
Zeit, für einen Eintrag in mein Tagebuch…..
Es war mein erstes Mal. Und das erste Mal ist immer entscheidend. Es ist prägend und bleibt definitiv in Erinnerung. Ich habe es getan. Ich habe mich durch den leichten, aber dennoch permanent vorhandenen, durchwegs positiven Gruppendruck dazu bewegen lassen, trotz Höhenangst Canyoning zu versuchen.
Für alle die es nicht wissen: darunter versteht man das Begehen einer Schlucht von oben nach unten durch Abseilen, Abklettern, Springen, Rutschen, Schwimmen und Tauchen. Das ganze natürlich mit der entsprechenden Ausrüstung, die man vor Ort zur Verfügung gestellt bekommt.
Neben dem sportlichen Reiz des Abenteuers – der zweifelsohne vorhanden ist – steht vor allem das Naturerlebnis im Vordergrund und das ist gewaltig.
Meine erste Sorge war, dass mir kalt werden wird, weil das Wasser schlappe 9 Grad hatte. Nachdem ich mir allerdings den Neoprenanzug samt Neoprenjacke und Neoprensocken plus Schuhwerk übergestülpt hatte, sehnte ich mich bei 23 Grad Außentemperatur nach kühlem Wasser. Bisher dachte ich immer, dass absolut jeder in einem Neoprenanzug gut aussieht. Dieser Neoprenanzug war allerdings mindestens 5 mm dick und darüber hatte man einen Canyoninggurt, der von hinten wie eine riesige, gelbe Windelhose aussah. Sexappeal adieu.
Unsere Gruppe bestand aus 5 lässigen Männern und geführt wurde dieser Trip von Ewald Kraushofer-Dietrich und seiner Frau Merit. Ein Typ Mann, den man gesehen haben muss. Es ist einer jener, die maximal 7 Prozent Körperfettanteil haben, perfekt proportioniert und definiert sind. Eine coole Sau, dieser Ewald, der – so glaube ich – vor nichts Angst hat (naja, vielleicht manchmal vor seiner Frau).
Man trabte nach einer kurzen Einschulung erstmals harmlos los und watete knöchelhoch im kalten, klaren Wasser. Ich wog mich noch ungeahnt der Dinge, die folgen würden in Sicherheit und war froh, mich dafür entschieden zu haben und dieser lustigen Gruppe beiwohnen zu dürfen. Das erste Hindernis galt es zu durchrutschen. Fand ich nicht so schlimm. Für Menschen, die ihr Haupthaar nicht so gerne nass machen, ist diese Sportart allerdings nicht zu empfehlen. Es gab sogar eine Kapuze am Neoprenanzug, mit der man einem Teletubbie ähnelte, aber ich glaube auch die, die sich diese umstülpten, wurden am Kopf nass.
Das nächste Hindernis war dann schon ein Sprung und somit meine zweite Sorge. Auweh. Und ziemlich hoch – dachte ich, weil ich ja noch nicht wusste, was auf mich zukommen würde. Ich wollte natürlich nicht blöd dastehen vor den Jungs und dem coolen Ewald. Also sprang ich ins eiskalte Wasser. Wie im richtigen Leben. Stolz bin ich wieder aufgetaucht – mit Daumen hoch, weil alles ok. Der nächste Sprung war dann um sicher 3 Meter höher und die Felswand vis a vis war verdammt nahe. Irgendwie bin ich auch dort runtergekommen und die nächsten Male Rutschen waren beinahe lächerlich für mich. Schnell fühlte ich mich wie ein Ranger und im Wasserfall daheim, doch dann kam sie, die Schlucht, in die man sich von oben abseilen sollte. Na dann Grüß Gott. Die Schlucht wurde permanent von einem mehr als heftigen Wasserschwall durchschwemmt und ich dachte mir, dass man in dem Moment, wo man durch diesen Wasserschwall wird klettern müssen, keine Luft bekommen wird.
Zwei waren vor mir. Ich wollte gar nicht lange darüber nachdenken und opferte mich quasi als Dritte. Ich war so froh, wie ich diese Aufgabe bewältigt hatte, denn ich bin wirklich über mich rausgewachsen. Dachte ich, weil ich ja noch nicht wusste, was noch folgen wird.
Der letzte wirklich hohe Sprung von etwa 8 Metern Höhe war dann für mich persönlich die größte challenge. Man musste nämlich beim Absprung einen Schritt nach vorne machen, sonst hat man vielleicht geschmeidig den Felsen im Rücken. Ewald warf einen Stein auf eine mir 20 x 20 Zentimeter scheinende, kleine Fläche im Wasser - ganz, ganz weit unten. Er zeigte uns, wo wir hinzuspringen hätten. Na sehr beruhigend.
Ich habe den Tik zu lange überlegt und gehadert und die Partie ein wenig aufgehalten. Ein bisschen habe ich die Frau raushängen lassen, aber nur ein bisschen. Denn dann bin ich gesprungen. Holla die Waldfeh, sag ich nur.
Drei, vier Stunden sind wie im Fluge vergangen und die gegrillten – selbst gefangenen (naja ich war zumindest dabei) Forellen haben mir so gut geschmeckt, wie schon lange nichts mehr. Danke Gustav, danke Ewald.

Permanente Haarentfernung und Hautpflege
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