
Zeit, für einen Eintrag in mein Tagebuch……
Gestern Abend war so etwas Ähnliches wie Weihnachten. Und eigentlich war es sowieso ein Weihnachtsgeschenk von allerliebsten Freunden, die uns ein Abendessen im Steirereck vergönnten. Gott, was war das für ein Gutschein. Modern ist es, Adventure-Gutscheine zu verschenken. Und es war tatsächlich ein Erlebnis für Grenzgänger. Ein kulinarisches. Eine Inszenierung. Superlative dringend gesucht!
Das Steirereck ist eines der führenden Häuser Österreichs im Bereich Spitzengastronomie. Respekt für die 4 Hauben, als erstes österreichisches Restaurant. Es ist kein steifer Gourmettempel, obwohl meine Handtasche ein eigenes Plätzchen hatte. Es ist ein Familienunternehmen, in dem Menschen arbeiten, die Wert auf Qualität legen: bei den Rohstoffen, in der Küche, beim Ambiente – für meinen Geschmack zwar vielleicht ein wenig zu kitschig, aber gemütlich allerweil – und bei der Bedienung des Gastes. Die war wirklich erstklassig. Man fühlt sich beinahe beschämt, ob soviel Fürsorge. Dieses Gefühl verschwindet aber just in dem Moment, in welchem man die Rechnung zu Gesicht bekommt.
Ich sollte sie grundsätzlich nicht sehen, war ich ja Gast und bin eine Frau, also das sind die, die in solchen Hütten die Speisekarte OHNE Preise bekommen, dennoch habe ich hinüber geschielt, so gut es eben ging. Genau an diesem Tag hatte ich ein Prospekt von einem Reisebüro in Händen. Das, was wir zahlentechnisch zu Viert konsumierten könnte man genauso gut in eine Woche Kreta im smarten 4-Stern-Haus, Flug inklusive, für allerdings eine Person umlegen. Sie können den Mund jetzt wieder schließen.
Man geht da ja nicht dauernd hin. Aber der, der gutes Essen schätzt, sollte es erlebt haben.
Feinste Tischwäsche ziert die großzügigen Tische und wenn man sich erhebt, um eventuell die sehenswerte, stylische Toilette aufzusuchen, bekommt man eine frische Serviette, liebevoll, im rechten Winkel drapiert. Wer eine kleine Blase hat, kann es mitunter bis zu fünf frischen Servietten schaffen. Grüße an die Umwelt, an dieser Stelle.
Das ganze Spektakel beginnt mit dem Brotwagen. Brotwagen klingt viel zu ordinär. Dieser Brotwagen, hat sich eine elegantere Bezeichnung verdient. Ich weiß nicht, vielleicht Thronwagen oder so ähnlich. Vom Parmesanbrot, bei dessen Genuss ich tatsächlich an die berühmte Szene von Harry und Sally denken musste, bis zum Nussbrot, Rucola-Tomatenbrot, Superweizen-was-weiß-ich-Brot, ultimativ-Brotsorte die IX., ich konnte sie mir nicht alle merken. Die Butter dazu war in einer Art und Weise angerichtet, wie ich sie noch nie gesehen habe. Alles ist Kunst, aber nicht künstlich. Man schwebt, man gleitet, man befindet sich in einer Parallelwelt.
Alles mundete, alles war eine Gaumenfreude. Von der Beta Sweet-Karotte mit Apfel-Rohkost Marmelade mit Basilikum und Erdnussöl bis zum geschmorten Festival-Kürbis mit Gurken und Fenchel, bis zur Schneebergland-Ente mit jungem Rotkraut, Rollgerste und Gewürznelke (eine große Portion übrigens!) bis hin zu den Mohnnudeln mit Zwetschkenröstereis. Hach. Ein Traum. Ein Gedicht. Le magnifique. Jeder Gang, auch der Kaffee, der serviert wird, wird mit kleinen Kärtchen exakt beschrieben. Ich wollte sie mir mitnehmen, um Ihnen daraus einen kleinen Auszug zukommen zu lassen. Vor lauter Aufregung, habe ich diese jedoch dann am Tisch liegen lassen. Man war überwältigt, was alles an erlesenen Zutaten in den jeweiligen Gerichten enthalten ist.
Dass der Wein herrlich, bzw. noch nie so gut wie je zuvor geschmeckt hat, lag nicht nur an den Trauben und muss eigentlich gar nicht extra erwähnt werden.
Zufrieden, satt und beeindruckt gingen wir nach Hause. Nein falsch, ließen wir uns von einem Taxi nach Hause chauffieren. Das war der richtige Abschluss für solch einen Abend. Danke!

Permanente Haarentfernung und Hautpflege