Schiurlaub

Zuerst freut man sich auf den Schiurlaub. Doch dann waren da die drei Adrenalinschübe....

Schiurlaub

Schiurlaub, Pistengaudi, Hüttenzauber
Schiurlaub

Zeit, für einen Eintrag in mein Tagebuch….

Es war soweit. Die Semesterferien sind mit der Ausgabe der Semesterzeugnisse angetreten. Nicht nur von den Kindern heiß ersehnt. Auch die Eltern freuten sich auf freie Tage. Im besten Falle nutzt man die Gelegenheit und fährt zum Schifahren bzw. Snowboarden in die österreichischen Berge. Hollareidudljö.

Als allgemeiner Chaot bekannt, hatte ich bereits eine ganze Woche vor Urlaubsantritt die Wintersportutensilien aus dem Keller gekarrt und geprüft. Da die Familie vier Mann hoch zählt, ist es wichtig, dass jeder Schiunterwäsche, Socken, diverse Funktionsshirts, Westen, Schals, Hauben bzw. Helme, Brillen, Handschuhe etc. hat. Ich musste feststellen, dass beide Söhne gewachsen sind (Überraschung I) und wieder einmal neue Klamotten brauchen. Also rein ins Sportgeschäft und ein paar Hundert Euro waren weg (Überraschung II). Zumindest hatten alle alles. Der Urlaub kann kommen.

Wir kamen am Samstag Nachmittag im Schiort an. Ich packte meine Taschen aus. Die der Kinder, die ein eigenes Zimmer bewohnten packte ich mit ihnen gemeinsam aus. Bis auf die Tasche, die all das Schigewand beinhaltete. „Das könnt ihr morgen früh gleich direkt aus der Tasche nehmen“, forderte ich sie auf.

Dann war dann „morgen früh“, nämlich Sonntag, 9:10 Uhr. Die Kinder hatten sich bereits die Bäuche am Hotelbuffet vollgestopft und waren in ihr Zimmer vorausgegangen, um sich gemütlich und OHNE Stress anzuziehen. Da der Zweitgeborene erst neun Jahre alt ist, dachte ich mir, ihm ein wenig zu helfen und ging in deren Zimmer. Der Erstgeborene hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits seine Snowboardutensilien aus der Tasche genommen. Zurück blieben die Sachen vom Schifahrer. Stück für Stück nahm ich die Teile heraus und legte sie dem Filius vor. Und dann trat das ein, das sich niemand – nicht einmal vorstellen - will. Ich hatte vergessen die Schihose einzupacken. Die neu erstandene Schihose um 70 Euro lag gemütlich in Wien im Kasten. Wie konnte das nur passieren? Mir wurde glühend heiß. Ich blickte auf meinen Sohn in blitzblauer Schiunterwäsche und bewunderte ihn, dass er halbwegs gelassen blieb. Um 9.45 Uhr wartete nämlich die Schilehrerin vor dem Hotel. Ich lief durchs Hotel und fragte meine Freunde, ob jemand zufällig eine zweite Schihose dabei hatte. Hatten sie nicht (Überraschung III).

Also, rein ins Auto, ab zum nächsten Sportgeschäft, dort hinein, nach einer passenden Schihose fragen, schnell probieren, Zettel abschneiden, gleich anlassen, 70 Euro bezahlen, rein ins Auto, rauf ins Zimmer, Schihelm aufsetzen, Schischuhe anziehen. Fertig. Um 9.45 Uhr stand der Zweitgeborene am vereinbarten Treffpunkt. Mein Adrenalinspiegel war stark angestiegen. Ich musste mich vor dem Schifahren nicht mehr aufwärmen – mein Vorteil.

Es war eine schöne Schiwoche, mit herrlichem Schnee. Gut, der Erstgeborene hat sich die Hand bei einem Sprung über eine sehr hohe Schanze gebrochen, aber sonst lief alles wie am Schnürchen.

Beim Heimkommen, am Samstag darauf,  war dann nur noch der riesige Berg Schmutzwäsche, den ich akribisch in hell und bunt ganze 4 Mal unterteilte. Teil 1 (das war der Teil, der es am nötigsten hatte) stopfte ich in die Waschmaschine und drückte nach Auswahl der gewünschten Temperatur und des erforderlichen Programms auf Start. Die Waschmaschine röhrte, wie ein abgestochener Hirsch und saugte das verdammte Wasser nicht an. Das war der dritte Adrenalinstoß, nach dem Entdecken des Fehlens der Schihose und dem Mitansehen des Sprungs über eine überdimensional hohe Schanze mit unglücklichem Ausgang. Ich drückte und presste, nahm die Wäsche zum Teil heraus, säuberte Siebe, die ich zuvor nicht kannte und wurde ob der riesigen, stinkenden Wäscheberge hysterisch. Danach gab ich vor Zorn der 10-Jahre-alten Waschmaschine einen Tritt – und – sie lief. Manchmal hat man ja doch Glück. Schi heil!

 

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