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Ganslwirt: Drogenberatung

Protest wegen der Drogenberatung Ganslwirt in Wieden. Im Champ's Pub, dem Lokal von Emir Sekowitsch, dem Sohn des verstorbenen Box-Weltmeisters Edip Sekowitsch kam es zu einer Protestveranstaltung

Protest wegen der Drogenberatung Ganslwirt in Wieden

Protest wegen der Drogenberatung Ganslwirt in Wieden
 

Im Champ's Pub, dem Lokal von Emir Sekowitsch, dem Sohn des verstorbenen Box-Weltmeisters

Edip Sekowitsch kam es zu einer Protestveranstaltung gegen

die Willkühr der Stadt Wien.  Viele besorge Anrainer  trafen sich um mit Ihrer Unterschrift gegen den

Plan im ehemaligen Sekowitsch Lokal "Ring frei" das Drogenberatungszentrum "Ganslwirt"

einzuquartieren zu protestieren. Geplant sind ab April 2010 26 Notschlafstätten für Drogensüchtige

und ab Juli 2010 150 Tagesplätze für Drogensüchtige bereitzustellen. Was das für den Bezirk und

die Anreiner bedeutet, löst Angst, Wut und Enttäuschung nicht nur bei den unmittelbar Betroffenen aus.

 

LAbg. Johann Gudenus von der FPÖ, der diese Protestveranstaltung initiiert hat bringt es auf

den Punkt: "Ich bin seit meiner Geburt im 4ten Bezirk wohnhaft und kann nicht verstehen warum

dieser wunderschöne Bezirk nun, neben der Drogenproblematik am Karlplatz eine nicht minder

problematische Drogenanlaufstelle stellen soll! Die Opernpassage wird seit vielen Jahren von

Drogensüchtigen heimgesucht und außer, dass Geschäftsleute von dort von der Gemeinde Wien

"ausgesiedelt" werden ist keinerlei Aktivität diese Gegend für die Bevölkerung sicherer zu machen,

zu erkennen. Ganz im Gegenteil. Es gibt sogar einen Antrag von SPÖ, ÖVP und den GRÜNEN

für den Ausbau der Drogenanlaufstellen am Karlsplatz. Das widerspricht der Aussage der Gemeinde

Wien mit der Installation des Ganslwirt auf der Wiednerhauptstraße ?? den Karlsplatz als Drogenzentrum

zu entlasten. Mit dieser Unterschriftenliste gegen den "Ganslwirt auf der Wieden" soll den Bürgern

gezeigt werden, dass seine Anliegen bei den Politikern ernst genommen werden. Optimal wäre, wenn

aufgrund der Unterschriftenliste das Projekt eingestellt wird. Was bis jetzt durch die Initiative der FPÖ

erreicht wurde ist, dass die Unterbringung für max. 1,5 Jahre befristet sein wird."

Auch die Bezirks-Grünen, die dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüberstehen, sparten nicht mit Kritik.

So hätten sie zwar von den Plänen der Gemeinde erfahren - aber nicht etwa durch die Gemeinde selbst oder
die Wiedner Bezirksvorstehung, sondern in Eigenrecherche über die Homepage des Ganslwirts. Dort war bereits
am 24. Februar zu lesen, was die Bezirksvorstehung erst am 31. März mit einer Informationsveranstaltung den
Anrainern kundtat. "Dieses Projekt ist von Seiten der Stadt Wien initiiert worden. Der 4. Bezirk war in die Planungen
nicht eingebunden", hieß es auch in einer Aussendung des Vereins Wiener Sozialprojekte (VWS) vom 31. März.
 
Gerade bei einem derart sensiblen Thema, kritisieren die Grünen, wäre Information "eine Bringschuld der Gemeinde Wien"
gewesen. "Bei einem derartigen Projekt ist es wichtig, das Umfeld abzufangen", sagt Barbara Neuroth, Bezirkssprecherin
der Grünen Wieden. Davon könne hier keine Rede sein. Die Grünen fordern für das Lokal "Champ's Pub" nun eine
Unterstützung von der Gemeinde Wien.
 
Zu guter Letzt erzählte uns auch Mira Sekowitsch, die Mutter des Lokalbesitzers, wie sie von der geplanten Unterbringung
des Ganslwirt erfahren hatte. Weder durch die Gemeinde Wien, die Bezirksvorstehung noch durch den Hauseigentümer
die Fa. Porr, sondern durch verschiedenste Anreiner. Die Pendlerwohnungen der Arbeiter der Fa. Porr, die bis vor kurzem
in dem Haus zur Verfügung gestellt wurden, sind bereits gekündigt. Auf die danach gestellten Anfragen wurde der Familie
Sekowitsch mitgeteilt dass das Drogenberatungszentrum keinerlei negative Auswirkungen auf ihren laufenden Geschäftsbetrieb
haben wird. Es handelt sich ja um kranke, harmlose, hilfsbedürftige Menschen. Dass dies jedoch sehr wohl Auswirkungen
auf den ohnehin krisengeschüttelten Betrieb des Champ's Pub haben wird ist ohne Zweifel. Schräg vis-a-vis von der
Großbaustelle des Südbahnhof verirren sich ohnehin seit Schließung aller Einrichtungen um und im Südbahnhof nur noch
wenige Laufkundschaften in das neu gestaltete Lokal. Wenn nun massenhaft Drogensüchtige unmittelbar neben dem
Lokal ein- und ausgehen, werden die letzten treuen Stammgäste wohl auch früher oder später ausbleiben. Was das für
die leidgeprüfte Familie bedeutet ist wohl der Bezirksvorsteherin Frau Reicher, die vor 2 Wochen auf einer Info-Veranstaltung
meinte: "Wer wohnt denn schon da?" nicht bewußt.
 
Der letzte Manager des Welt- und Europameisters Edip Sekowitsch, Thomas Hetlinger ist erzürrnt und zugleich auch sehr
traurig. Familie Sekowitsch hat seit der Ermordung von Edip so viel Leid ertragen müssen doch haben sie die Hoffnung
an Gerechtigkeit und Zukunftsperspektive nie verloren. Am Anfang wurde der Familie viel versprochen, aber fast nichts
eingehalten. Edip war zu Lebzeiten für die Aktion "Kinder geben Drogen" aber auch für "Stoppt Gewalt an Schulen" ein
wichtiges Vorbild und als Dank setzt man ihm nun Drogensüchtige direkt vor die Haustür. Wo ein Wille da auch ein Weg.
Man hätte sicherlich auch eine andere Lösung für die Unterbringung des Ganslwirt finden können, ohne versteckt im Geheimen
ein Lokal auszuwählen, welches offensichtlich die Existenz einer so leidgeprüften Familie zerstört. Edip würde sich im Grabe
umdrehen.
Die Unterschriftenaktion kann und sollte man unterschützen. Zuständig ist Herr Mag Johann Gudenus : Tel 01 / 4000 81770
 
Bericht: Gabriele Sayici / Thomas Hetlinger


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