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Nationalratswahl 2008

Wahlergebnisse 2008

Die Nationalratswahl ist beendet und die vorläufigen Wahlergebnisse 2008 liegen vor. Die SPÖ hat es geschafft mit respektablem Abstand zur ÖVP erster zur werden, allerdings mit einem historisch-schlechten

Autor: Kajetan Strini

Wahlergebnisse 2008

Die Nationalratswahl ist beendet und die vorläufigen Wahlergebnisse 2008 liegen vor. Die SPÖ hat es geschafft mit respektablem Abstand zur ÖVP erster zur werden, allerdings mit einem historisch-schlechten Ergebnis. Die Volkspartei lieferte sogar mit 25,61% das schlechteste Ergebnis der Volkspartei überhaupt. Die Grünen konnten den Rechtsruck nicht verhindern und sind mit 1,26% Stimmverlusten auch zu den Verlierern des Abends zu zählen. Die Überraschung und das Wunder, dass sind FPÖ und BZÖ, die beide mit mehr als 6% Zuwachs "historische" Ergebnisse feiern. Vieles war an dieser Wahl anders, stadt-wien.at analysiert für sie die Wahlergebnisse 2008.

Andere Wahl

Die Wahlergebnisse 2008 sind sicher auch mit ihren unüblichen Rahmenbedingungen entstanden. Zu diesen gehören:

 

  • Die Regierung 2006: Wie viele Menschen mit der großen Koalition unzufrieden waren haben die Wahlergebnisse 2008 deutlich gezeigt. Nicht weniger als 14% der Menschen die sich 2006 für SPÖ oder ÖVP entschieden, wählten diesmal anders.
  • Wählen ab 16: Obwohl es hierzu bislang wenig hieb- und stichfestes gibt, lasst sich sagen dass die rechtspopulistischen Parteien es besser als alle anderen Parteien verstanden haben die Erstwähler zu mobilisieren.
  • Kurzer Wahlkampf: Der kurze Wahlkampf schadete den Parteien die ein umfangreiches Programm zu präsentieren hatten. Die deutlichsten und einfachsten Standpunkte erfuhren mehr Akzeptanz als umfassende und detaillierte Programme
  • Thema EU: Das Thema EU, welches in Österreich kritischer aufgenommen wird als in den meisten anderen Mitgliedsländer der EU, war zwar wenig präsent im Wahlkampf, dennoch sind sich Politologen einig, dass es Motiv für Wechselwähler war.
  • Kleinparteien: Das LIF kam ziemlich genau auf den Prozentsatz den die Grünen eingebüßt hatten; die Liste FRITZ kam auf 1,76% und dürfte vor allem im „schwarzen Lager“ gefischt haben.

Schlüsse aus der Wahl

Dass die Regierung für 18 Monate Stillstand vom Wähler bestraft werden würde, kann nicht als Überraschung gesehen werden. Allerdings ist es beachtlich, dass die ÖVP als Initiator der Neuwahlen in ein bodenloses Loch gefallen ist. Fast 10% weniger Wählerstimmen gibt Anlass zum Umdenken. Die SPÖ, die sich als Wahlsieger feiern darf, kann mit dem Ergebnis wohl genauso wenig zufrieden sein, obwohl sie die meisten Vorraussagen der Meinungsforscher sogar übertrafen. Nun sind die meisten Wähler, die von der Regierung enttäuscht wurden und ihr die 2006 die Stimme gaben, in die rechtspopulistischen Lager gewechselt. Dass kann unter anderem folgende Grüne haben:

 

  • Die ÖVP probierte in ihrem Wahlkampf auch in den rechen Lagern zu fischen; die Rechnung ging offensichtlich gar nicht auf, es scheint sogar so als ob ÖVP-Wähler mit diesem Schwenk nach Rechts eher geneigt waren gleich ganz „auf den rechten Zug aufzuspringen.
  • Strache-Wien, Haider-Kärnten: Nimmermüde waren die Parteichefs des rechten Lagers ihre Erfolge kundzugeben. Heinz-Christian-Strache setzte dabei traditionell auf das Ausländerthema, welches ihm auch in Wien viele zusätzliche Stimmen brachte. Kärntens Landeshauptmann Haider verwies immer wieder auf seine Taten in Kärnten, offensichtlich wurde trotz des Rekordschuldenstands in Kärnten diese Betonung als Kompetenz gewertet.
  • Die Grünen hätten als Alternative nicht weiter weg von ÖVP, FPÖ und BZÖ sein können. Parteichef Van der Bellen meinte unmittelbar nach der Wahl „vielleicht ist der Pool in Österreich nicht größer für eine grüne Partei“. Allerdings wird man sich dem Vorwurf der falschen Prioritätensetzung gefallen lassen müssen. Mit dem grünen „Standardthema“ Umwelt und erneuerbare Energien konnten in diesem kurzen, intensiven Wahlkampf, keine neuen Wähler angesprochen werden. Einziges Trostpflaster: In Wien gewannen die Grünen zwei neue Bezirke dazu!

 
Kleinparteien und Meinungsforscher

 
Wie 2006 lagen die Meinungsforscher wieder weit daneben: Der kometenhafte Aufstieg von Jörg Haiders BZÖ blieb gänzlich unerkannt und die Kleinparteien wurde durchgehend knapp an der 4% Hürde eingeschätzt. Dass diese Stimmen nun keine Gewichtung haben wollen die Parteichefs von LIF und Liste FRITZ zwar nicht wahr haben, dennoch erreichten beide nicht einmal 50% der nötigen Stimmen um ins Parlament einziehen zu können.

Eine denkwürdige Wahl ist zu Ende und die Koalitionsverhandlungen dürften sich schwieriger denn je gestalten. Stadt-wien.at hält sie auf den Laufenden

 

 

 

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