1. Stadt Wien
  2. Politik
Mehr Politik
Artikel teilen
Kommentieren
Politik

Klubobfrau Maria Vassilakou:Spitzenkadidatin der Grünen zur Wien Wahl

Klubobfrau Maria Vassilakou: Spitzenkandidatin der Grünen zur kommenden Wien Wahl. Maria Vassilakou, Wiener Spitzenkandidatin der Grünen im Gespräch mit Theresia Zierler

Maria Vassilakou, Sie wurden mit knapp 99 Prozent zur Spitzenkandidatin der Wiener Grünen gewählt,  eine Würde oder eine Bürde?

99 Prozent sind in der Tat ein Ergebnis, dass mich sehr stolz macht. Weil es gerade bei den Grünen Seltenheitswert hat. Für mich ist es eine große Motivation und ein großer Ansporn.

Die Landtagswahlen im Burgenland waren für die Grünen enttäuschend. Sehen Sie das als Trend, oder ist es landesspezifisch zu sehen?

Tatsache ist, dass die Landtagswahlkämpfe der letzten Zeit allesamt nicht die Ergebnisse hervorgebracht haben, die mich als Grüne glücklich machen. Aber, Wien ist anders. In Wien sind wir sehr stark, wir haben zum gegenwärtigen Zeitpunkt nahezu 15 Prozent und sind somit mit 16 MandatarInnen auf Landtagsebene vertreten. Ich gehe davon aus, dass es uns gelingen wird, dieses Ergebnis zu halten und auch noch auszubauen. Jede Stimme mehr bei diesen Wahlen ist für uns ein Zugewinn.

Bei den Wiener Wahlen gibt es an der Spitze 2 Frauen und 2 Männer. Wenn wir Ihre Mitbewerberin Christine Marek mit Ihnen vergleichen, was unterscheidet Sie?

Natürlich unsere politischen Konzepte und unsere Werte. Dann auch, wie wir uns die Stadt der Zukunft vorstellen. Christine Marek ist Obfrau der Wiener ÖVP, eine Partei die Interessen der Reichen oder zumindest sehr wohlhabenden Menschen vertritt. Folgedessen sind für sie Themen wie die Armutsbekämpfung nicht allzu wichtig. Genauso gibt es natürlich massive Unterschiede im Bereich der Verkehrspolitik, des Umweltschutzes, des Klimaschutzes und im Bereich der Menschenrechte und Integrationspolitik. Auch wenn Marek persönlich ein angenehmer Mensch ist, wenn es um politisches geht – wo Marek draufsteht, ist Fekter drinnen.

Sie haben jetzt schon Wahlkampfthemen der Grünen angesprochen, können Sie noch konkreter darauf eingehen?

Für die Grünen in Wien gilt es, zentrale Herausforderungen des nächsten Jahrzehnts jetzt anzugehen. Wir brauchen Impulse und Reformen. Ein erster Bereich liegt im Schulwesen. Wir wissen, dass ein Viertel der Kinder beim Abschluss der Pflichtschule nicht versteht, was sie lesen. Darüber hinaus gibt es große Sprachschwierigkeiten, in Wien hat etwa die Hälfte der Kinder eine andere Muttersprache als deutsch. Die Schule muss ein primäres Ziel verfolgen und das ist, dass jedes Kind die deutsche Sprache perfekt und brillant beherrscht und dazu gute Kenntnisse in der Sprache der Eltern hat. Ich fordere die Umstellung des Wiener Schulwesens auf eine kluge und moderne Sprachenpolitik. Dazu gehören 500 zusätzliche Lehrer mit Schwerpunkt Sprachenunterricht.
Ein weiteres Problem ist die Armut und die explodierende Arbeitslosigkeit. Wir haben inzwischen 100.000 Arbeitslose in Wien, das ist doppelt so viel wie im Jahr 2005. Hier benötigen wir Investitionen in Zukunftsbranchen. Ein Beispiel: Nördlich der Donau werden in den nächsten Jahren  140.000 neue Wohneinheiten entstehen. Hier wollen wir dafür dafür sorgen, dass  jetzt schon so klug gebaut wird, um später dann Kosten für Stromverbrauch und Heizungzu senken.  Das grüne Konzept sieht vor, durch Investitionen in Klimaschutz und Umweltschutz wertvolle wirtschaftliche Impulse zur Schaffung neuer Arbeitsplätze zu geben. Die Verkehrspolitik, die Staus in Wien kennt jeder. Was es braucht sind schnelle, neue Öffi Anbindungen, Entlastung für Pendler und eine Entlastung in Form einer Tageskarte, die einen Euro kostet.

Ihr konkretes Wahlziel?

Möglichst viele, die schon einmal grün gewählt haben zu überzeugen es am 10. Oktober wieder zu tun.

Die ÖVP und die FPÖ wollen die absolute Mehrheit der SPÖ brechen. Ist das nicht Ihr Ziel?

Um ehrlich zu sein, ich gehe davon aus, dass die absolute Mehrheit der SPÖ Geschichte ist. Die SPÖ-Alleinregierung des vergangenen Jahrzehnts haben der Stadt nicht gut getan. Allmachtallüren, Freunderlwirtschaft, Verschwendungspolitik sind die Stichworte. Die Stadtbudgets werden immer knapper, wir benötigen aber Mittel zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Bekämpfung von Armut, und keine sauteuren Selbstbeweihräucherungskampagnen auf Kosten der Steuerzahler. Wir wollen für viele SPÖ Wähler ein Angebot sein und stehen für die Weiterentwicklung Wiens zu einer  ökologischen, sozialen, fairen und demokratischen Stadt.

Sie haben die Wahlkampagnen angesprochen. Wird es ein Gemetzel zwischen rot und blau, wie sehen Sie das?

Ich habe bisher nur von Seiten des Herrn Bürgermeister wahrgenommen, dass er einen unappetitlichen Wahlkampf führen wird. Alles, was in den ersten Monaten an Unappetitlichkeiten passierte, kam von der SPÖ. Die Bürger werden mit bizarren Szenarios belogen und verunsichert. Eines ist für mich klar, die SPÖ wird die absolute Mehrheit verlieren und HC Strache wird nicht der künftigen Stadtregierung angehören. Er wird nicht einmal Gemeinderat werden, sondern im Parlament bleiben. Also entweder SPÖ und ÖVP, damit Stillstand wie auf Bundesebene oder eine Regierung der SPÖ mit den Grünen.

Maria Vassilakou, Ihre Vision für Wien?    

In meiner Vision  arbeite ich für eine Stadt, in der das gute Leben für alle leistbar ist. In einer Stadt, in der niemand vor der Zukunft Angst haben muss. Ich arbeite an einer Stadt, in der wir leben und leben lassen können, aber trotzdem alle gemeinsam Verantwortung tragen.
Ich arbeite an einer Stadt die Neues wagt, die Herausforderungen annimmt und mutig in die Zukunft schreitet. Wien soll nicht nur lebenswert bleiben, sondern noch lebenswerter werden. Meine Stadt hat Platz für alle, meine Stadt hat Lebensqualität für alle, in meiner Stadt können alle friedlich miteinander leben und miteinander umgehen.

Wordrap:

Ein guter Tag beginnt für mich…mit einem sonnigen Frühstück in meinem kleinen Garten.

Am liebsten lese ich….Romane in griechischer Sprache um meine Muttersprache nicht total aus den Augen zu verlieren

Politik bedeutet für mich….täglicher Einsatz, der sich lohnt
Meine Mitbewerber sind für mich….. mein Gott, sie haben auch ein Recht da zu sein

Wien ist…. für mich die wunderschönste Stadt der Welt
Glücklich bin ich wenn….ich einen ruhigen Abend mit meinem Mann verbringen kann

Erholung bedeutet….auf dem Rücken im Wasser liegen und sich treiben lassen
Eine Frau als Politikerin ist….auch nicht anders, als ein Mann in der Politik


Video
Beteiligen Sie sich am Beitrag, wir freuen uns:

Kommentar hinzufügen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
weitere Meinungen

Vassilakou hat es auf den Punkt gebracht. Verschleuderung von Steuergeldern, ein absoluter Herrscher in Wien. Sie haben das Inerview des Imperators schon vor langer Zeit angekündigt, wo ist es. Sollte doch auch eine Möglichkeit haben sich zu verteidigen.

, 04.07.2010 um 21:56

Besonders viel haben die Grünen ja nicht zu bieten. Mich erstaunt, dass jene Partei die mit der SPÖ eine Koalition möchte diese so angreift. Wo bleibt das Interview mit dem ach so mächtigen Bürgermeister? Drückt er sich?

, 04.07.2010 um 21:54
  1. Stadt Wien
  2. Politik