
Zeit, für einen Eintrag in mein Tagebuch…..
Der Stammtisch: definiert wird dieser Ausdruck so: es ist sowohl eine Gruppe von mehreren Personen, die sich regelmäßig in einem Lokal trifft, als auch der Tisch, um den sich diese Gruppe versammelt. Stammtische sind nicht organisierte Treffen und daher nur ein freiwilliger, aber doch verbindlicher Zusammenschluss von Teilnehmern.
Früher war der Stammtisch den Männern vorbehalten. Nachdem sie in der Kirche waren, hat man sich – vorwiegend am Land – in einem Wirtshaus um den sogenannten Stammtisch gesetzt, getratscht, getrunken und Karten gespielt.
Letzte Woche hatte ich so einen Stammtisch bei mir zu Hause. Die „Katze“ war aus dem Haus, und ich „Maus“ wollte mit anderen „Mäusen“ Kirtag haben. Gewünscht, getan. Das – natürlich organisierte Treffen (wurde alles via Email vereinbart) war natürlich freiwillig und wir saßen nach einer Weile wirklich um einen, meinen Esstisch. Ein paar konnten aus verschiedensten Gründen leider nicht dabei sein und so blieb ein Kern von fünf – ja – nennen wir sie Mädels.
Schon mal vorausschickend: es war ein herrlicher Abend. Nicht, weil er bei mir war, sondern weil wir Fünf wirklich eine illustre, homogene Gruppe abgegeben haben. Jeder ist verschieden und sehr speziell. Viele unterschiedliche Seiten spiegelten sich um diesen, unseren Stammtisch: offene, aufgeweckte, lustige, neugierige, interessierte, informative, naive, glückliche, traurige, echte, abgebrühte, ehrliche um nur einige Seiten zu nennen.
Wir haben gegessen, getrunken und gelacht, wobei das Essen nicht der Schwerpunkt des Abends war. Schwer lag maximal alles lang nach Mitternacht im Magen. Es gab sehr wohl ausreichend zu essen und zu trinken, es war aber ungezwungen und ohne Zeremoniell, ohne Tischkarten und sinnlosen Sitzordnungen. Es war ein unbeschwerter, junger Abend und hat sehr gut getan.
Da es letztendlich – wie ursprünglich gar nicht geplant – eine kleine, überschaubare Runde war, kam uns allen schließlich entgegen. Man konnte sich unterhalten. Es haben sich nicht Grüppchen gebildet, die nur oberflächliche Themen anschneiden. Es waren Diskussionen und kein Small Talk und man hörte einander zu. Es war interessant, was die eine oder andere zu erzählen hatte. Das Erlebte, Empfundene, Gefühlte preiszugeben, da gehört schon etwas dazu. Gerade in dieser Zeit, die schnelllebig und oft oberflächlich ist, tut das besonders gut und wird genau deswegen so stark empfunden, weil eben leider selten.
Thema Schönheit, älter werden, war unter anderem auch dabei, gehört einfach zu einem Weiber Stammtisch. K. hat erzählt, dass sie beim Hautarzt war. Der Hautarzt war eine Hautärztin, in einem Nobel-Fitness-Center eingebettet. K.wollte ganz Banales, richtige Pflege für ihre Problemhaut (sieht unter uns nur sie selbst, K. schaut nämlich fantastisch aus). K. hatte jedoch eine frisch nasenoperierte Frau vor sich, die einen auf Kumpel machte, ihr eine Menge Geld für angebliche Mega-Produkte abknöpfte und die bei der wirklichen jungen, hübschen, faltenlosen K. ihr Glück versuchte, doch irgendwie Botox an den Mann bzw. Frau zu bringen. „Alle machen das und man muss damit früh beginnen, damit es etwas bringt“, so in der Art waren ihre Argumente. Sie driftet bei der Anrede immer wieder ins vertraute Du-Wort, obwohl man per Sie ist. K. konnte es nicht fassen.
O. nabelt sich gerade von ihrem 19-jährigen Sohn ab, oder besser gesagt er von ihr und wir litten bei den dazugehörigen Erzählungen mit ihr, W. ist auf Jobsuche und hätte gerne einen Managerposten mit einem 20-Stunden Aufwand bei Top-Bezahlung, J. ist gerade eben aus der Kirche ausgetreten und hat uns ihre Beweggründe erklärt und wir darüber emotional diskutiert und ich bin wie immer meinem Drang nachgegangen lustig zu sein – ich hoffe, es hat geklappt!

Permanente Haarentfernung und Hautpflege