Hermann Maier Rücktritt
Die Verkündung des Rücktritts Hermann Maiers, vom aktiven Skirennsport (am Dienstag, 13.Oktober 2009), ist für viele überraschend gekommen; auch für Peter Schröcksnadel (Präsidenten des ÖSV), der ebenso kurzfristig vom Karriereende seines Topstars erfuhr.
Hermann Maier hatte einzigartige Karriere
Schröcksnadel saß bei der Pressekonferenz neben Hermann Maier: "Ich glaub', es war die richtige Entscheidung: Er ist gesund, er kann - wenn er Glück hat - noch 50 Jahre gesund leben." Und an Hermann Maier gewandt: "Ich glaub, das wiegt das auf, was du jetzt verlierst. Es ist kein Begräbnis, es beginnt ein neuer Abschnitt. Und wenn wir dich im Skiverband einbinden können - nach einer kleinen Pause - und du bei uns im Sport wieder tätig sein wirst, das würde mich sehr, sehr freuen."
Schröcksnadel über die einzigartige Karriere Maiers: "Wir sind stolz, dass du bei uns warst. "Der ÖSV-Präsident zeigt sich auch sehr persönlich bei der Pressekonferenz: "Hermann, es ist sicherlich für alle schwer: Aber der Schluss ist der Schluss, und der Schluss geht schnell und das Hinaufkommen langsam. Vielleicht ist es deshalb so emotional."
Auch Karl Schranz kommt zu Wort und meint zum Rücktritt Hermann Maiers: "Hermann war einer der besten Skifahrer, die es gegeben hat. Er gehört sicher zu den fünf besten Skirennläufern aller Zeiten. Er hat den Zuschauern und seinen Fans immer irgendetwas gegeben, die Fans und wir alle werden ihn sicher vermissen. Er hat einen guten Zeitpunkt gewählt, dass er aufhört. Ich durfte ihm symbolisch den Weltcup überreichen, als er erstmals Gesamtweltcup-Sieger wurde, da habe ich ihn ein bisschen besser kennengelernt. Ausgezeichnet hat ihn seine Persönlichkeit, seine Aura, seine Ausstrahlung. Was mir am besten gefallen hat war, ähnlich wie bei mir, sein Trainingseifer. Da hat er neue Maßstäbe gesetzt."
Hermann Maier – knapp 37-jährig - war von seinen Gemütsregungen selbst überrascht: "Das war fast zu viel an Emotionen, das tut mir schon wieder leid. Aber ich trenn' mich von meinem Traumberuf."
Sein legendärer Sturz in Nagano und die Folgen für Hermann Maier
Ein Traumberuf, der ihn, vor allem seit seinem Sturz bei der Olympia-Abfahrt - am 13. Februar - 1998 in Nagano (genau genommen Freitag, der 13.), zu Weltruhm verhalf. Hermann Maier katapultierte sich damit in die Herzen der Fans und in die internationale Berichterstattung.
Hermann Maier war (eigentlich gelernter Maurer) auf CNN und BBC zu sehen, und brachte es in die New York Times sowie in weitere international bekannte Zeitungen und Zeitschriften. Doch erst mit dem Foto seines japanischen 40-Meter-Fluges, mit dem er es sogar – als erster Österreicher überhaupt - auf die Titelseite der „Sports Illustrated“ geschafft hatte, war der "Herminator" geboren.
Herminator und Terminator gemeinsam bei Jay Leno
Hermann Maier saß mit Arnold Schwarzenegger in der NBC-Tonight-Show des legendären Jay Leno; war Gast bei "Wetten, dass …?" und durfte dort neben Jennifer Lopez auf der berühmten Couch Platz nehmen. Außerdem wurde er beim 100-Jahr-Jubiläum der Tour de France in Paris eingeladen, um als letzter Starter am Prolog teilzunehmen; und nicht „nur“ Papst Benedikt XVI., sondern auch Königen und Staatspräsidenten schüttelte Maier die Hände.
Durch seinen Sturz des Jahrhunderts (und den wenige Tage später folgenden zwei Goldmedaillen) war Hermann Maier mehr als nur ein Skirennläufer geworden. Er war auf einmal ungewollt zum Botschafter einer Disziplin geworden, die global gesehen nicht mehr als eine Randsportart ist.
Showman Hermann Maier war gern gesehener Gast in der High Society, jeder gierte nach dem Schmäh des naturbelassenen Salzburgers. Maier verstand und versteht es - auch heute noch - sich selbst zu vermarkten, vor allem nach seinem Unfall, bei dem er beinahe ein Bein verloren hätte. Als Hermann Maier wieder Rennen gewann, brachte ihm das eine Nominierung zum Welt-Comeback-Sportler des Jahres.
Bleibt noch zu erwähnen, dass Dank Hermann Maier der gesamte Skisport an Priorität gewann und aufblühen konnte. Und nun … hört er auf, doch ein neuer Maier ist nicht in Sicht.
Peter Schröcksnadel meinte zu der überhandnehmenden „Trauer“ aufgrund des Rücktritts von Hermann Maier: "Das ist ja kein Begräbnis, nur der Beginn eines neuen Lebensabschnitts."
Autorin: Pamela Graf
Quellen: kurier.at, tirol.orf.at
Bild: (ap) kurier.at