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Bürgerinitiative Text: BI SOS-EISRING-SÜD

SOS-EISRING-SÜD

Die Bürgerinitiative SOS-EISRING-SÜD hat es sich zum Ziel gesetzt die Zerstörung der Sportstätte Eisring Süd im 10. Bezirk zu verhindern. Die Gemeinde plant ein weiteres Einkaufszentrum mit Mehrzweckhalle und Wohnbauten anstelle des traditionsreichen Eislaufplatzes zu errichten. Die Bürgerinitiative erklärt warum das nicht passieren darf!

Eine Frau mit zwei Kindern am Eisring Süd im Herbst
© Fritz Endl | Wenn es nach der Gemeinde geht soll der Eisring Süd neuen Bauprojekten weichen.

Ab dem Jahr 1965 war die Sportstätte „Eisring Süd“ in Favoriten als Grünland/Erholungsgebiet - Sportplatz gewidmet, am 18. Dezember 2009 wurde die Umwidmung beschlossen.

1.928 Bürger haben sich mit ihrer Unterschrift gegen die Umwidmung ausgesprochen.

Von der Gemeinde Wien wird auf dem Gebiet eine Mehrzweckhalle geplant und zu deren Gegenfinanzierung Wohnbauten und ein Einkaufszentrum. Sport- und Grünanlagen wird es dann nur mehr im stark verkleinerten Ausmaß geben bzw. wird mit der entworfenen Mehrzweckhalle letztendlich nur ein Bruchteil des derzeitigen Sportareals wieder dem Sport gewidmet sein.

Derzeit gibt es auf dem Areal „Eisring Süd“ eine große (Eis-)Halle in der Vereine verschiedenster Sportarten beheimatet sind. Im Freien steht eine große Eisfläche zur Verfügung.

Der Außenring ist renovierungsbedürftig, seine Erhaltung erstrebenswert. Die  400m Bahn ist ein Unikat im Osten Österreichs und somit im erweiterten Umland die einzige Möglichkeit für Eisschnellläufer und im Sommer für Roller-Skater, auf einer Bahn dieser Größe zu trainieren.

Die Eisschnellläuferin Emese Hunyady trainierte ebenfalls hier; sie wurde 1994 Olympiasiegerin in Lillehammer und errang weitere Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften. Durch die geplante Verbauung würde ein Stück Spitzensportgeschichte verloren gehen.

Auch ist der „Eisring Süd“ ein wichtiges Biotop und Lebensraum für zahlreiche zu schützende und zu erhaltende Tier- und Pflanzenarten geworden.

Der Feldhamster, eine europaweit streng geschützte und auf der „roten Liste“ als gefährdet eingestufte Tierart, ist hier angesiedelt.

In den letzten Jahren ist die Urbanisierung in Favoriten sehr stark fortgeschritten. Das Stadtgebiet im Umfeld der Sportstätte „Eisring Süd“ wird durch die derzeit rege Wohnbautätigkeit, immer mehr zum dichtest besiedeltem Wohngebiet. Auch unter Berücksichtigung des für Wien prognostizierten Bevölkerungswachstums, sollte damit in diesem Gebiet der Bedarf an Wohnbaukapazität abgedeckt sein.

Im Grätzl gibt es unzählige, seit Jahren leerstehende Geschäftslokale. Diese wieder ihren ursprünglichen Zweck zuzuführen, müsste im Sinne einer funktionierenden Nahversorgung das Ziel sein.Bauliche Erneuerung alleine reicht nicht aus, um einem Stadtgebiet mehr Lebensqualität zu geben.

Um soziale Verträglichkeit zu sichern ist es notwendig, der neu ansiedelnden und der vor Ort ansässigen Bevölkerung zwischen den Ballungszentren öffentlich zugänglichen Raum zu belassen und die individuellen Bedürfnisse der Menschen zu respektieren.

Bei jeder weiteren dichteren Besiedlung, ohne Bedachtnahme auf die natürlichen Bedürfnisse der Menschen, sind soziale Reibungspunkte vorbestimmt.

Dem etwaigen Argument, mit den Grünflächen am Wienerberg und dem Wasserspielplatz beim Wasserturm ist genug Erholungsraum vorhanden, ist entgegenzusetzen:

Es ist richtig, dass dieses Gebiet anderen Bezirken gegenüber in Bezug an Grünflächen viel voraus hat. Jedoch darf nicht vergessen werden, dass Favoriten bereits jetzt der bevölkerungsstärkste Bezirk Wiens ist und mit den Bezirken 4., 5., 12. u. 23. im westlichen Bereich über ein großes Einzugsgebiet verfügt.

Demnach besteht enormer Bedarf an - nicht zu verwechseln mit „reinem“ Grünland - öffentlichen Sportstätten, wie z.B. Plätze für Fußball, Volleyball, Basketball, Hockey und Tennis sowie den „Eisring“, die ein breites Spektrum abdecken und die für die Bevölkerung und die Kinder der angrenzenden Schulen und Kindergärten zugänglich sind.

Berücksichtigt man, dass fast jeder vierte Jugendliche in Wien übergewichtig ist, ein Fünftel davon sogar krankhaft fettleibig und den Kindern es immer häufiger an Bewegung mangelt -  kann man eine Bebauung des Gebietes mit ruhigem Gewissen nicht befürworten.

Daher sollte der Allgemeinheit die Sportplatzfläche als Ganzes erhalten bleiben und zeitgemäß saniert werden.

Die Sportanlage „Eisring Süd“ würde sich in seiner Gesamtheit hervorragend dafür eignen, ein intelligentes Vorzeigeprojekt zu werden, in dem Gesundheitsprävention, Integrationsförderung und Umweltbewusstsein (Fernkälte, Solaranlagen) vereint sind.

Besteht bei der in Favoriten massiven Wohnbautätigkeit tatsächlich die Notwendigkeit, für 350 Wohnungen  den „Eisring Süd“ zu opfern, denn ihren Namen würde die Sportanlage nach dem Umbau nicht mehr verdienen, sondern sie wäre unwiederbringlich den kaufmännischen Interessen zum Opfer gefallen.
Der Leitsatz des Magistrat der Stadt Wien, 14 Punkte für den Wiederaufbau, Wien 1945, sollte noch Gültigkeit besitzen:

„Der Mensch (soll) in Zukunft im Mittelpunkt aller Überlegungen und Planungen stehen ( …. ) und nicht das Geschäft und der Profit des Einzelnen.“

In diesem Sinne müsste beim „Eisring Süd“ nicht die Gewinnmaximierung im Vordergrund stehen, sondern unser aller Gemeinwohl !

Ansprechpartner für eine Kontaktaufnahme ist Fritz ENDL,
Tel.Nr.:  0650 / 4814860
mail(at)triesterviertel.at

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Als eingemieteter Bogensportverein sind wir auf Grünflächen wie diese im Freigelände des Eisring -Süd besonders angewiesen, denn ohne sie ist es uns nicht mehr möglich die olympische Disziplin über die Distanz von 70m zu trainieren. Alternative Trainingsmöglichkeiten sind in Wien nicht in Aussicht gestellt.

, 30.03.2016 um 09:11
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