Kochkurs

So ein Kochkurs hat was. Man lernt und kommt danach in den Genuss des Verzehrs. Ob man es umsetzt ist die Frage. Aber der Wille ist auf jeden Fall da.

Kochkurs

Zeit, für einen Eintrag in mein Tagebuch……


Nun, bin ich ja jetzt nicht gerade eine von denen die die Kochkunst so richtig beherrscht. Mir fehlt das Quäntchen Leidenschaft, das man braucht, um Großartiges zu bewerkstelligen. Aber – ich liebe es, Gutes zu essen. Und – ich bin bereit mich zu verbessern und zu lernen, bin also dankbar für Tipps, die mir meinen Kochalltag erleichtern.

Letztes Wochenende hatte ich die Ehre mit Kim und 9 anderen Personen am Naschmarkt zu kochen und hernach das Zubereitete zu verzehren. Diese zarte Person aus Korea hat extrem viel  Kraft und Leidenschaft und damit auch den Schlüssel zum Erfolg. Über den Preis dieses Kochkurses will ich jetzt nicht schreiben um Ihnen den vielleicht aufkeimenden Appetit nicht zu verderben.

Begonnen hat es damit, dass das Koreanische Fernsehen gefilmt und fotografiert hat. Skurriler kann es gar nicht sein. Man fasste eine Kim-kocht- Schürze in kobaltblau aus und mit einem Schlag stachen wir Lehrlinge farblich heraus. Champagner zu Beginn enthemmte ein wenig und machte Mut für das Folgende.

Bisschen Theoretisches wurde kredenzt, das aber durchwegs charmant und kurzweilig. Dann wurde mit tollen, scharfen Messern, die Macheten glichen,  geschnitten, es wurde gehackt, es wurden Blätter abgezupft, Reisblätter eingeweicht, geformt, eingewickelt, gerührt, gemixt, abgebraten und dazwischen – Gang für Gang – gegessen. Natürlich wurde auch Wein getrunken und es wurde gescherzt. Alles war dabei – bis aufs allgemeine Händewaschen vor Beginn der Prozedur, aber das sei nur am Rande erwähnt.

Es mundete, die Gewürzkombinationen waren ein Traum, es war leicht und machte trotzdem satt.

Unter anderem war ich dafür eingeteilt, Rosmarin klein zu schneiden. Habe ich mein Leben lang noch nie gemacht. Ich habe Rosmarinzweige abgezupft, jedoch die Nadeln ungeschnitten auf  - zum Beispiel den Fisch - gestreut. Ich gab alles und wollte es kleinstmöglich zerhacken. Kim meinte: „Gut, aber das geht noch feiner.“ „Na dann kann man es ja gleich gemahlen kaufen, oder?“, war meine Reaktion. Ist verpönt. Demnach – scharfe Messer braucht das Land. Die kann man bei Kim kaufen. Auch Gewürze. Und Kochbücher. Klar, was dachten Sie?.

Fleisch richtig abzubraten ist eine Art Kunst, stellte ich fest. Ich habe zum Beispiel noch nie zuvor zuerst die Pfanne erhitzt und erst dann das Fett dazugegeben. Aber so gehört es, laut Kim. Habe ich letztens bei meinen Rindsrouladen gleich ausprobiert. Schmecken ganz anders (Lüge).

Andere waren beauftrag roten Zwiebel zu schneiden und aufgerufen dabei mitzudenken. Kim schnitzt dort fast ein Muster in Windeseile hinein und heraus fallen kleinste Zwiebelwürfelchen. Es scheint herrlich einfach zu sein.

Nudeln wurden nur ganz kurz gekocht, die Polenta mit pürierten Mangos aufgepeppt, Zitronen ausgepresst, Fisch in Papier eingewickelt. Alles ganz leicht, sagt Kim. Na klar, was denn sonst. Also - viel Spaß beim Nachkochen.

Ich werde berichten, ob und wie oft ich dieses Kochbuch in meinen Händen halten werde. Ob meine Gäste glücklich oder peinlich berührt waren, ob ich meine Kinder davon überzeugen werde können.

Allesamt Mahlzeit, einstweilen.

 

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