Musikunterricht

Musikunterricht tut gut. Für Kinder ein toller Zeitvertreib und ebenso für Erwachsene. Es ist nie zu spät ein Instrument zu lernen.

Musikunterricht

 

Zeit, für einen Eintrag in mein Tagebuch…..

„Ich dachte du bist cool!“, sagte unlängst eine Freundin zu mir. „Und jetzt willst du t.a.t.s.ä.c.h.l.i.c.h. Akkordeon lernen?“

Ja – ich will. Ja, ich wollte schon immer dieses Instrument beherrschen. Und jetzt ist es soweit. 43 Jahre alt habe ich werden müssen. Erst vor ungefähr zwei Jahren habe ich eine Tante milde belächelt, die mit fast 70 zum Gitarrespielen begonnen hat. Netter, teurer Zeitvertreib, dachte ich mir. Eben nett und nicht mehr. Gut, bei ihr fehlt Grundmusikalität – aber sie kämpft sich stetig und wacker durch.

Ich traue mich zu behaupten, musikalisch zu sein, ein Gefühl für Musik mitzubringen – ist es doch mein größtes Hobby. Mit 8 Jahren habe ich Gitarre gelernt und mit 12 Jahren nach Intervention meiner Musiklehrerin im Gymnasium (Frau Prof. Rossmanith – wie könnte ich sie vergessen) Violine. Sie war diejenige, die eine Frage der Klasse stellte und mindestens vier Schüler fragten „Meinen Sie mich, Frau Professor?“ Sie hat sehr stark geschielt – ihr Gehör war aber von feinster Qualität. Frau Rossmanith lutschte unentwegt Hustenbonbons, war immer ungeschminkt und benutzte große Lockenwickler. Sie kämmte ihr kurzes Haar jedoch nicht aus, nachdem sie die Lockenwickler entfernte. Das war natürlich nur Spekulation, hat aber exakt danach ausgesehen.

Sie meinte, ich hätte solch ein Talent und ich müsse unbedingt und überhaupt Geige spielen lernen. Wir borgten uns beim Geigenbauer eine Geige aus und auf eins, zwei, drei hatte ich zwei Unterrichtsstunden pro Woche. Ein Mal Privat und ein Mal am Konservatorium. Damals habe ich mich auf der Straße, am Weg zum Musikunterricht mit dem Geigenkoffer geniert. Ich blöde, pubertierende Kuh. Spaß hat es mir dennoch gemacht und ich war eine Zeit lang am Klassiktrip, trug Kimonos und zündete in meinem Zimmer Räucherstäbchen an.

Jetzt zerre ich meinen (ich habe ihn soeben abgewogen) 12,4 kg schweren Akkordeonkoffer in die Garage und wuchte ihn einmal die Woche in den Kofferraum, um zu meiner Akkordeonlehrerin in den 11. Bezirk zu fahren.

Es war gar nicht so leicht einen Lehrer für dieses Instrument zu finden. Gitarre- und Klavierlehrer findet man zu Hauf. Akkordeonlehrer sind eher rar. Also rief ich ein Akkordeon-Spezialgeschäft in der Taborstraße an und bekam dann drei Telefonnummern, um mein Glück zu versuchen. Es waren Telefonnummern von zwei Männern und einer Frau. Nachdem ich ja vorhatte nicht in meiner Wohnung Unterricht zu nehmen, tendierte ich eher zur Frau. Man weiß ja nie.

Aufgrund ihrer Stimme am Telefon, die sehr freundlich, aber auch sehr bestimmt war, stellte ich mir eine eher konservative Frau in den Mittvierzigern vor. Sie bot mir an – aufgrund einer Baustelle vor ihrem Haus – mein Auto in ihrer Garage abzustellen. Ich möge sie anrufen, wenn ich vor dem Garagentor stünde.

Und so war es dann auch. Ich fühlte mich wie in der Fernsehshow „Herzblatt“, wo am Schluss die Wand hochgeht und man denjenigen endlich sieht, für den man sich aufgrund origineller Antworten im Spiel entschieden hatte.

Das Garagentor öffnete sich langsam. Zuerst sah ich ihre Beine, die in hautengen, grauen Jeans steckten, dann ihren zierlichen Körper und zum Schluss ihr markantes, interessantes Gesicht, das von einem extravaganten Pagenschnitt umspielt wurde. Wow. Was habe ich nur für ein Glück, dachte ich mir.

Sie war mir sofort sympathisch. Sie ist Schauspielerin, Sängerin, Entertainerin und vieles mehr. Sie hat Akkordeon und Orchesterführung studiert, das heißt – sie wird mit mir klarkommen. Mich nimmt sie quasi zum Frühstück.

Ich plage mich derweilen ab, fordere meine Gehirnhälften bis zum Geht-nicht-mehr und hoffe, dranbleiben zu können. Ich übe auch fleißig – aber es ist verdammt schwer. Notenlesen, mit der rechten Hand die Melodie vom Blatt spielen, zeitgleich mit der linken Hand die richtigen Bässe (gibt eh nur 72 davon!) drücken und dann noch die Kleinigkeit von „den Balg auf und zu ziehen“. Ach ja – atmen habe ich vergessen. Das sollte man auch.

Musik ist Trumpf. Lernen Sie ein Instrument, es beflügelt – bzw. erfüllen Sie sich ihre Träume! Schönen Frühlingsbeginn allesamt!

Meinung posten

Jetzt einen Kommentar schreiben!

CAPTCHA Bild zum Spamschutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
  • Keine Kommentare
 
Stadt-Wien.at auf Facebook
Stadt-Wien.at auf Twitter