
Zeit, für einen Eintrag in mein Tagebuch…..
Physiotherapie, das Wort das sich aus Natur und Dienen bzw. Krankenpflege aus dem griechischen herleitet, nannte sich bis 1994 Krankengymnastik (nicht so sexy). Mit dieser sollte die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des menschlichen Körpers wiederhergestellt, verbessert oder erhalten werden. Die Behandlungen werden von Physiotherapeuten durchgeführt.
Nun denn. Ich harre der Dinge. Im Februar dieses Jahres stürzte ich beim Schifahren und nur wenige Sekunden, nach meiner Bruchlandung donnerte ein bulliger Typ, top ausgerüstet in mich hinein. Vielen Dank. Erst Wochen später stellte es sich heraus, dass ich einen Muskeleinriss habe sowie eine Läsion der Rotatorenmanschette. Gespickt mit einer Schleimbeutelentzündung, die meine Nächte zum Alptraum werden ließen.
Man nehme ein bisschen Cortison, Schonung und Termine beim Physiotherapeuten. Ich liebe meinen Sport, nämlich Shinergy und das ist dynamisch – ich möchte sagen – wild. Auf Physiotherapie hatte ich eigentlich keine Lust und Zeit auch nicht. Dennoch vereinbarte ich mir vier Termine in Folge.
Vor meinem ersten Date war ich neugierig und auch ein wenig aufgeregt. Ich wusste ja schon, wegen der telefonischen Anmeldung, dass es ein Mann ist. Die Stimme, die mich motivierte meinen ersten Termin um 8 Uhr Früh (!) zu absolvieren, klang mehr als sympathisch und ziemlich eloquent.
Adelheid es war soweit. Ein etwas kleinerer, sehr schlanker, beinahe zierlicher junger, blonder Mann mit exakter Frisur begrüßte mich. Er hat eine eher tiefere Stimme und spricht langsam, er wirkt insgesamt sehr entschleunigt. Mit dabei war eine Praktikantin. Eine fertige Juristin, deren Traumjob die Physiotherapie ist. Zweiter Bildungsweg quasi – klang sehr sympathisch.
Zuerst galt es einige Fragen abzuklären und etwaige Unsicherheiten versuchte ich mit mehr oder weniger Witz zu überspielen.
Dann musste ich mir meine Bluse ausziehen und stand auf eins, zwei, drei Barfuß auf einem Stück eingeschweißten Papier, mit den Zehen nach außen. Für alle Ballettratten: die erste Position. Links von mir ein großer Spiegel. Der Herr Physiotherapeut mit einem – glauben Sie es mir – unaussprechlichen Namen beäugte mich – hoffentlich fachmännisch. Wollte schon immer in dieser Position, mit BH und langer Hose vor einem feschen Typen stehen und mich blöd vorkommen. Ach ja, zu schwitzen habe ich auch begonnen. Ich frage mich manchmal wie da die anderen tun.
Egal. Das Schnucki mit dem guten Schmäh erklärte mir also die Übungen, die mir überhaupt nicht gefielen und an die ich nicht glaubte. Das habe ich ihm auch beim zweiten Date mutig gebeichtet. Er hat mir ins Gewissen geredet, mir meine Schulter (ohne Öl – aua) fest massiert, eben dort wo es weh tut, die Übungen ausgeweitet und es war dann hinterher auch einen Tick besser.
Die dritte Therapiestunde habe ich abgesagt, weil der Wetterbericht 35 Grad im Schatten prognostizierte und ich an diesem Tag schon drei andere wichtige Termine hatte und alles nur stressig geworden wäre. Nächsten Montag ist es wieder soweit, aber mit dem richtigen BH, der gesunden Einstellung und einem Funken Hoffnung wird alles gut.

Permanente Haarentfernung und Hautpflege