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News Text: Katharina Widholm

Alkoholverbot am Praterstern: Kritik von Grünen

Den besten Ruf hatte der Praterstern bisher nicht - das soll sich nun ändern. Mithilfe eines Alkoholverbotes will die SPÖ den guten Ruf des Öffi-Knotenpunktes wiederherstellen und so für Recht und Ordnung sorgen. Während Experten das Verbot begrüßen, kommt vor allem aus dem grünen Lager Kritik.

Praterstern Luftaufnahme
© Daniel W. | Trockenzone: Am Praterstern herrscht künftig Alkoholverbot

Zuviele Betrunkene am Praterstern

Ursache für das Alkoholverbot ist, dass der Ort berüchtigt dafür ist, dass sich dort besonders viele Betrunkene aufhalten. Aus diesem Grund hat die SPÖ nun beschlossen, ein Alkoholverbot am Praterstern zu erlassen. Stadträtin Ulli Sima sagt dazu: „Ich glaube, jetzt ist der Punkt erreicht, wo wir zu Kenntnis nehmen müssen, dass es über den sozialarbeiterischen Zugang weitere zusätzliche Maßnahmen braucht, um den Praterstern in einen guten Zustand zu bringen“.

Vom Verbot betroffen sind das Bahnhofsgebäude, der gesamte Platz, sowie die Parkanlage in der Venediger Au im Norden des Pratersterns. Um das Treiben vor Ort besser im Blick zu haben, ist zudem geplant, die Polizeistation in der Lassallestraße zurück an den Praterstern zu verlegen. Wird man zukünftig dabei erwischt, wenn man sich sorglos ein Bierflasche oder ähnliches hinter die Binde kippt, droht beim ersten Mal eine Geldstrafe von 70 Euro, bei jedem weiteren Mal sind 700 Euro zu bezahlen.

Kritik von Grünen und Künstlern

Nicht zielführend finden die Grünen den Erlass des neuen Gesetzes. Diese werfen dem Koalitionspartner vor, dass man "vom bewährten Weg des Miteinanders" abdriftet und sich in eine falsche Richtung entwickelt. Ein Alkoholverbot wird die Probleme am Praterstern nicht lösen.

„Es kann nicht das Ziel nachhaltiger Politik sein, Alkoholkranke in die an den Praterstern angrenzenden Wohn- und Grüngebiete bzw. an andere Orte in Wien, an denen leicht zugänglich Alkohol verkauft wird (z.B. Schwedenplatz, Bahnhof Floridsdorf, Handelskai), zu vertreiben“, so die Bezirksvorsteherin vom 2. Bezirk Uschi Lichtenegger. Erfahrungen aus München zeigen, dass ein derartiges Verbot letztendlich nur zu einer Verschiebung der Szene an einen anderen Ort führt. In München wurde der alte botanische Garten zum neuen Hot Spot, zum erneuten Unmut der Bevölkerung.

Die Grünen schlagen hingegen vor, die sozialen und gesundheitsbezogenen Angebote für die Zielgruppe zu erweitern. Eine Kombination aus polizeilichen und sozialen Maßnahmen haben bereits vergangene Problemräume in Wien gelöst.

Kritik kommt auch von seiten der Künstlerplattform philomena+. Diese möchte mit dem Projekt "Prater Stern Stunden" gegen das negative Image des Ortes ankämpfen. Mit einem Eiswagen vor der Polizeistation, wo künftig musiziert werden soll und mehrere künstlerische Interventionen geplant sind. Christine Bruckbauer, Kuratorin des Projekts plädiert statt eines Verbotes dafür, sich künftig zu überlegen, wie man die Betroffenen am besten unterstützen könne.

Alkoholverkauf weiterhin erlaubt

Michael Musalek, seines Zeichens ärztlicher Leiter des Anton-Proksch-Instituts, hält das Verbot hingegen für sinnvoll. Dies begründet er damit, dass der Alkoholkonsum auch direkt von der Verfügbarkeit des Alkohols abhängt, je schwerer alkoholischer Getränke verfügbar seien, desto mehr würde auch der Konsum zurückgehen.

Am Praterstern besteht jedoch nach wie vor die Möglichkeit, Alkohol zu kaufen, ob in der Billa-Filiale im Bahnhofsbebäude, oder bei den Gastronomiebetrieben (diese sind von der Regelung ausgenommen). Alkohol wird es also weiterhin zu kaufen geben, nur der Konsum in der öffentlichen Verbotszone ist untersagt.

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