Merkur

Endlich! Mein mir vertrauter Supermarkt, Merkur hat umgebaut und eröffnete seine neuen Tore. Den Gutschein kann man allerdings erst ab 9. Dezember einlösen, na dann.

Merkur

Zeit, für einen Eintrag in mein Tagebuch……

Da ich in einem 4-Personen-Haushalt lebe – und dementsprechend einzukaufen habe, gehöre ich zu der Spezies, die einkaufen nicht so mag. Auf jeden Fall sollte es schnell gehen. Dazu muss man wissen, wo was liegt und am allerbesten sollte man wissen was man will. Letzteres ist zwar – beim Einkaufen wohlgemerkt – bei mir nicht der Fall, aber ich kenne mich gerne gut aus.

Der Mensch hat ein bestimmtes Einkaufsverhalten und ich bin jemand, der gerne dorthin geht, wo er schon alles kennt. Warum? Weil es dann eben schneller geht. So trat vor 2 Monaten das Schlimmste ein, was einem Gewohnheitstier wir mir nur passieren kann – MEIN Merkur wurde gesperrt, weil er eben modernisiert und umgebaut werden sollte.

So bin ich die letzten 2 Monate planlos einkaufen gewesen, mal da, mal dort und hatte nie alles zu Hause. Doch endlich! Vor fünf Tagen erreichte mich ein Brief vom Merkur, der mich darüber informierte, dass meine geliebte Filiale endlich wieder aufsperrt. Im neuen Kleid und überhaupt. Dankenswerterweise lag ein 10 Prozent Gutschein bei, um mich allsbald dorthin zu locken. Und nicht nur mich, denke ich mir.

Gestern war Samstag und ich hatte eine große Einkaufsliste. Praktisch, gleich da den neuen Merkur zu begutachten um hernach den Gutschein einzulösen.
Ich fuhr in die Parkgarage, die mir vertraut ist. Doch herrje. Links abbiegen ging nicht mehr, weil da stand ein riesiger Betonaufsteller. Ok. Die Bodenmarkierung galt also nicht mehr, denn ich musste wohl oder übel in die gegengesetzt angezeigte Richtung fahren. In der Garage ging es zu wie bei den Hottentotten. Glücklicherweise ergatterte ich einen Parkplatz ohne Blechschaden. Ich betrat den neuen Merkur an derselben Stelle, an der ich in den alten Merkur auch betreten hatte. Ganz vorne stand der fesche, junge, dunkelhaarige Filialleiter. Ich erkannte ihn sofort. Es ist nämlich der, der mir den Sport-BH von Tschibo, der angeblich allen passen sollte – und mir bedauerlicherweise zu groß war – einmal umtauschte. Peinlich. Schnell nach rechts und mal schauen was es nun so Neues gibt.

Mein erster Eindruck war mäßig. Eine große Halle mit unzähligen Aufstellern. Die rechte Seite bekam einen neuen, dunkelbraunen Boden, der hübsch aussieht, die linke Seite blieb weiß und damit unspektakulär. Ich irrte herum. No na. Muss ich mich ja erst neu orientieren. Das Obst ist gleich vorne. Ich verstehe das Konzept nicht. Ich konnte, so gut ich mich auch in den Architekten hineinversetzen wollte, keinen Faden finden.

Toll ist, dass sie nun auch Frischfleisch und frischen Fisch anbieten. Wird dem Architekten aber herzlich egal sein. Aber gut - das hat bisher sehr gefehlt. Dies ist aber auch schon das Einzige, was ich jetzt ad hoc hervorheben kann.

Gut, die Kassen wurden auch neue konstruiert. Sie sind jedoch zu knapp beieinander. Während ich meine Ware vom Förderband in den Einkaufswagen wuchtete, wollte der Typ links aus der Merkurkassa seinen Kobel kurz verlassen. Das ging allerdings nur, weil ich mit dem Wagen wegfuhr und Platz schuf. Unglaublich. Sie hatten auch keine Schnellkassa offen, für Leute, die nur bis zu 6 Artikel kaufen möchten. „Weil Samstag ist!“, antwortete die Dame im rechten Kassakobel. „Klingt unlogisch“, sage ich. „Personalmangel“, sagt der eingekeilte Typ in dem linken Kassakobel. Fragt sich jetzt nur, wer da am falschen Platz spart, denn ich habe aus Mitleid zwei Männer vorgelassen, die beide nur 3 Artikel in den Händen hielten.

„Sie haben ein bissl was vom Christkindl!“, sagt der Hübschere von den beiden. Der Ältere schaut auf meine Ware und entdeckt ein Krampussackerl. „Jetzt bin ich aber verunsichert, vielleicht doch ein bissl was vom Teufel? Scheint interessant, auf jeden Fall!“

Wie ich ans zahlen kam, streckte ich der Kassiererin meinen 10% Gutschein vor die Nase. „Der gilt erst ab 9. Dezember“, belehrte sie mich. „Bauernfängerei“, sage ich und schüttle verständnislos den Kopf.

Na dann – ich werde mich schon an den Wahnsinn gewöhnen und in Zukunft meine Einkäufe wieder schnell erledigen. Mal sehen, vielleicht habe ich ja doch Flügel und kann die schweren Säcke nach Hause fliegen…..ohne Blechschaden und mit einer Teufelsgeschwindigkeit.

 

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