Jagd

Die Jagd ist eine der ältesten kulturellen und sozialen Erscheinungen des Menschen. Es bräuchte allerdings eine höheres Maß an Information.

Jagd

Zeit, für einen Eintrag in mein Tagebuch…..

Schon in der Altsteinzeit wurde gejagt. Ob jetzt zwecks der Nahrungsversorgung oder zur Gewinnung von Nebenprodukten, wie Horn, Knochen oder Felle für Bekleidung und Schuhe. Heute ist es nicht unähnlich. Dazu kommen ökologische Gründe, um das natürliche Gleichgewicht zu erhalten. Raubwild wurde ausgerottet und der Mensch muss eingreifen, auch aus wirtschaftlichen Gründen, denn es gilt Wildschäden zu verhindern und die Wild-Population zu regulieren.

Die Jagd wird allerdings zunehmend eine Freizeitbeschäftigung und die Anzahl der Jagdscheinbesitzer nimmt stetig zu. Vor drei Wochen hatte ich allerdings einen anderen Zugang zur Jagd als heute. 10 Tage in Lackenhof waren mehr als lehrreich und spannend und dies wird nicht der letzte Artikel sein, den ich über diesen Aufenthalt schreiben werde.

Ich bekam die Möglichkeit auf die Jagd mitzugehen, überhaupt die Chance mich auf dieses Thema einzulassen, inmitten von engagierten, dynamischen Jägern und einer verdammt lässigen Jägerin. Bei ihr stimmt nicht nur die Optik und das Outfit, sondern auch die Einstellung zur Jagd. Sie gehört zu denen, die die Sache von A bis Z ernst nehmen, sprich, jeder Schritt bis hin zum Aufbrechen und Versorgen des Wildes ist ihr vertraut.

Es gibt übrigens unzählige Spezialbegriffe in der Jägersprache. Einige sind einem geläufig, andere wiederum hat man noch nie gehört, manche kennt man aus der Umgangssprache, wie Schnepfen, Luder, auf den Strich gehen, Büchse oder Lauscher. Einer Standessprache haftet immer etwas Exklusives, Elitäres, beinah Geheimbündlerisches an, man denke an Schülerjargon, Ärztesprache oder die Geheimsprache der Ganoven.

Mein romantisches Naturverständnis geriet noch bis vor drei Wochen mit der Jagd in Konflikt, mittlerweile bin ich geläutert. Zudem empfand die Jagd als sehr aufwendig.

Zuerst muss man sich überlegen, wo es Sinn macht, auf die Pirsch zu gehen. Oft ist der geeignete Platz mit einem steilen Aufstieg von einer halben Stunde verbunden (Grüße an Gustav an dieser Stelle) Man trägt gedeckte Farben und achtet in erster Linie auf den Wind, denn das Wild riecht verdammt gut. Das heißt: kommt der Wind aus der falschen Richtung, braucht man sich erst gar nicht auf einem Hochsitz niederlassen. Man wird nicht ein einziges Tier erspähen. Man verhält sich still, wie der Jagdhund der darauf abgerichtet ist. Man sitzt und beobachtet, das ganze mit hoch technischen Hilfsmitteln, wie Feldstecher oder Entfernungsmesser. Dann muss das Wild angesprochen, sprich erkannt werden. Wie alt ist es? Ist es freigegeben? Ist es schwach? Ist es stark? Ist es ein Junges? Gibt es ein zweites Junges? Passt die Entfernung? Ist es notwendig? Passt das Licht?

Nach zugegebener Maßen sehr entspannter, ruhiger Zeit am Hochsitz gilt es schwierige Entscheidungen zu treffen. Hohe Verantwortung lastet auf dem lodengrünen Rücken des Jägers. Ob zum Halali geblasen wird entscheidet er allein, meist in der Morgen- oder Abenddämmerung. Wird das Tier erlegt, hat der Jäger noch eine Menge Arbeit, um alles ordnungsgemäß zu vollenden. Ich zolle ihnen meinen Respekt.

Jetzt beginnt die Hirschbrunft. Das soll ein ganz besonderes Schauspiel sein. Bisher konnte ich nur einen Rehbock aus nächster Nähe hören und das klang schon ganz sonderbar und für mich ungewöhnlich. Wer einen Hirsch geschossen hat, feiert und lädt Freunde dazu ein. Daher auch der Witz: Zwei Jäger gehen bei einem Wirtshaus vorbei.

Sie sind gesellig und das ist schön. Das Zweigerl auf der richtigen Seite am Jägerhut entscheidet über Erfolg und Misserfolg, aber wenn man sich mit der linken Hand zuprostet kann es nur Glück bringen. Weidmanns heil!

 

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