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Politik

Bürgermeister Wien

Die Bürgermeister der Stadt Wien sind bis ins 13. Jahrhundert zurück bekannt. Erfahren Sie mehr über die Funktion des Wiener Bürgermeisters sowie über die Geschichte jener, die dieses Amt bekleideten. In unserer Liste erhalten Sie einen Überblick der Bürgermeister Wiens von 1919 bis heute.

Michael Häupl blickt ratlos in die Ferne.
© Thomas Jantzen/SPÖ | Dr. Michael Häupl gemeinsam mir Robert Klugar beim Spatenstich für den Wiener Westbahnhof.

Funktion des Wiener Bürgermeisters

Seit 1921 ist der Bürgermeister Wiens zugleich auch Landeshauptmann. Er wird vom Gemeinderat für eine Amtszeit von 5 Jahren gewählt. Zu seinen weiteren Aufgaben zählen:

  • Vorstand des Magistrats
  • Präsident des Stadtschulrates
  • beruft Gemeinderat und Stadtsenat ein
  • hat einen Sitz in allen Gemeinderatsausschüssen, Unterausschüssen und Kommissionen
  • Vorsitzender des Stadtsenats
  • erlässt mit Genehmigung des Gemeinderates die Geschäftsordnung und Geschäftseinteilung des Magistrats

Notkompetenz
Der Bürgermeister hat das Recht an der Stelle eines Organes der Stadt zu entscheiden, wenn die Entscheidung von demjenigen Organ nicht abgewartet werden kann.

Arrogierungsrecht
Dies besagt, dass er das Recht hat, Geschäftsstücke an sich zu ziehen und unter eigener Verantwortung zu erledigen.

Sistierungsrecht
Es besagt, dass dere Bürgermeister das Recht hat, den Beschluss eines anderen Organes aussetzten kann bzw. sogar muss. Der Bürgermeister ist verpflichtet zur Sistierung von Beschlüssen des Gemeinderates oder des Stadtrates wenn…

  • ein großer Schaden für die Gemeinde entstehen könnte.
  • der Beschluss gesetzwidrig ist.
  • das Beschlussorgan seinen gesetzlichen Wirkungsbereich überschritten hat

Liste der Wiener Bürgermeister

In dieser Liste finden Sie alle Bürgermeister Wiens seit 1919 bis heute. 

Helmut Zilk erhebt den Zeigefinger
© APA/ Helmut Föhringer | Der 2008 verstorbene Helmut Zilk ging als einer der bedeutensten Bürgermeister in Wiens Geschichte ein.

Erste Republik

Jakob Reumann 1919–1923 (SDAP)
Karl Seitz 1923–1934 (SDAP) war Bundespräsident von 1919 – 1920

Ständestaat

Richard Schmitz 1934–1938 (VF)

Deutsches Reich

Hermann Neubacher 1938–1940 (NSDAP)
Philipp Wilhelm Jung 1940–1943 (NSDAP)
Hanns Blaschke 1943–1945 (NSDAP)

Zweite Republik

Rudolf Prikryl (1896-1965)
Amtszeit: 1945
Partei: parteilos

Rudolf Prikryl, der „Drei-Tages-Bürgermeister“, war der erste Bürgermeister Wiens der Zweiten Republik. Unter nicht bekannten Umständen wurde er von einem sowjetischen Offizier zum Bürgermeister Wiens ernannt. Dieses Amt hielt er von 13. bis 16. April 1945 interimistisch inne, bis er es am 17. April 1945 an Theodor Körner übergab.

Theodor Körner (1873 – 1957)
Amtszeit: 1945 – 1951
Partei: SPÖ

Theodor Körner durchlief vor dem ersten Weltkrieg eine steile militärische Karriere bis zum General und Lehrer für den operativen Generalstabsdienst. Während des Ersten Weltkriegs zum Oberst und Gerneralstabschef befördert, kämpfte er mit großem Einsatz an vorderster Front in Bosnien und dem heutigen Italien.

In der Zwischenkriegszeit leitete Körner das Präsidialbüro des Staatsamtes für Heereswesen der Deutschösterreichischen Volkswehr und bewies großes Engagement für die Verteilung von Gebrauchsgegenständen und diverser anderer Güter an die bedürftige Bevölkerung.

Wegen Konflikten mit christlichsozialen Ministern wurde er 1924 pensioniert, zugleich aber auch zum General ausgezeichnet. Im selben Jahr wurde Körner Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und darauf Vertreter Wiens im Bundesrat. Mehrere Male wurde er zwischen 1934 und 1944 von der Gestapo verhaftet, doch konnte man ihm seine Verbindungen zum Widerstand nicht nachweisen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er zum Bürgermeister von Wien nominiert und am 17. April 1945 als solcher vom sowjetischen Stadtkommandanten bestätigt. Im Kampf um die Wiedererlangung der Souveränität und Freiheit Österreichs konnte Körner seine langjährigen militärischen Erfahrungen, wie seine Russischkenntnisse hervorragend einsetzen. 1950 verstarb der amtierende Bundespräsident Karl Renner, im Jahr darauf ging Theodor Körner aus der Stichwahl am 27. Mai als der erste von der Bevölkerung gewählte Bundespräsident Österreichs heraus, dessen Amt er bis 1953 bekleidete.

Franz Jonas (1899 – 1974)
Amtszeit: 1951 – 1965
Partei: SPÖ

Auch Franz Jonas schloss in seiner Laufbahn als Politiker das Amt des Bundespräsidenten direkt an das des Wiener Bürgermeisters an. Mit nur 19 Jahren kämpfte er im Ersten Weltkrieg an der italienischen Front, in der Zwischenkriegszeit war er Sekretär der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in Wien. Während der austrofaschistischen Regierung schloss er sich mit Sinnesgenossen zum sog. Fünferkomitee zusammen um im Untergrund gegen das Ständestaatsregime Widerstand zu leisten und zählte gemeinsam mit seiner Ehefrau zu den Aktivisten der Revolutionären Sozialisten. Für 14 Monate war Jonas wegen Hochverrat inhaftiert, dann aber freigesprochen. Da er im Zweiten Weltkrieg in der Lokomotivfabrik zur Kriegsführung notwendige Arbeiten verrichtete, wurde er nicht zum militärischen Kampf eingezogen.

Direkt nach dem Ende des Krieges wurde er als Bezirksvorsteher wegen besonderer Verdienste für die bedürftige Bevölkerung ausgezeichnet und war 1945 am Zusammenschluss der Revolutionären Sozialisten mit den Sozialdemokraten, wie an der Gründung der SPÖ beteiligt. In den darauffolgenden Jahren bekleidete Jonas das Amt des Stadtrats für Ernährungswesen, danach für Bauwesen und wurde 1951 zum Bürgermeister von Wien gewählt.

Direkt an diese Amtsperiode anschließend wurde er 1965 zum Bundespräsidenten Österreichs gewählt. Im Wahlgang 1971 wurde er in seiner Tätigkeit wieder bestätigt, verstarb jedoch 1974 an den Folgen einer schweren Erkrankung.

Bruno Marek (1900 – 1991)
Amtszeit: 1965 - 1970
Partei: SPÖ

Bruno Marek war als kaufmännischer Angstellter seit 1918 Mitlglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, seit 1924 Funktionär der Bezirksorganisation Mariahilf und Angestellter der Wiener Messe AG, schließlich Messedirektor von 1945 bis zu seinem Amtsantritt als Bürgermeister Wiens 1965.

Bruno Marik war wegen seines bürgerlichen und jiovialen Auftretens in der Bevölkerung sehr beliebt. Seiner Verantwortung oblag die Errichtung der Wiener U-Bahn und der UNO-City. Volksnahe Projekte wie die Neue Donau mit der Donauinsel oder die Anlage zum Skifahren auf der Hohe-Wand-Wiese entstanden in seiner Amtsperiode. 1970 trat Bruno Marek aufgrund seines Alters von seinem Amt als Wiener Bürgermeister zurück.

Felix Slavik (1912 – 1980)
Amtszeit: 1970 – 1973
Partei: SPÖ

Felix Slavik, gelernter Feinmechaniker, war schon in der sozialistischen Jugend tätig. Wegen seiner Beteiligung an der illegalen Bewegung Revolutionäre Sozialisten Österreichs war er 1935 kurzzeitig und von 1939 bis 1943 dauerhaft aus politischen Gründen unter dem NS-Regime inhaftiert.

1945 wurde er Wiener Stadtrat für das Wohnungswesen, darauf Mitglied des Bundesrates, Abgeordneter des Nationalrats, Finanzstadtrat und Vizebürgermeister von Wien bis er 1970 zum Bürgermeister gewählt wurde. Schon in den 50er Jahren bekämpfte er den Bau der Wiener U-Bahn und trat 1972 gegen die Errichtung der „Gürtel- und Donaukanalautobahn“ und für eine Verbauung des Sternwarteparks in Währung auf. 1973 trat Felix Slavik als Bürgermeister von Wien zurück.

Leopold Gratz (1929 – 2006)
Amtszeit: 1973 – 1984
Partei: SPÖ

Leopold Gratz war schon während seines Studiums der Rechtswissenschaften in Wien bei den sozialkritischen Studenten politisch aktiv. Seit 1952 war er im Sozialministerium tätig, 1963 Mitglied des Bundesrates. Neben Heinz Fischer, Hannes Androsch und Karl Blecha gehörte er dem engsten Kreis um Bruno Kreisky an. Er war 1970 / 71 Bundesminister für Unterricht und Kunst, 1971 bis 1973 Klubobmann der SPÖ.

Nachdem die Wiener SPÖ unter dem Bürgermeister Felix Slavik in eine Krise geraten war, unterstützte die Partei insbesondere Leopold Gratz. Erstmalig wurden im Wahlkampf nicht bildliche Symbole sozialdemokratischer Tradition, sondern das Abbild des Stephansdoms selbst eingesetzt.

1973 wurde Leopold Gratz mit weit überragender Mehrheit zum Bürgermeister Wiens gewählt. Unter ihm wurden die zuvor begonnenen baulichen Projekte in der Stadt, wie die Uno-City und die Verfügbarkeit der Donauinsel als Erholungsgebiet fertig gestellt. Die ersten Züge der U-Bahnen nahmen ihre Fahrten auf, die Kärntner Straße wurde zur Fußgängerzone.

Neben den Sternstunden gab es in der Amtszeit von Leopold Gratz als Bürgermeister Wiens allerdings auch Niederschläge: die Reichsbrücke stürzte 1976 ein, der Bauring-Skandal und der AKH-Skandal erregten großes Aufsehen. 1984 wurde Leopold Gratz von Helmut Zilk abgelöst. In den späteren 80er Jahren war Leopold Gratz in weiteren Affären involviert, im Verlauf des Falls Lucona wurde er wegen falscher Zeugenaussage verurteilt.

Helmut Zilk (1927 – 2008)
Amtszeit: 1984 – 1994
Partei: SPÖ

Helmut Zilk war seit 1945 Mitglied der Freien österreichischen Jungend, einer KPÖ-nahen Organisation und danach kurzfristig Mitglied der KPÖ. Als promovierter Pädagoge übte er zunächst den Lehrberuf aus, sattelte aber schließlich auf eine Mitarbeit beim ORF um. Legendär ist seine Sendung „Was könnte ich werden?“, in welcher für Schüler verschiedene Berufsbilder vorgestellt wurden. Von Gerd Bacher, Generalintendant des ORF, wurde Helmut Zilk zum Fernsehdirektor ernannt. Zilk gestaltete als solcher das 2. Fernsehprogramm und begründete neue Sendungen wie das Schulfernsehen, das „Auslandsecho“, „In eigener Sache“ und das „Stadtgespräch“. Aufgrund seines Auftretens erreichte er große Bekanntheit und Popularität. 1974 wurde Gerd Bacher wegen seiner rechtsbürgerlichen Linie von Bruno Kreisky abgesetzt, worauf sich Zilk bei der Kronen Zeitung betätigte und vor allem als Ombudsmann engagierte. Obwohl Kreisky Helmut Zilk als ORF-Generalintendant favorisierte, wurde 1978 wieder Gerd Bacher als solcher gewählt. Im selben Jahr heiratete Zilk in dritter Ehe Dagmar Koller. 1979 wurde Helmut Zilk Stadtrat für Kultur und Bürgerdienst, 1983 Bundesminister für Unterricht und Kultur, als welcher er unter anderem Informatik zum Pflichtgegenstand in den Gymnasien machte und Claus Peymann zum Direktor des Burgtheaters berief.

1984 wurde Helmut Zilk als Nachfolger von Gratz zum Bürgermeister von Wien gewählt. Helmut Zilk setzte bedeutende und umfassende Akzente in der Stadt Wien: in den Müllverbrennungsanlagen wurden Filter eingebaut, anstelle des Autoparkplatzes vor dem Wiener Rathaus wurde das Film Festival am Wiener Rathausplatz ins Leben gerufen, der über Landesgrenzen hinaus bekannte Silvesterpfad und der beliebte Adventzauber. Das Denkmal von Alfred Hrdlicka wurde am Albertinaplatz aufgestellt und das Mahnmal auf dem Judenplatz initiiert. Reine Parteipolitik überließ Zilk dem Vizebürgermeister, vertrat auch nicht als Vorsitzender die Wiener SPÖ, sondern schenkte die Aufmerksamkeit den direkten Bedürfnissen der Stadt und der Wiener Bevölkerung, was ihm generell große Beliebtheit verschaffte.

1994 wurde er als Wiener Bürgermeister von Michael Häupl abgelöst und widmete sich wieder seiner vorherigen Tätigkeit als Ombudsmann bei der Kronen Zeitung. 1993 wurde Zilk durch ein Briefbombenattentat an seiner linken Hand schwer verletzt, er verlor zwei Finger. Seit 2006 kämpfte er mit Problemen seiner Herzfunktion und verstarb 2008 im Wiener Wilhelminenspital. Im In- und Ausland wurde große Trauer um den Verlust eines großen Mannes bekundet.

Michael Häupl (*1949)
Amtszeit: seit 1994
Partei: SPÖ

Michael Häupl war schon während seines Studiums der Biologie und Zoologie Mitglied des Verbandes Sozialistischer StudentInnen Österreichs und 1975 bis 1978 dessen Vorsitzender. Von 1975 bis 1983 war Häupl als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Naturhistorischen Museums tätig. 1978 wurde er Mitglied des SPÖ-Bezirksparteiausschusses von Ottakring, darauf Mitglied des Wiener Gemeinderats und Landtags, schließlich Stadtrat und Landesrat für Umwelt und Sport.

1994 wurde er zum Bürgermeister von Wien gewählt. Er ist damit der am längsten amtierende Bürgermeister Wiens der zweiten Republik. Unter allen Bürgermeistern Wiens liegt Häupl auf Platz 2 hinter Josef Georg Hörl, der das Amt 31 Jahre (1773 - 1804) inne hatte.

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Spö sei gejubelt und alle ihre Töchter
frue mich wenn ich alle Parteibuchdeppen aus Wien und es sind ja 300000 spöler Parteibuchdeppen aber es gibt in Wien noch mehr Schmarotzer .
Nach Wien gekommen und hat einen TAUSENDER € wenn man Asylant -Asylwerber-Flüchterling - Immigrant ist und gratis Wohnung
braucht gar nicht zum AMS oderern anderen Amt und man lebt besser als viele Pensionisten
in Wien - ja manche haben30, 40, 50, Jahre gezahlt in PVA und dabei gearbeitet!!
migrant in spö-wien Armen der/die hat es GUT fast so wie SPÖ-Wien-parteibuchdeppenIN

, 15.03.2016 um 20:05

An Herrn Stadtrat LUDWIG!
Täglich lächelt er aus einer Zeitung und sagt wie gut und schön es in den Gemeindebauten zugeht. Also: Bis Ende September Müssen ALLE SAT-Anschlüsse, die auf Balkon,Fensterbrett und dgl. montiert sind, ENTFERNT werden.
In meinem Fall kann ich alles auf den Mist werfen, da es keine Haus-SAT-Antenne gibt, an die ich mich anschließen kann. Auch die erzwungene ORF_Karte kann ich wegwerfen
Danke an Wiener Wohnen und jenen die diese glänzende Idee hatten..
Meinen Unmut darüber kann ich nur bei den Wahlen zur Kenntnis bringen

, 06.09.2010 um 09:34
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