
Zeit, für einen Eintrag in mein Tagebuch…..
Uff, geschafft. Die Ferien haben bereits begonnen. Der Schulschluss war letzte Woche mit der Zeugnisverteilung abgehakt. Davor waren eine Menge Einladungen, Gartenpartys, Grillfeste, Abschlussfeste – und von all dem werde ich jetzt ein wenig berichten.
Diverse Einladungen häufen sich im Juni immer extrem, ähnlich der Situation um Weihnachten. Man denkt, mit Schulschluss bleibt die Welt stehen. Man denkt, im Juli und im August geht gar nichts. Die, die es geschafft haben, verbrachten zu Weihnachten ihren Sommerurlaub auf den Malediven und sind bereits letzten Freitag Mittag Richtung eigenes Haus mit Seezugang abgedüst. Dort reüssiert dann Frau mit Kindern zwei ganze Monate lang, der Mann pendelt zwischen Freundin und Familie. Oder Job und Familie. Oder Job/Freundin und Familie. Oder Freunden und Familie. Wie auch immer. Mann pendelt.
Das heiße, beständige Wetter der letzten Tage war ja nahezu prädestiniert für Gartenfeste. Je nachdem wie feucht, so auch die Gelsen nicht fern. Aber das hatten wir ja schon.
Der Wiener Weinpreis wurde – wie immer im Juni – wieder im Rathaus verliehen. Das schöne Wetter machte eine Outdoor-Veranstaltung möglich. Ich war glücklich. Unter den Arkaden saß man in Sofas, trank, speiste, unterhielt sich und lauschte dem Bürgermeister und anderen Repräsentanten. Zu später Stunde traten die Bad Powells auf – eine sensationelle Musikformation, die die 70er und 80er zum Besten geben. Normalerweise rocken die die Bude und niemand würde nur im Traum daran denken, sich zu solchen Klängen NICHT zu bewegen. Aber das Publikum unter und inmitten der Arkaden war nicht reif oder zu reif für diese Art der Musik. Egal, es war lau, der Wein schmeckte gut und die Bad Powells treten wieder auf.
Dann war da noch ein Gartenfest von Bekannten. Ein bestechendes Ambiente in Deluxe-Lage: traumhafter Garten, tolles Pool mit Fackeln verziert, Catering eh klar, die kleinen Gerichte herrlich, die Desserts nicht nur schön anzusehen, sondern auch wunderbar bekömmlich, jazzige Livemusik – was sonst. Die Gäste: um die Hundert, seriös, kultiviert, elegant, konservativ, bürgerlich, angepasst Schade ums Ambiente eigentlich. Dazwischen eine Handvoll Maturanten, brav, sitzend, nüchtern.
Mein Jüngerer hat die Volksschule beendet und vollzogen wurde dies natürlich mit einer Verabschiedung im Schulhof – wo sonst bei dem Wetter? Acht Klassen versammelten sich bei knapp 30 Grad. Das heißt, ungefähr 200 Kinder zwischen 6 und 10 Jahren tummelten sich mehr oder weniger diszipliniert im Schulhof.
Dazwischen die genervten Lehrer, die alle schon von ihren – so denken sie zumindest – wohl verdienten Ferien träumten. Der Job als Volksschullehrer ist sicherlich eine Herausforderung, aber immerhin selbst gewählt. Er sollte Berufung sein, wie jeder Job und sollte Spaß machen und Freude bereiten. Naja, wenn ich die Gesichter nochmals vom Abschlussfest geistig reflektiere: Enthusiasmus konnte ich keinen entdecken. Da tummelten sich die schwerst Gestressten, zwischen den Überengagierten (allerdings nur vor der Frau Direktor, ihresgleichen bürgerlich, konservativ) und den Ich-will-mit-dem-hier-so-wenig-wie-möglich-zu-tun-haben-Pädagogen.
Eine Lehrerin, die für ihr Faible für Musik in der Schule bekannt ist, trällerte viel zu hoch in ein Mikrofon und versuchte die Show, die keine war, an sich zu reißen. Sie füllte zumindest körperlich den Schulhof. Die Musik war grauenhaft.
Doch dann: Dann kam der Englischlehrer der Schule, der Hahn im Korb quasi und schnallte sich die E-Gitarre um. Die rockige Musik erklang durch den Verstärker und zauberte im Nu ein Lachen, ein Strahlen ins Gesicht der Kinder. Er sang mit ihnen englische Lieder zu modernen Noten und es war kurz keine Qual für die wenigen Eltern, die dabei waren. So begeistert man Kinder, so macht Musik Spaß, so singt auch der faulste Musikmuffel mit. Ob er sich durchsetzen kann? Ich glaube es nicht.
Schöne Ferien allerseits!

Permanente Haarentfernung und Hautpflege