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News Text: Katharina Widholm

Akademikerball 2018: Aufregung um Gästeliste - Demos angekündigt

Am 26. Jänner geht der umstrittenste Ball des Landes - der Akademikerballs in der Wiener Hofburg über die Bühne. In der Zwischenzeit sind einige Stammballgäste zu Regierungsmitgliedern geworden. Ein Konflikt, der die Gemüter erneut erhitzt!

Demo Akademikerball
© Haeferl/wikimedia | Die "Offensive gegen Rechts" plant wie schon 2015 wieder eine Gegendemo zum Akademikerball

Der Akademikerball gilt als Galaveranstaltung der Rechtsextremen und sorgt schon seit mehreren Jahren immer wieder für Aufregung. Dennoch ist die diesjährige Veranstaltung ein Novum, denn erstmals sitzen Mitglieder der FPÖ, die den Ball veranstalten und daran teilnehmen auch auf der Regierungsbank.

Hefitige Kritik: Regierungsmitglieder am Akademikerball

Die Veranstaltung ist die mit Abstand umstrittenste Tanzveranstaltung des Landes: Seit 2013 findet der Akademikerball als Nachfolgeveranstaltung des von schlagenden Burschenschaften veranstalteten WKR-Balls in der Hofburg statt. Organisatorin ist die FPÖ, deren Vorsitzende Heinz Christian Strache und Norbert Hofer Stammgäste am Akademikerball sind. Von linker Seite, wie etwa der Organisation "Jetzt Zeichen setzen" wird indes von der Regierung eine Garantie gefordert, dass Regierungsmitglieder dem Ball fern bleiben sollen.

Während Infrastrukturminister Norbert Hofer, Innenminister Herbert Kickl und Verteidigungsminister Mario Kunasek dieses Jahr auf ihre Teilnahme verzichten, werden mit Heinz-Christian Strache und Anneliese Kitzmüller zumindest zwei hochrangige Regierungsmitglieder am Ball teilnehmen. Der Besuch von Regierunsmitgliedern am Akademikerball ist deswegen sehr umstritten, da das Event von den Kritikern als Schaulauf rechtsextremer Persönlichkeiten gilt.

Anti-Akademikerball Demos angekündigt

Auch heuer haben sich wieder Demonstrationen gegen die Ball-Veranstaltung angekündigt. Die Proteste sind, aufgrund gewaltsamer Ausschreitungen in den letzten Jahren, nahezu ebenso umstritten wie der Ball selbst. Bei den damaligen Randalierern handelte es sich vornehmlich um Mitglieder des sogenannten "schwarzen Blocks", linksradikale Organisationen, die angeblich aus dem Ausland eingereist waren.  

Den Zorn der Aktivisten zogen sich auch die Einsatzkräfte der Polizei hinzu, da erstere der Exekutive vorwarfen, diese würden die Demostrationsteilnemer bereits im Vorfeld kriminalisieren. Nach den Randalen 2017 beim G20-Gipfel in Hamburg ist die Sorge der Sicherheitskräfte groß, dass sich ähnliche Gewaltakte in Wien wiederholen könnten: So sollen 3.000 Einsatzkräfte am Freitag Abend in der Wiener Innenstadt und rund um die Wiener Hofburg für Sicherheit sorgen. Organisiert werden die Gegen-Demos unter anderem von der "Offensive gegen Rechts".

Einzug Gäste Strache und Hofer Akademikerball
© FPÖ-TV | 2016 waren Heinz-Christian Strache und Norbert Hofer Ehrengäste am Akademikerball.

Umstrittene Ballgäste

Über die Gästeliste gibt sich Otto Guggenbichler, Organisator des Balles bedeckt. Gemunkelt wird allerdings, dass Alexander Dugin die Veranstaltung besuchen wird. Grund für diese Annahme ist der Umstand, dass Dugin am 25.1. für einen Vortrag nach Wien kommt und in der Vergangenheit bereits eingeladen war. Dugin gehört zu den Ikonen des Rechtsextremismus; Dugin war ehemals als Philosophieprofessor in Moskau tätig, wurde jedoch gekündigt, als er 2014 den Genozid der Unkrainer forderte, die er sie als "degenerierte Rasse" bezeichnete.

In den vergangenen Jahren nahmen beispielsweise bereits Mitglieder der Familie Le Pen teil, sowie der NPD-Funktionär Jörg Hähnel, der auf Wikipedia als Neonazi bezeichnet wird.

Burschenschaft Hysteria "zu Gast" beim Akademikerball?

Auch die Organisatoren des Akademikerballs haben sicherheitstechhnisch vorgesorgt: In der Hofburg wurden hochauflösliche Kameras installiert, die mittels Gesichtsscreening dafür sorgen sollen, dass die Identität der Ballgäste festgestellt werden kann. Grund dafür ist vor allem die Ankündigung des Liebkinds der linken Literaturszene, Anarcho-Rotkäppchen Stefanie Sargnagel, dass die "Burschenschaft Hysteria", ein von ihr initiiertes Satireprojekt die Mitternachtseinlage des Akademikerballs organisieren würde. Um zu verhindern, dass Sargnagels Entourage die Veranstaltung stürmen könnte, wurde auch auf diese neuen technischen Screening-Hilfsmittel gesetzt.

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