
Für jeden bedeutet Freundschaft etwas anderes. Menschen haben unterschiedliche Vorstellungen von einer wahren Freundschaft. Dennoch gibt es einige gemeinsame Nenner, dessen bin ich mir sicher.
Wenn man älter wird, stellt man fest, dass es Menschen, also Freunde gibt, die einem eine Zeit lang, während eines Menschenlebens begleiten. Das kann sich verändern. Die Qualität leidet, eine Enttäuschung oder ein Streit kann es beenden. Etwas, das langsam gewachsen ist, lange anhielt und von hoher Qualität war, sollte nicht enden. Es tut weh, man denkt zurück. Man wiegt ab. Man sucht Schuld und sollte Einsicht haben. Ob es, es denn wert wäre? Man fragt sich viele Fragen. Das warum kreist wie ein Damoklesschwert um einen herum.
Letzte Woche traf ich eine Bekannte, die ich einst über eine sehr gute Freundin kennengelernt habe. Ich habe K. schon lange nicht mehr gesehen und dann innerhalb einer Woche gleich 2 Mal. Sie erinnert mich unweigerlich an meine ehemals beste Freundin und ich muss zugeben ein klein wenig Wehmut gespürt zu haben. Die Freundschaft ging scheinbar ohne Grund, ohne Auseinandersetzung auseinander und die bockigen Gefühle sind nach zwei Jahren versiegt. Man stellt sich vor, einander wieder zu treffen bzw. man stellt sich vor, wie es ist, wenn man sich zufällig über den Weg läuft. Noch vor einem Jahr, hätte es mich sehr gestresst. Mittlerweile bin ich um ein paar Nuancen gelassener geworden und würde mich über solch eine Situation beinahe freuen.
Natürlich könnte man sie selbst herbeiführen. Doch die Angst vor Enttäuschung, vor Ablehnung ist massiv vorhanden.
Vielleicht ist es normal, dass Menschen kommen und gehen. Und das ist ja auch schön. Man lernt neue fantastische Freunde kennen, die faszinieren, die inspirieren, die loyal sind, die zuhören und für einen da sind. Man ergänzt sich, man verbringt Zeit, so gut es eben geht und steht in engem Kontakt. Man sucht Verständnis für die eigene Art zu leben. Man will respektiert werden mit allen Wenn und Abers. Und man muss es umgekehrt genauso leben. So schwer.
Der Stolz ist ein Hund, wie man im Volksjargon behauptet. Wenn ich mein Kalenderblatt lüfte, sehe ich nächste Woche den Geburtstagseintrag einer Freundin, die schon seit vielen Jahren in Deutschland lebt. Uns verbindet vieles. Viel Spannendes, Schräges, Lustiges, Skurriles. Wie konnte es dazu kommen, dass wir seit zwei Jahren keinen Kontakt mehr miteinander haben? Ich weiß es nicht, denn es wurde nicht kommuniziert. Und das war sicher wegen dem Stolz und der Wut und dem Ärger und einer Form der Enttäuschung. Man müsste es psychologisch abwandeln, deuten und analysieren.
Manchmal – so wie mir heute – fallen einem Fotos in die Hände, die die vertrauten Personen von damals zeigen. Lächelnd, strahlend, schön. Mir wird warm ums Herz. Freundschaft ist mit einer Partnerschaft gleichzusetzen und verlangt aber so was von einer Menge Toleranz und Verständnis. Es ist nicht immer leicht und es ist immer ein wenig Arbeit. Aus Egoismus vernachlässigt man den anderen. Die Eifersucht tut das ihre dazu und vergiftet langsam. Wer hat schon all die menschliche Größe, die eigentlich den alten, Weisen vorbehalten ist?
Man kann nur daran arbeiten. Man lernt, man bereut, man erinnert, man lacht, weil man lebt. Grönemeyer hat da mal ein Lied darüber geschrieben. Und texten kann er, der Herbert.
Sollen die Freundschaften schöne Erinnerungen bleiben? Soll man sie aufwärmen? Sie neu beleben? Der verlorenen Freundschaft wieder Leben einhauchen? Kann man dann noch vertrauen? Wird es wieder so wie früher?
Dalai Lama sagt: Lasse niemals einen kleinen Disput eine große Freundschaft zerstören. Wenn du feststellst, dass Du einen Fehler gemacht hast, ergreife sofort Maßnahmen, um ihn wieder gut zu machen.
In diesem Sinne: eine schöne Woche!

Permanente Haarentfernung und Hautpflege