbades als Leistungszentrum mit optimalen Rahmenbedingungen für den heimischen Schwimmsport und als attraktives Sportbad für die vielen Breitensportler, aber auch die Wiener Schulen ist damit gesichert. Ich freue mich darauf, dass das Wiener Stadthallenbad bald wieder allen Wienerinnen und Wienern zur Verfügung steht“, so Sportstadtrat Christian Oxonitsch zur Wiedereröffnung.

Komplette Erneuerung

Das Wiener Stadthallenbad wurde rundum modernisiert, die haustechnischen und sporttechnischen Anlagen wurden vollständig erneuert. Garderoben- und Wellnessbereiche sowie Gastronomie wurden neu organisiert und die Wassertechnik wurde auf den letzten Stand der Bäderhygiene gebracht. Die Modernisierung wird die gesamte Struktur im Stadthallenbad Wien betreffen, angefangen von den Garderoben und dem Restaurant bis zum Wellness-Bereich und einem neu zu errichtenden Eingang. Der Haupteingang wird in die Hütteldorferstraße verlegt, wodurch die Situation in Hinsicht auf Verkehrssicherheit enorm verbessert wird. Restaurant und Wellnessbereich werden vom großzügigen, neu gestalteten Foyer aus unabhängig vom Badebetrieb zugänglich sein und werden einen abwechslungsreichen Treffpunkt für geselliges Zusammensein darstellen. Das Bad zeichnet sich nun auch durch seine komplette Barrierefreiheit aus . Man rechnet mit rund 400.000 Besucherinnen und Besucher pro Jahr.

Die Investitionen für die Generalsanierung belaufen sich insgesamt auf rund 17 Millionen Euro. Auch der Energieeinsatz für Strom und Wärme sowie der Wasserverbrauch konnten bedeutend reduziert werden. Laut dem Direktor der Wiener Stadthalle Dipl.-Ing. Helmut Jerabek  können der jährliche Wasserverbrauch um 25 Prozent, der Verbrauch an Fernwärme um 60 Prozent und der Stromverbrauch um 20 Prozent reduziert werden.

Wien Holding über die Erneuerung

Wien Holding-Geschäftsführer Komm.-Rat Peter Hanke zum Umbau des Stadthallenbades: „Die große Herausforderung bei diesem Projekt bestand darin, das unter Denkmalschutz stehende Baujuwel des Architekten Roland Rainer auf den modernsten Stand der Technik zu bringen und gleichzeitig das Erbe Rainers nicht nur zu erhalten, sondern teilweise sogar in den Originalzustand rückzubauen. Schon der erste Eindruck zeigt, dass uns das sehr gut gelungen ist.

Das neue Wiener Stadthallenbad ist nicht nur sport- und bädertechnisch ein Gustostück in der Wiener Bäderlandschaft, sondern es hat mit seinem ganz besonderen Stil der 1970er Jahre das Potenzial, zum Kultbad zu werden“

Renovierung in Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt

Die Generalsanierung ging in enger Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt vonstatten und wurde wissenschaftlich begleitet. Das Bundesdenkmalamt erteilte insgesamt 24 Auflagen, um die Erhaltung von Rainers Erbe zu gewährleisten. So wurden beispielsweise einzelne Bauteile im Bereich der Fassaden, Treppen, Stahlstützen, Tribünen, Wandflächen, Säulen und Beckenaußenwände rekonstruiert, da im Laufe der Jahrzehnte bauliche Eingriffe getätigt wurden, die dem ursprünglichen Gestaltungskonzept nicht entsprachen. Auch Rainers Material- und Farbkonzept wurde konsequent beibehalten und besonderes Augenmerk legte man auf die Erhaltung der Kleinmosaik-Fliesen an den Wänden.

Über das Wiener Stadthallenbad

Das Wiener Stadthallenbad zählt zu den wichtigsten Zentren des österreichischen Schwimmsports, wo österreichische Top-SchwimmerInnen genauso wie der Schwimmnachwuchs trainieren. Diverse Meisterschaften oder das Ströck-Meeting finden hier statt. Durch die Generalsanierung konnten die Rahmenbedingungen für Wettkampf und Training auf ein international übliches hohes Niveau gehoben werden, beispielsweise durch den Einbau moderner Absprungsockel an den Beckenrändern oder Adaptionen am Sprungturm, angepasst an internationale Wettkampfnormen.

Technische Daten

Nettogeschoßflächen: 6.702 m²
Fitness- und Sauna: 1.560 m²
Wasserfläche gesamt: 1.874 m²
Wasservolumen gesamt: 4.950 m³

Sportbecken: 50 x 25 Meter, 1.750 m², 0,5 bis 5,4 Meter Wassertiefe
Trainingsbecken: 50 x 10 Meter, 500 m², 2 Meter Wassertiefe
Lehrschwimmbecken: 16 x 6 Meter, 96 m², 0,8 bis 1,2 Meter Wassertiefe

Hubboden im Sportbecken: 10 x 25 Meter, Wassertiefe von 0,5 bis 2 Meter
Sprungbretter: 2 x 1-Meter und 2 x 3-Meter Sprungbretter
Sprungtürme: von 5, 7,5 und 10 Metern
Wassertemperatur: 28° C, bei Sportveranstaltungen 26° C
Lufttemperatur: 28 bis 30° C
Tribünen: 577 Sitzplätze (zusätzlich 172 Sitzplätze im Hallenbereich),
22 Reporternischen, 20 flexible Journalplätze
Besucherkapazität: 400.000 Besucher pro Jahr (2009)

Bezüglich internationaler Wettkämpfe, sowohl im Schwimmen als auch im Turmspringen, hat die FINA (Federation Internationale De Natation) ein Handbuch und Regelwerk aufgelegt. In diesem Handbuch sind die Beckenmaße bzw. die verschiedenen Höhe – und Seitenmaße für die Sprungtürme eindeutig festgelegt.

Schwimmen: 50 m-Becken muss exakt 50 m zwischen den Touchpaneels (Anschlagpaneele für die Schwimmer) haben, wobei eine Toleranz von + 3 cm und – 0 für jede eigene Schwimmbahn vorgeschrieben ist. Dasselbe gilt natürlich auch für 25 m-Becken bzw. in unserem Fall kann im Sportbecken 25 m quer geschwommen werden.

Bezüglich Sprungturm sind die genauen Höhen zwischen Plattform Oberkante und Wasserspiegel sowie auch die seitlichen Höhen der verschiedenen Plattformen und die Vorderkanten der Plattformen zum Beckenrand vorgegeben sowie die erforderlichen Eintauchtiefen für alle unterschiedlichen Plattformhöhen.

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