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10 Jahre Leopold Museum

10 Jahre Leopold MuseumDer weiße Kubus im Museumsquartier feiert sein 10-jähriges Jubiläum mit einem großen Festakt

Der weiße Kubus im Museumsquartier feiert sein 10-jähriges Jubiläum mit einem großen Festakt

Ein Museum feiert Geburtstag und nimmt das zum Anlass um die 10-jährige Museumsgeschichte des Hauses revue passieren zu lassen. Alle Geburtstagsfeierlichkeiten zum 10-jährigen Jubiläum wurden im Andenken, des 2010 verstorbenen Gründers und Stifters des Museums, Dr. Rudolf Leopold veranstaltet.

Das Museum kann zu recht stolz sein. Das Haus hat eine Erfolgsgeschichte vorzuweisen, die nicht selbstverständlich ist.
Die Besucherzahlen der letzten Jahre bestätigen das, mit 3,3 Mio. sehr eindrucksvoll. Das Leopold Museum gehört zum bestbesuchten Haus innerhalb des Museumsquartier, einerseits aufgrund der attraktiven Architektur des Museums, ein aus weißem Muschelkalk gefertigter Kubus und die qualitätsvolle Bespielung, andrerseits weil auch das Cafe Leopold zum beliebten Treffpunkt für Besucher wurde.

Die Pressekonferenz wurde mit einer Filmeinspielung gestartet, bei der humorvoll eine Rückblende gezeigt wurde, wobei der Betrachter im Schnelldurchlauf durch die Räumlichkeiten des Hauses geführt wurde, Ausstellungsprojekte gezeigt wurden und die Mitarbeiter, alle mit einem Auge zwinkernd, visuell gezeigt wurden. Die letzte Einstellung zeigte das Bildnis von Wally als Briefmarke, die zum 10-jährigen Jubiläum in Zusammenarbeit mit der österreichischen Post, herausgegeben wird. Die limitierte Auflage von 300.000 Stück ist ein Must Have für Philatelisten.

Der Kaufmännische Direktor Mag. Peter Weinhäupl eröffnete das Pressegespräch sichtlich voller Stolz. Von Anfang an begleitete er die Entwicklung des Hauses. Die große Leistung war, dass sich das Leopoldmuseum als Marke etablieren konnte. Seit 2001, als sich die Tore erstmals öffneten, haben umgerechnet jährlich ca. 350.000 Besucher das Haus gesehen,
das einen wahrlichen Kunstschatz beherbergt. Der Stifter und Gründer des Hauses, Prof. Dr. Rudolf Leopold brachte 1994  seine Privatsammlung, die 5.677 Exponate umfasste, in die Leopold Museum Privatstiftung ein.

Neben Kunstwerken aus der Zeit Wien um 1900, ist im Leopold Museum dank der großen Sammlerleidenschaft von Rudolf Leopold, die weltweit größte Schiele Sammlung zu bewundern. In Gedenken an Rudolf Leopold wurde im April 2011 das Egon Schiele Dokumentationszentrum eröffnet.
Die Forschung und Archivierung rund um Schieles Werk, wird nun auch durch eine Datenbank für Schiele-Sammler und eine aktualisierte Neuauflage des Gemäldeverzeichnisses ergänzt.
Da verwundert es nicht, dass das Museum international zum begehrten Leihgeber seiner Kunstwerken wurde.

In den letzten 10 Jahren wurden 65 hochkarätige Sonderausstellungen gezeigt, in Ergänzung zur permanenten Sammlung. Darunter fanden sich auch internationale Highlights wie die Meisterwerke der Impressionisten, in Zusammenarbeit mit dem Musée d’Orsay.
Was einst mit klassischer Hängung begonnen hat entwickelte sich hin zu offenen Ausstellungsprojekten, die mit zeitgenössischen Künstlern in Dialog treten, wie die aktuelle Schau „ Melancholie und Provokation“ beweisen.


Eine weitere Besonderheit ist das Tageslicht im Haus, ungewöhnlich im Museumsalltag. Rudolf Leopold hat sich dafür immer eingesetzt, denn seiner Ansicht sind die großartigen Werke, die das Haus heute beherbergt, auch bei Tageslicht entstanden.

Weinhäupl hofft abschließend auf eine Erhöhung des Budgets, das derzeit bei 5,2 Mio liegt, obwohl das Haus einen hohen Eigendeckungsgrad von 51 % vorweisen kann, durch ein kooperatives Miteinander mit Vertretern aus der Politik.

Als Botschafterin von Rudolf Leopold referierte Dr. Elisabeth Leopold über die Entstehung der Sammlung und skizzierte die Sammelleidenschaft von Rudolf Leopold, der das Geld für sein erstes Auto, damals S 30.000, die er von seiner Mutter bekam, sogleich für den Ankauf des Bildes „die Eremiten“, von Egon Schiele verwendete. Frau Leopold erzählte, dass ihr verstorbener Mann sehr früh, bereits in den 50-er die Größe und das Genie von Egon Schiele erkannte.

Diethard Leopold, der Sohn sieht das Frühwerk von Schiele nicht metaphysisch, wie seine Mutter, sonder empfindet es rein phychisch, so hätte seine Familie immer an das Projekt Schiele und die Verwirklichung eines Museums geglaubt. Als Kurator der neue Ausstellung „Melancholie und Provokation“, der Titel stammt übrigens aus der Feder von Elisabeth Leopold, macht er die neue Aufbruchsstimmung und Dialogbereitschaft mit zeitgenössischen Künstlern im Haus deutlich.

Durchaus ist sich die Institution des Leopold-Museums der Problematik um die Restitutionsrückgabe bewusst, so Dr. Helmut Moser, der Vorstandsvorsitzende der Privatstiftung.
Die Leopold Museum Privatstiftung hat zu erkennen gegeben, dass sie Verantwortung in Restitutionsangelegenheiten übernimmt. 1999 hat man mit der Provenienzforschung begonnen. Das Museum orientiert sich an der Washingtoner Deklaration, die Qualitätskontrolle erfolgt von seiten des Bundes.

Kunst benötigt Sponsoren und Kooperationspartner, hält Mag. Weihäupl noch fest und dankt der Vienna Insurance Group, durch deren Unterstützung viele engagierte Projekte, wie das LEO Kinderatelier, umgesetzt werden konnten. Durch die Gewinnung des Hauptsponsors Samsung, kann das Haus demnächst elektronisch aufgerüstet werden. Samsung möchte mit seiner Unterstützung und Kooperation am Kunstsektor Menschen Freude machen, so Bangseob Choi der Präsident von Samsung Elektronics, bei der Pressekonferenz.
Die neue Website des Leopold-Museums, ist nach dem neuesten Stand der Technologie ist zum 10-jährigen Jubiläum online gegangen.

Zusätzlich zu den Feierlichkeiten konnte die renommierte Lichtkünstlerin Waltraut Cooper an der Außenfassade des Museums eine Lichtinstallation, die blaue Lichtblitze wirft, konzipieren.


Beharrlichkeit und Qualität, Rückblick und Vorausschau

Den Abschluss bildete ein gut inszenierter Festakt, durch den der ZIB-Moderator Roman Rafreider führte.
Der Moderator konnte Frau Dr. Leopold die eine oder andere Anekdote zum Thema Schiele entlocken, so erzählte sie, dass der Klimt dem Wiener Publikum halt immer lieber war, wurde sie über die Sammelleidenschaft von Rudolf Leopold befragt. Der als Festredner geladene Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny, hat Rudolf Leopold mit persönlichen Worten gewürdigt. Wie der Buchtitel über 10 Jahre Museum Leopold lauten müsste, von Rafreider befragt, wurde von Mailath-Pokorny sofort „Beharrlichkeit und Qualität“ als Titelvorschlag genannt. Er durfte den Sammler Rudolf Leopold persönlich kennen lernen, der, hatte er einmal für ein Werk Feuer gefangen, sich gegen jeden Gegenwind behaupten konnte.
Mailath-Pokorny setzte sich auch für die Einbindung der Sammlung Leopold 2, der Privatsammlung der Familie Leopold ein, regte an, auch diese an den Standort Wien zu binden, um wie schon beim Leopold Museum, die kulturelle Attraktivität nachhaltig zu erhöhen. Denn fragte der Kulturstadtrat, was bleibt von uns, wenn wir einmal nicht mehr sind, die Kunstschätze für die Nachwelt gilt es zu bewahren.
Für die musikalische Umrahmung sorgte die Enkelin Valerie Leopold mit der Darbietung eines Violinkonzerts, mit der begleitet von Kamilla Isanbaeava am Klavier.

Das Leopold Museum wird unter der künstlerischen Leitung des Kunsthistorikers und designierten Nachfolgers von Prof. Dr. Rudolf Leopold, Tobias Natter die nächsten fünf Jahre in der internationalen Museumslandschaft weiterhin einen erfolgreichen Kurs als Sammlermuseum ansteuern, kündigte er doch eine Öffnung der Sammlung und Konfrontation mit zeitgenössischen Künstlern an.

So wird das Leoplod Museum auch die nächsten 10 Jahre ein Ort des Dialogs und Diskurses bleiben.

www.leopoldmuseum.org

Verena Nussbaumer

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