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Staatssekretärin Christine Marek : Spitzenkandidatin der ÖVP zur kommenden Wien Wahl

Staatssekretärin Christine Marek, Wiener Spitzenkandidatin der ÖVP im Gespräch mit Theresia Zierler. stadt-wien.at informiert Sie exklusiv über Wahlkampfthemen, Wiener Missstände, Wahlziele und Visionen der ÖVP und stellt die Spitzenkandidatin im O-Ton vor! Demnächst Online: Spitzenkandidat der FPÖ, HC Strache und Spitzenkandidaten der Grünen, Maria Vassilakou.


Frau Staatssekretärin Marek, Sie treten erstmals als Spitzenkandidatin in Wien an – wie ist das Gefühl?

Es ist ein tolles Gefühl. Wien ist meine Stadt, hier wächst mein Sohn auf und ich bin der Meinung Wien ist wirklich die schönste Stadt der Welt.
Man könnte aber auch vieles besser machen. Wien ist gut verwaltet, Wien ist aber auch sehr, sehr teuer. Im Schul- und Bildungsbereich gibt es für unsere Kinder viel zu verbessern und es stellt sich die Frage, ob sich Leistung wirklich lohnt. Bekommen jene Menschen die es brauchen auch wirklich die richtige Unterstützung?

Was wollen Sie ganz konkret in Wien verbessern?

Sehen wir uns etwa die Schulen an. Wir haben in Wien einen sehr hohen Anteil an nicht deutschsprachigen Kindern, mittlerweile fast 50 Prozent in den Volksschulen und viele dieser Kinder haben massive Defizite was die deutsche Sprache betrifft. Diese Kinder werden nicht entsprechend gefördert und die Kinder deren Muttersprache Deutsch ist, werden dadurch behindert. Hier gilt es vieles besser zu machen. Volksschulkinder haben 20 Wochenstunden Unterricht und zusätzlich gibt es für Kinder mit Sprachdefiziten 11 Stunden Deutschunterricht - aber nicht hintereinander sondern parallel. Hier müssen wir ansetzen, auch wenn es um eine qualitätsvolle Ganztagsschule geht, wenn es um Nachmittagsbetreuung geht.

Verpflichtende Deutschkurse sind schon lange ein Thema, wie wollen Sie in kurzer Zeit eine Veränderung herbeiführen?

Ich habe bewiesen, dass es geht. Denn ich habe mit den Ländern den verpflichtenden Gratiskindergarten für die fünfjährigen verhandelt und auch eingeführt. Übrigens, in Wien war es was die Besuchspflicht betrifft am schwierigsten. Wien ist auch säumig wenn es darum geht, Schulpflichtverletzungen zu ahnden.

Aber sehen wir uns bei Großbauprojekten auch an, wie in Wien geplant wird. Aktuelles Beispiel ist die Feuerwache wo es eine Kostenexplosion von über 300 Prozent gegeben hat, oder der Pratervorplatz mit massiven Fehlern in der Stadtplanung. Hier gibt es leider eine Fülle von Negativbeispielen.
Wenn man in der Privatwirtschaft so wirtschaftet wie es in Wien passiert, ist man längst in Konkurs und ein Finanzstrafverfahren hat man auch am Hals.


Sie sind eine sehr mutige Frau sich dieser Wiener Wahl zu stellen. Im Vorfeld gab es Gerüchte, die Entscheidung war nicht ganz freiwillig. Haben Sie sich seither schon einmal gefragt, habe ich das notwendig gehabt?

Nein, ganz im Gegenteil. Ich bin motiviert wie selten zuvor und die Entscheidung war absolut freiwillig. Es wäre auch fatal sich wider besseren Wissens einer solchen Herausforderung zu stellen. Es lohnt sich großes Engagement einzubringen und ich habe in den letzten Monaten wirklich gesehen wie viele Dinge es gibt, die besser gemacht werden können. Denken wir etwa an das Zusammenleben der Kulturen in Wien und die damit verbundenen Probleme.
Jetzt kann ich Probleme nur aufzeigen, nach der Wahl geht es dann um die Umsetzung. Wenn die absolute Mehrheit der SPÖ gebrochen ist kann sich in dieser Stadt endlich wieder etwas bewegen, der riesige Tanker wirft dann endlich wieder die Motoren an. Ich spüre Zuspruch und positive Energie, wir sind sicher eine gute Alternative zu den beiden Testosteron Bombern bei Blau und Rot. Der Eine grantig und abgehoben, der Andere nur laut schreiend. Da kann ich als Frau die im Leben steht und bewiesen hat einiges zu können durchaus eine Alternative sein.

Sie sind jetzt Staatssekretärin, nach der Wahl würden Sie in die Wiener Landes- bzw. Stadtpolitik wechseln?

Natürlich! Als Vizebürgermeisterin. In der Politik heißt es immer bereit sein für Neues und in einer so großartigen Stadt wie Wien mitgestalten zu können ist eine unheimlich tolle Herausforderung!

Sie kommen aus der Privatwirtschaft, welche Angebote haben Sie für Frauen in der Wirtschaft?

Wir können und müssen mit der Wirtschaft gemeinsam Frauen unterstützen, eine Aufgabe der ich jetzt schon auf Bundesebene nachkommen und ein wesentlicher Punkt natürlich auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hier gibt es gute Ansätze, nur fehlt in Wien sowohl die Flexibilität als auch die Qualität wie beispielsweise bei der Kinderbetreuung.

Die ÖVP hat zurzeit einen sensationellen Aufwärtstrend, wie sehen Sie Ihre Chancen in Wien, welches Wahlziel haben Sie?

Mein konkretes Wahlziel ist es ein „Plus“ vor meinem Ergebnis zu haben und die absolute Mehrheit der SPÖ zu brechen. Es wird schwierig, da wir in Wien ein sehr, sehr undemokratisches Wahlrecht haben. Schon mit rund 45 Prozent der Stimmen kann die SPÖ die absolute Mandatsmehrheit erreichen und daher gilt es hier die Absolute zu knacken. Nur so kann sich in dieser Stadt etwas verändern und ich denke, auch die Bevölkerung merkt es. Nur sauteure Kampagnen und eine Brot- und Spiele Mentalität in Wien bringt keine Lösungen oder wirtschaftlichen Aufschwung. Die Menschen spüren, dass eine Veränderung notwendig ist und zwar eine Veränderung vor der sich niemand fürchten muss. Wenn Du Dich in der Politik mit Freude engagierst, dann spüren es die Menschen und lassen sich von dieser Freude anstecken.

Im Burgenland gab es ein Gerangel um Themen. Das Thema Sicherheit wurde von vielen Parteien besetzt. Wird Sicherheit auch ein ÖVP Wahlkampfthema für Sie?

Natürlich ist Sicherheit ein wesentliches Thema und wir haben mit Innenministerin Fekter eine starke Partnerin.
Aber es gibt massive Probleme und Herausforderungen im Sicherheitsbereich in Wien. Nicht zuletzt deswegen, weil die Polizei sehr viele Aufgaben übernehmen muss, die ihr die Stadt Wien aufbürdet. Ich denke an eine Stadtwache mit der wir unsere Polizei wirklich entlasten könnten. Wir haben in Wien 19 „Kapperltruppen“ die alle nicht einheitlich erkennbar, oder ausgebildet sind.
Man hat den Eindruck jedes Regierungsmitglied hält sich seine eigenen Sicherheitsteams und das ist ja schon schildbürgerhaft. Die Stadtwache soll ein echtes Ordnungsamt mit einheitlicher Erkennbarkeit, Ausbildung und Kompetenz sein– hat sich in anderen Ländern schon bewährt. Unterstützung der Polizei und Entlastung von Verwaltungsthemen. Denken wir an den bürokratischen Aufwand beim Bettelverbot oder beim Hundeführerschein. Das alles liegt jetzt in den Händen der Polizei, daher eine Entlastung unserer Sicherheitsorgane.

Zu Ihrer Kandidatur. Es heißt immer Frauen wählen keine Frauen, wer werden Ihre Wähler sein? Welche Zielgruppe?

Ich möchte alle Menschen ansprechen die etwas leisten, die glauben, dass Leistung wichtig ist und die wollen, dass sich Leistung lohnt. Jene Menschen, die für Ihre Kinder die besten Chancen wollen und jene die Arbeit mit Hausverstand ohne Parteipolitik wollen. Ich werde massiv die Frauen ansprechen, schon auf Grund meiner eigenen Lebensgeschichte. Ich bin Alleinerzieherin und das was ich bin, habe ich aus eigener Kraft erreicht. Frauen wählen Frauen wenn sie authentisch sind und das bin ich. Deswegen werde ich auch gewählt.

Ihre Vision für Wien?

Kein absoluter festgefahrener Tanker, sondern eine lebenswerte bunte Stadt mit hoher Lebensqualität, die Lebensziel und Lebensinhalt vieler Menschen ist und das mit einer Vizebürgermeisterin Marek.


Wordrap:

Ein guter Tag beginnt für mich….mit einem guten Kaffee.
Am liebsten lese ich….witzige Frauenromane, Oberflächliches um abzuschalten
Politik bedeutet für mich….Herzblut
Meine Mitbewerber sind für mich….. mit Respekt zu behandeln
Wien ist…. die schönste Stadt der Welt
Glücklich bin ich wenn….ich Zeit für meinen Sohn habe
Erholung bedeutet….Kopf frei kriegen
Eine Frau als Politikerin ist….selbstverständlich!

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Was sagt Marek? Vereinbarkeit von Familie & Beruf? Ist es nicht Ihr Ressort in dem die Ungeheuerlichkeiten in der Familie & Beruf Mangement GmbH passieren?
Mobbingaktionen, Demütigungen von Alleinerzieherinnen und Menschen mit Kindern und familiären Verpflichtungen...Zwischen Theorie und Praxis klaffen wohl unendliche Abgründe. Wahr Marek nicht einmal Betriebsrätin? Eine Wahlankündigung die sowas von nicht gelebt wird, richtet sich selbst.
Übrigens, wo ist das Interview mit Bgm Häupl?

, 04.07.2010 um 22:10

Das ist ja schon peinlich. Die FPÖ und die ÖVP unterscheiden sich durch Ihre Wahlprogramme so gut wie gar nicht. Vermutlich installieren si Händchenhalten eine Sicherheits- oder Bürgerwacht. Wo bleibt die SPÖ um daruf zu reagieren, lässt Häupl die gesamte Platt form den anderen. Damit ist er am sicheren Weg die Absolute wirklich zu verlieren. Eine Schande!

, 04.07.2010 um 22:04
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