Sommerschlussverkauf

Der Sommerschlussverkauf hat begonnen. Letzte Chance ein Schnäppchen zu ergattern, denn der Herbst kommt auf leisen Sohlen....

Sommerschlussverkauf

Zeit, für einen Eintrag in mein Tagebuch……

Endlich. In meiner Wohnung hat es um einige Grade abgekühlt Das erste Mal seit langem kommt von draußen eine angenehme Brise herein. Ich kann wieder atmen und schwitze nicht bloß einfach so. Es fühlt sich nach Sommerschluss an. Nicht nur, weil die Kastanien schon verdammt reif sind – nein – die Geschäfte in der verwaisten Döblinger Hauptstraße wachen wieder langsam auf, räumen ihre Auslagen für den Sommerschlussverkauf ein und für die Herbstware um und bei den Papierfachgeschäften türmen sich schon Hefte, Blöcke und diverse Einbände.

Die Kinder freuen sich schon wieder auf die Schule, weil ihnen schon langsam fad wird und das süße Nichtstun auch nichts für die Ewigkeit ist. Großeltern sind vom Kinderhüten müde, die Badehosen sind von der Sonne ausgebleicht und die Balkonpflanzen sind schon ziemlich dürr.

Die meisten blicken Ende August auf Urlaub zurück. Vor allem die, die Kinder haben. Die, die in Österreich urlaubten, hatten im Juli Wanderwetter oder lernten Heimatmuseen und das Hotelzimmer ganz besonders gut kennen, die, die im August buchten hatten herrliches Badewetter und konnten die sauberen, erfrischenden Seen nutzen. Wer sich von seiner Heimatstadt Wien und den Bekannten in eben dieser Stadt nur sehr schwer trennt, urlaubt am Wörthersee. An den Hotspots (wie zum Beispiel dem Lakeside) trifft man garantiert jemanden, den man kennt, sei es auch nur peripher. Man grüßt sich einen Tick vertrauter, wenn auch nicht im Ausland, aber man packelt eben auch im Bundesland und vergleicht mit diebischer Freude Seegrundstücke und im Idealfall Motorboote, im schlechtesten Fall die der anderen.

Um niemanden zu treffen muss man sich schon auf über 1.500 Meter Seehöhe hinaufschrauben und in den Bergen wandern gehen. Stille und Eintracht inklusive. Übrigens - sehr zu empfehlen. Heute erst habe ich in der Zeitung gelesen, man soll die Landschaft wie einen Körper betrachten. Herrlicher Vergleich, eigentlich. Das Moos, das die Hügel umhüllt wirkt, als ob es mit der Nagelschere gleich geschnitten wurde, man wandert wie auf Watte dahin, kein Perserteppich dieser Welt ist weicher oder komfortabler. Es duftet wunderbar nach Natur und die Lungenbläschen blähen sich vor Freude auf, man bekommt Appetit und kommt runter. Nicht nur vom Berg.

Wer sonnenhungrig ist, aufs italienische Flair – verständlicher Weise - nur schwer verzichten kann und nicht so lange im Auto sitzen möchte, fährt nach Triest und bucht ein Hotel am Meer. Vorher vielleicht noch einen Abstecher nach Ljubljana in Slowenien. Absolut sehenswert, das Salzburg für Arme. In Triest ist das Klima angenehm, die Sprache Musik und der Espresso schmeckt überall auch im Autogrill. Die Chips schmecken besser als die von Kellys und der Aperoll machts dann gemütlich und lässt einen die Liegestühlenpreise vergessen. Wer in der Stadt shoppen will, darf halt nicht erst Samstag zu Mittag mit großer Erwartung beginnen, denn da machen die schon längst wieder zu. Aber so spart man Geld und wirft es lieber im herrlichen Fischrestaurant am Hafen hinaus. Wenn dann noch „Che será“ aus der Hammondorgel dröhnt, ist das Glück beinah perfekt.

Oder aber man nimmt etwas mehr Geld und Zeit in die Hand und wagt eine Reise auf einen anderen Kontinent. Heuer probiert und ich muss sagen, dass es sehr erlebnisreich und spannend war. Eine Fülle von Eindrücken prasseln täglich auf einen nieder. Asiatische Kultur vom Feinsten, wilde, laute, heiße Städte, hohe Häuser, herrliches Essen, wild bewachsene Inseln, Strände vom Feinsten, Reisplantagen, Tempeln, wenige, schlechte Straßen, Mopeds wohin das Auge reicht, Linksverkehr und alles spicy.

Die letzte Ferienwoche naht. Halb Döbling ist in Grado. Der Rest freut sich, dass es nicht mehr so heiß ist. Schanigärten geben noch einmal alles. Bald wird es wieder so wie es war und die Erholung ist schnell dahin. Also rasch noch raus zum Sommerschlussverkauf. In vier Monaten ist nämlich Weihnachten. Aber das wollten Sie jetzt sicherlich nicht lesen.
Trotzdem schönen Sommerschluss!

 

Meinung posten

Jetzt einen Kommentar schreiben!

CAPTCHA Bild zum Spamschutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
  • Keine Kommentare
 
Stadt-Wien.at auf Facebook
Stadt-Wien.at auf Twitter