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Jürgen Weber
Stadthalle Text: Jürgen Weber

Nick Cave & The Bad Seeds – Konzert Wien Stadthalle

Mittwoch, 1.11.2017, Allerheiligen: Die australische Musikerlegende Nick Cave spielt mit seinen Bad Seeds in der Wiener Stadthalle. Wie ein Phoenix aus der Asche kommt er 2017 wieder auf die Konzertbühnen der Welt, nachdem er im Sommer 2015 einen so tragischen Verlust erlitten hatte. Tickets, Infos, Biographie

Nick Cave & The Bad Seeds spielen ausgerechnet zu Allerheiligen in Wien
© obs/MCT Agentur GmbH/Pressefoto | Nick Cave - der Phoenix aus der Asche kommt mit den Bad Seeds nach Wien

Nick Cave & The Bad Seeds

Wo: Wiener Stadthalle,

Wann: 1.11. 2017, Allerheiligen

Beginn: 19:30 h  

Rampensau Nick Cave: Allerheiligen Konzert 

Nach dem tragischen Tod eines seiner Zwillingssöhne im Sommer 2015 und dem Film „One more time with feeling“ im Herbst 2016 hätte ihm niemand ein so schnelles Comeback zugetraut. Aber Nick Cave war immer schon als Rampensau bekannt und haut auch auf dieser Tournee wieder voll rein. Wer Augenzeugenberichte der zur Zeit in Australien, seinem Heimatland,  tourenden Truppe liest, kann sich davon überzeugen, dass Nick Cave auch nach einem tragischen Schicksalsschlag nur einen Weg kennt, sich aus der Depression zu lösen: durch Kreativität. Davon kündigt schon sein Album „Skeleton Tree“, das teilweise unter dem Eindruck des Unglücks entstand. Einige der Songs des Albums entstanden aber auch schon davor und Nick Cave weigert sich zu sagen, welche es waren. Sein Sohn Arthur war im Sommer 2015 unter LSD-Einfluss von den Klippen gesprungen, eine Tragik die ein Vater oder ein Elternpaar normalerweise nur schwer übertauchen kann. Aber Nick Cave ist es gemeinsam mit seiner Frau, der Modedesignerin Susie Bick, gelungen! Wer ihn live schon einmal gesehen hat, weiß, dass es für ihn keine Rampe zwischen Publikum und Künstlern gibt, weil er sie überschreitet.

Noch einmal mit viel Gefühl: Stadthalle Wien

Der Grenzgänger und Ausnahmekünstler ist nicht nur durch seine außergewöhnlichen und atemberaubende Live-Auftritte berühmt. Das neueste Album der Bad Seeds, „Skeleton Tree“, steht atmosphärisch natürlich sehr stark unter dem Eindruck des Verlustes, den man auch im Film „One more time with feeling“ nachempfinden kann. Der Film wurde aber vor allem deswegen gedreht, um lästige Journalistenfragen bezüglich des Todes seines Sohnes abzuwehren, aber er promotete natürlich auch das neue Album, das jetzt auf einer neuen Tournee – die wirklich so schnell niemand erwartet hatte – vorgestellt wird. Nick Cave ist live in Form und wird auch viele seiner alten Klassiker spielen, wie man von der 2016 in Australien gestarteten Tournee schon weiß. Seine literarischen und musikalischen Einflüsse reichen auch beim neuen Album (2016) von der Bibel bis zu Vladimir Nabokov, Fjodor Michailowitsch Dostojewski, William Faulkner, Dylan Thomas und Bob Dylan, Johnny Cash, Leonhard Cohen sowie John Lee Hooker. Für die Promotion des Films – stadt-wien.at berichtete - hatte sich das Management der Band einen ganz besonderen Trick ausgedacht haben: er sollte weltweit nur einmalig an einem einzigen Tag gespielt werden. Aber natürlich wird der Film ebenso auf die Kinoleinwände zurückkehren wie Nick Cave & The Bad Seeds diesen Herbst auf die Konzertbühnen Europas. 

Konzert Tournee Tickets

Nick Cave hat nicht nur den Soundtrack zu unzähligen Filmen (zuletzt: „Hell and High Water“ mit Jeff Bridges) geschrieben, sondern auch schon drei Bücher geschrieben und sogar selbst schon in Filmen mitgespielt. Darunter besonders eindrucksvoll in Wim Wenders „Himmel über Berlin“ bei einem Livekonzert in der Volksbühne. Besonders die Zusammenarbeit mit Warren Ellis („Dirty Three“) erwies sich ab dem Millenium als sehr fruchtbar. Schon beim Soundtrack zum Film „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“ (2007, mit Brad Pitt in der Hauptrolle)  zeigten die beiden ihr kongeniales Können bezüglich atmosphärischen Klängen und hypnotischen Melodien. Aber auch schon zuvor, im März 2006, als Nick Cave gemeinsam mit Waren Ellis, Jim Sclavunos und Martin Casey eine neue Bandformation hervorbrachte, die unter dem Bandnamen Grinderman in Folge zwei Alben veröffentlichte. Warren Ellis spielt sowohl Percussion als auch Geige und wenn sich die beiden auf der Bühne in Trance spielen, ist das auch für jeden Zuhörer/in ein in jeder Hinsicht hypnotisches Erlebnis und vermutet finstere Kräfte am Werk, wenn der Teufelsgeiger Ellis und der Prophet Cave ihre geballte Kraft auf das Publikum loslassen. Ein außergewöhnliches und atemberaubendes Konzerterlebnis ist garantiert, auch wenn man kein ausdrücklicher Nick Cave Fan ist: live ein absolutes Erlebnis.

Tickets Nick Cave, 1.11. 2017, Stadthalle Wien

Tickets für Nick Cave können Sie auf viennaticketoffice.com kaufen oder direkt bei der Wiener Stadthalle buchen.

Kassaöffnungszeiten:
Mo bis Sa 10 – 20 Uhr
Tel: +43 1 98 100-200

Ticketpreise im Überblick:
Stehplatz 59,80 EUR
Front of Stage 79,90 EUR
Sitzplätze (Kategorie A) 69,90 EUR

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Kurzbiographie Nick Cave

Nick Cave wurde drei Geschwister und wurde als Sohn des Literaturprofessors Colin und der Bibliothekarin Dawn Cave geboren. Sein Vater starb tragischerweise schon 1978 bei einem Autounfall, Nick Cave war damals aber schon 21 Jahre alt. Seine Eltern gehörten der anglikanischen Kirche an, was man manchen seiner Lieder auch anmerkt. Mit Mick Harvey gründete er schon auf der Highschool The Boys Next Door, nach ihrem Umzug nach London nannten sie sich The Birthday Party, die bis zu Cave’s Umzug in die besetzte Mauerstadt Berlin Bestand hatte. Mit Harvey, Blixa Bargeld von den Avantgardeband Einstürzende Neubauten und Barry Adamson wurden dann 1983 die Bad Seeds aus der Taufe gehoben. Internationalen Durchbruch erreichte Nick Cave allerdings erst durch ein Duett mit der ebenfalls aus Australien stammenden Kyle Minogue und dem Hit „Where the Wild Roses Grow“ (1996). Plötzlich – über Nacht – wurde aus dem Underground-Star und King of Darkness ein medial anerkanntes Phänomen, das auf sein „Murder Ballads“ Album (bisher immer noch das kommerziell erfolgreichste Album der Bad Seeds) festgelegt wurde. Nick Cave wird seither auch neben Bob Dylan, Leonhard Cohen und Johnny Cash als anerkannter Songwriter genannt, der wesentliche eigene Beiträge zum American Songbook geleistet hat – und das als Australier aus Warracknabeal. 


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