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Bildungssystem

Bildungssystem: Dazu ein Interview mit der jüngsten Abgeordneten des österreichischen Nationalrates, Mag.Sonja Stessl Mühlbacher(SPÖ)

Bildungsvolksbegehren Hannes Androsch

Gibt es dazu Unterstützung aus den eigenen Reihen?

Das geplante Volksbegehren von Hannes Androsch kann bereits auf eine große Anzahl von Unterstützern verweisen. Nur die SPÖ, aus deren Reihen der Initiator kommt hält sich derzeit sehr bedeckt.
                                                            
Dazu ein Interview mit der jüngsten Abgeordneten des österreichischen Nationalrates, Mag. Sonja Stessl – Mühlbacher (SPÖ)           

Frau Abgeordnete, Bildung, Schulbildung, Bildungsreform im Moment die wichtigsten Diskussionsthemen in Österreich. Woran krankt unser Bildungssystem?

Fakt ist, dass in Österreich der Bildungsstand der Kinder stark mit dem Bildungsniveau der Eltern zusammenhängt. Soziale Herkunft und das Einkommen der Eltern haben noch immer einen zu großen Einfluss auf den Bildungserfolg der Kinder.

Meiner Meinung nach, muß auch Leistung viel höher geschätzt werden aber auch eine soziale Durchmischung stattfinden. Es kann nicht sein, dass im Jahr 2011 die Bildung nach wie vor von der Herkunft und der sozialen Stellung der Eltern abhängt. Jedes Kind muss die gleichen Chancen erhalten. Wir dürfen aber nicht Gefahr laufen, dass nur noch die Leistung, bei Schülern sowie bei Lehrern zählt, die messbar ist. Als Optimierungsvorschlag ist die Lehrerausbildung ein zentrales Thema. Ebenso wie die Entwicklung von Bildungsstandards, die erstmals im Schuljahr 2011/12 eingeführt werden. Diese legen konkrete erwartete Leistung fest und geben den Lehrkräften ein Feedback über ihren Unterricht.

Die Ergebnisse der Pisa Studie waren wie erwartet desaströs. Aber eben wie erwartet, warum wurde im Vorfeld nichts getan?

Gute Leistung in diesem Vergleichstest zu erzielen ist zwar prestigeträchtig, aber man muss aufpassen, die Ergebnisse nicht zum Hauptargument für die Entwicklung der Bildungspolitik zu machen. Wichtig ist jetzt, die von Bildungsministerin Claudia Schmied eingeführten Bildungsreformen fortzusetzen und damit zügig zur Umsetzung zu kommen.

Von der ÖVP liegt ein Reformvorschlag auf dem Tisch. Ein großer Wurf?

Das Konzept der ÖVP schlägt eine gute Richtung ein und ist ein Schritt zu einer Einigung über die notwendigen Reformvorhaben, wie die Ausweitung der Neuen Mittelschule. Einige Punkte, wie die mittlere Reife mit Prüfung sind für die SPÖ keine Notwenigkeit.

Das Volksbegehren von H Androsch wird voraussichtlich von den Oppositionsparteien unterstützt. Wie ist die Linie der SPÖ?

Wir sehen diesem Volksbegehren äußerst positiv entgegen, da es auch die Forderungen der SPÖ bestärkt. Eine gemeinsame Schule für 10 bis 14 Jährige bleibt weiterhin das Ziel der SPÖ, ebenso wie die Ganztagsschulformen.

Werden Sie persönlich das Volksbegehren unterstützen?

Über meine persönliche Unterstützung entscheide ich, wenn der Text des Volksbegehrens in allen Punkten klar formuliert vorliegt.

Sie sind die jüngste Abg. des Parlaments, welche Visionen haben Sie in Bezug auf das österreichische Bildungssystem?

Junge Menschen sollen im Schulalltag mehr positive, identitätsrelevante Erfahrungen, die für ihre Entwicklung mitentscheidend sind, machen können.
Bei allen Reformen müssen wir die zentrale Aufgabe des Bildungssystems immer vor Augen haben: den Schülern allgemeine Bildung, Qualifikationen und soziale Kompetenzen zu vermitteln, mit denen sie erfolgreich ihren Lebensweg meistern können.

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Textfassung:Theresia Zierler
 

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