

Zeit, für einen Eintrag in mein Tagebuch…..
Zehn Euro für jede halbe Stunde für einen Lebensberater. Ich wäre eine reiche Frau. Aber reich ist – wer Freude schenkt – das hat Holly Hobby gesagt, eine Märchenfigur aus meiner Kindheit. Stimmt ja auch irgendwie. Andere zu stärken, ihnen Mut zu machen, sie zu unterstützen ist eine schöne Geste, die Grandioses zurückgibt.
Trotzdem – es ist anstrengend, zeitraubend und mitunter belastend. Wie wird man zum Lebensberater? Es gibt sicher an irgendeiner Schule, an irgendeinem Institut eine dementsprechende Ausbildung. Basis dafür ist aber meiner Meinung nach eine gesunde Einstellung zu sich selbst und zum Leben generell. Gewürzt mit der Beziehung der Eltern, die einem vorgelebt wurde. Fertig ist die Formel.
Bisschen gruselig, wenn man bedenkt, wie viele Beziehungen geschieden werden, wie viele Beziehungen lieblos vonstatten gehen. Man lebt Jahre lang nebeneinander her, der Kinder zuliebe. Von wegen. Die merken es zuerst. Die Erwachsenen lügen sich in den Sack, dass es besser ist zusammenzubleiben. Irgendwie traurig das Ganze.
Es macht mich betroffen, wie viele Menschen Probleme haben. Es beginnt damit, den oder die Richtige zu finden. Je früher desto besser vielleicht. Man ist formbarer, anpassungsfähiger, flexibler. Im fortgeschrittenen Alter weiß man schon zu sehr was man nicht will. Man wird zum Sonderling, zum Monk man wird gnadenlos. Man wird zum Egoisten. Man will vielleicht fünf Mal pro Woche das Waschbecken desinfizieren, um beinahe daraus essen zu können, man will aus lauter Angst vor Infektionen die Toilette für sich alleine haben, man will mit Handschuhen schlafen, weil so die Handcreme besser einzieht, man will in seiner Freizeit lieber kleine Metallfiguren bemalen, als wandern gehen, man kommt mit der Vergangenheit des Partner nicht klar und will den Schrank nicht teilen, weil da schon mal was vom anderen drinnen lag.
In bestehenden Ehen ist ein großes Problem das Kinderkriegen. Die meisten wünschen sich Kinder. Sie wollen wissen wie ihre große Liebe auf zwei Beinen aussieht, kaufen Kinderbettchen, Bekleidung und Spielsachen in zarten Pastelltönen und träumen von der Familiengründung.
Doch das Leben bleibt nicht pastellfarben. Es beginnt schrill und grell mit der Geburt. Väter gehörten da eigentlich nicht hin. Vor allem wenn sie es aus irgendeinem winzigen oder weniger winzigen Grund nicht bei der Geburt dabei sein wollen. Punkt um. Viele haben mir schon erzählt, dass ab der Geburt nichts mehr ging, weil meist Männer ihre Frauen nicht mehr als Lustobjekt sehen konnten. Die Frau reduziert sich auf das Mutter sein. Da gibt es Frauen, die darunter leiden, und sich nichts sehnlicheres wünschen, als Begierde von ihrem Partner zu spüren, doch der tobt sich längst bei seiner Geliebten aus, die noch keine Geburt hinter sich hat.
Es gibt aber auch Frauen, die quasi ihr Ziel erreicht haben und sich dem Mutterdasein voll hingeben und von Sex und all dem schmutzigen Zeug nichts mehr hören und sehen wollen. Das dürfte ein häufiges Problem sein, denn nach der Geburt meines Jüngeren sagte der Gynäkologe zu mir: „Gehen S´ vergessen S´ eh nicht auf ihren Ehemann!“ Na dann.
Sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen und sich trotzdem nicht zu vergessen ist eine Kunst, die wenige beherrschen. Wenige lassen ihren Partner die notwendige Freiheit, Zeit für sich selbst und Zeit mit Freunden. Und wenn man sie gewährt, darf man hinterher nicht auf stur schalten und beleidigt sein, wie ein kleines Kind.
Vertrauen haben, sich zurücknehmen, etwas zulassen, verzeihen, tolerant sein, sich schätzen, miteinander Zeit verbringen, offen reden, frei sein, Sex haben, Träume ausleben.
Die Liste könnte endlos sein, die Lebensberatung auch. Es gibt immer irgendwas. Das Leben halt.

Permanente Haarentfernung und Hautpflege
15:38
zum nachdenken und selbst-reflektieren!