Döblinger Hauptstraße

Die Döblinger Hauptstraße hat ein Überangebot an Bäckereien. Dicht gefolgt von einem Überangebot an Hörgeräten. Die Anreiner wünschen sich eine gute Fleischerei. Na, vielleicht im nächsten Jahr....

Döblinger Hauptstraße

Zeit, für einen Eintrag in mein Tagebuch……

Ich wohne schon lange unweit der Döblinger Hauptstraße. Es ist quasi meine Haus- und Hofstraße zum Einkaufen. Es gibt Straßen im 19. Bezirk, die weitaus besser sind, belebter, bessere Geschäfte oder größere Auswahl haben. Die Obkirchergasse zum Beispiel. Auch im angrenzenden 18. Bezirk ist die Währingerstraße ein tolles Beispiel für Entwicklung und Innovation.

Aber zurück zur traurigen Döblinger Hauptstraße. Das Desaster begann vor nun mittlerweile mehr als zwei Jahren. Die einzige Fleischhauerei, nämlich der Trünkel hat seine Pforten geschlossen. Seit 20 Jahren habe ich das Fleisch, das ich mehr oder weniger gut verkocht habe, dort erstanden. Das Team in dieser Filiale war herrlich erfrischend und die Ware immer vom Feinsten.

Möchte ich jetzt auf die Schnelle Fleisch kaufen, muss ich wohl oder übel das fertig abgepackte Fleisch von Billa oder Spar konsumieren. Der nächste Fleischer ist nur mit dem Auto oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Unsere Straße bräuchte einen Radatz, der mich am Standort Obkircher Markt wirklch fasziniert.

Aber – welch Freude – es eröffnete jetzt in dem über zwei Jahre freistehenden Geschäftslokal ein neues Geschäft. Die Anreiner waren alle sehr gespannt und hofften mit mir auf einen Fleischer. Weit gefehlt: die Anreiner nahe der Döblinger Hauptstraße dürfen sich nun über das zweite (!) Hörgerätegeschäft in dieser kleinen Straße freuen. Es ist für mich unbegreiflich. Keine 30 Meter stadteinwärts eröffnete erst vor einem Jahr ein modernes, großes Hörgerätegeschäft. Ich frage Sie: wie viele Hörgerätegeschäfte braucht eine kurze Straße?

Das ist aber noch nicht alles. Nein, all das wird noch getopt. Wovon? Wollen Sie wissen?

Wir hatten vor vielen Jahren einen richtig guten Bäcker: die Bäckerei Gangl. Dort gab es Handsemmeln zum Verlieben. Ein kleiner Familienbetrieb mit herrlicher Ware und tollem Service. Diese Bäckerei wurde von der Firma Gradwohl, einem Biobäcker übernommen, der auf volles Korn setzt. Soweit so gut. Ein paar Meter stadtauswärts haben wir eine Bäckerei Felber, jedem ein Begriff. Wir haben einen Billa, der frisches Brot bäckt und einen Spar, der ebenso gute Backware anbietet. Dann hatten wir immer eine kleine Ankerfiliale, mit dem typischen Ankersortiment. Die machte zu – wahrscheinlich war die Konkurrenz zu groß (Überraschung!) und in dieses Geschäftslokal kam – nach aufwendigen Umbauarbeiten - Sie werden es nicht glauben – eine Szihn Brot Filiale. Jawohl ein Bäcker.

Zwischenzeitlich machte die Filiale Wolford zu, die sich vor ein paar Jahren neben die Palmersfiliale gesetzt hatte.

Stattdessen baute eine Firma im großen Stil um. Drei Mal dürfen Sie raten. Jawohl: es wurde zu einer Bäckerei umfunktioniert. Der Mann setzte sich auf diesen Platz. Ich frage Sie nun: wie viele Bäckereien braucht eine kleine Straße? Habe ich zu erwähnen vergessen, dass sich unweit auch noch die Bäckerei Stumpf befindet und ebenfalls Brot und Gebäck verkauft? Achja, fast hätte ich die Bäckerei Ströck beim U-Bahn-Aufgang und die Bäckerei König vergessen. Ich fühle mich irgendwie von Brot und Gebäck verfolgt.

Keine Überraschung eigentlich, dass nach nur einem halben Jahr die Filiale Szihn Brot ihre Pforten geschlossen hat. Dieses Geschäftslokal ist nun zu mieten. Vielleicht hat ja ein Hörgerätegeschäft Interesse? Oder kennen Sie vielleicht eine Bäckerei, die auf der Döblinger Hauptstraße und Umgebung noch nicht vertreten ist?

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