ÖVP

ÖVP

ÖVP, Österreichische Volkspartei, seit 1945. Das Profil der ÖVP als bürgerlich-konservative Partei, patriotisch und sozial vor einem christlichem Hintergrund. Die entscheidenden Werte und die Struktur der ÖVP.

Anzeige

ÖVP, Österreichische Volkspartei

Die ÖVP, Österreichische Volkspartei, nahm ihren Anfang im Wiener Schottenstift, wo sie am 17. April 1945, fünf Tage nach dem Einmarsch der Roten Armee in Wien, von ihrem ersten Obmann Leopold Kunschak, Leopold Figl, Julius Raab, Lois Weinberger und Felix Hurdes gegründet wurde.

Das Profil der ÖVP sollte bürgerlich-konservativ, patriotisch und sozial vor einem christlichem Hintergrund sein. Die entscheidenden Werte, welche die Richtlinie der ÖVP bestimmen sollten, wurden mit Freiheit, Leistung, Verantwortung, Subsidiarität und Sicherheit definiert.

In einem entscheidenden Aspekt wollte sich die ÖVP klar von ihrer Vorgängerin in der Ersten Republik, der Christlichsozialen Partei, unterscheiden, selbst wenn die aktiven Personen an der Parteispitze dieselben geblieben sind:
Der zuvor starke Bezug zur katholischen Konfession sollte durch die Aufnahme liberalen Gedankenguts ersetzt werden. Die ÖVP sollte als Sammelbewegung ein breites Auffanglager für verschiedenste ideologisch orientierte Positionen darstellen. Sowohl die „Vaterländischen“, die noch Anfang der 30er Jahre an der Entmachtung des Parlamentarismus gearbeitet hatten, als auch die Christlichsozialen, die sich in den folgenden Jahren als Gegner der autoritären Politik von Engelbert Dollfuß und zu einer parlamentarischen Demokratie bekannten, sollten im Kurs der ÖVP ihre Position finden. Strukturell sollte die neu gegründete ÖVP auf einem bündischen System basieren, den schon zuvor entstandenen Organisationen von Wirtschaftsbund, Bauernbund und Arbeiter- und Angestelltenbund.

Die Geschichte der ÖVP begann in den ersten Jahren der Zweiten Republik sehr erfolgreich, musste aber in Folge mehrere Krisen durchstehen und sich durch innerparteiliche Renaissancen neu definieren.
Das grundsätzliche Programm der 15 Leitsätze von 1945 wurde mit dem Salzburger Programm 1972 überholt und 1985 mit dem Zukunftsmanifest bereichert. Im Wahlkampf 1945 präsentierte sich die ÖVP als ausdrücklich antimarxistisch, mit den Staatsfarben Österreichs als die österreichische Partei schlechthin. 1955 deklariert sich die ÖVP in einem Grundsatzprogramm als die Volkspartei, mit christdemokratischen Prinzipien, als eine Partie, die eine offene Gesellschaft in einem liberalen Rechtsstaat vertritt und eine ökosoziale Marktwirtschaft verfolgt. Ideologisch orientiert sich die ÖVP an christlichen und humanistischen Werten und Traditionen. Die natürlich gegeben Lebensgrundlagen seien vorausblickend und nachhaltig zu wahren. Seit 1945 versteht sich die ÖVP als Österreichpartei in Europa, die eine Integration Österreichs in Europa beabsichtigt. Die Befürwortung des EU-Beitritts ist so gesehen eine Konsequenz der ursprünglichen Richtlinien der ÖVP. Ebenso positiv stand die ÖVP einer Erweiterung der EU ab Mai 2004 auf 25 Mitglieder gegenüber, doch der eventuelle Beitritt der Türkei sei nicht vorbehaltlos zu befürworten, in dieser Situation vertritt die ÖVP eine Entscheidung durch eine Volksabstimmung.

Über die Erfolge und Misserfolge der ÖVP im Rahmen ihrer Regierungsbeteiligung in der Zweiten Republik informiert der Beitrag: Regierung, Bundesregierung Österreichs in der Zweiten Republik (siehe rechte Spalte).

In dieser Galerie: 9 Bilder
Wolfgang Schüssel

Anzeige

Diese Geschichte teilen!


Hinterlassen Sie einen Kommentar!

Walter

17. Jänner 2021 - 20:04 Uhr

Ich möchte mich entschuldigen, das ich 2 x Kurz gewählt habe.In Zukunft wähle ich Strache, der hätte die Kronenzeitung verkauft, was mir komplett egal wärAber Kurz verkauft die Österreicher für blödich wünsche im .........

Alle Kommentare anzeigen

irmfried

21. September 2008 - 14:39 Uhr

Ich kann nicht anders - nach dem Durchlesen des Wahlprogramms bekomme ich Hitzewallungen und muss meine Meinung dazu abgeben:Dass ich mit meinem Arbeitslohn nicht mehr auskommen kann verdanke ich der ÖVP.Ich arbeite 65 Stunden pro Woche und darf den Zuverdienst auch noch hoch versteuern, sodass mir gerade mal 200 Eu davon übrigbleiben. Kinderbetreuungsgeld 80% vom letzten Nettolohn - 13. Familienbeihilfe soll ich nun auch noch mitfinanzieren! Als Allein-lebender ist man die Melkkuh der ÖVP!! Klein und Mittelverdiener sind bei dieser Partei seit eh und je die Dummen. ...und was heißt europäischen Reformprozess weiterführen? Ist damit gemeint, die Neutralität endgültig aufzugeben, falls sie überhaupt noch existiert ? Ich vermisse jegliche Transparenz in der Arbeit dieser Partei und habe ständig das Gefühl belogen und über wichtige Schritte nicht informiert zu werden. Auch denke ich, dass diese Partei gerne einen Diktator an ihrer Spitze sehen will und somit als Teamworker absolut nicht in Frage kommt.

Hermann

16. September 2008 - 13:47 Uhr

Schwarz, Blau, Rot oder Grün alles momentan eine Katastrophe. Ich bin von der ganzen österreichischen Regierung enttäuscht, da helfen selbst gut gestaltete Wahlplakate etwas. Außen hui, innen PFUI....

Katharina

16. September 2008 - 13:48 Uhr

Es ist immer das gleiche mit der schwarzen Partei. Sie halten doch ihre Versprechungen auch nicht, funken aber anderen Parteien immer wieder in deren Konzept und stellen diese dann auch noch schlecht dar. Außerdem war die Taktik des Herrn Molterer nicht wirklich vorbildhaft.

maria

15. September 2008 - 15:12 Uhr

kann man das wahlprogramm der schwarzen überhaupt noch ernst nehmen, bei jedem wahlkampf werden versprechungenen abgegeben, die dann doch nicht eingehalten werden...

Empfohlene Beiträge

weitere interessante Beiträge