
Zeit für einen Eintrag in mein Tagebuch.
Wenn ich das lese, erinnere ich mich an meine Kindheit und höre im Geiste die Signation dieser Sendung („Blende auf" von Werner Müller), die schon eine Ewigkeit zurückliegt und mitunter die Turn-Karriere von Ilse Buck ebnete.
Viele unter uns sind Autofahrer, viele fahren gut, einige sind eine Gefährdung. Teils sind es die Greenhorns, die glauben gut zu fahren, teils sind es die 90-jährigen die sich noch immer für fahrtauglich halten. Dann gibt es die Alkoholisierten, die, die ohne Führerschein fahren, die Aggressiven, die dich bei einer roten Ampel am liebsten aus dem Auto zerren würden, wäre die Karre nicht verriegelt. Es gibt die Vorsichtigen, die im Stadtgebiet 30 km/Std. fahren, es gibt die selbsternannte Privatpolizei, die einen maßregelt, wenn man statt der erlaubten 70 km/Std. 80 km/Std. fährt (meist ältere Paare zwischen 60 und 70). Dazwischen dümpeln die Fahrschüler und Jugendliche mit der „L17-Ausbildung", die die Kleinigkeit von 3000 km absolvieren müssen. Außerhalb des Stadtgebietes gibt es die air-brush-gebräunten Lenker mit auffrisierten Autos und Auspuffen im Durchmesser so groß wie eine Rohrpost. Im Zentrum sichtet man die feinsten Automarken und brandneue Cabrios - Musikbeschallung inklusive.
Das Auto ist ja prinzipiell zum Fahren da. Jugendliche - zum Teil auch Verheiratete - verwenden es aber auch als Zimmerersatz und dies sind wahrscheinlich so ziemlich die einzigen Momente wo man erstaunt feststellen kann, wie weit sich doch der Beifahrersitz vor und zurückstellen lässt. Auf jeden Fall sollte man sich für Sex im Auto ein wirklich verstecktes Plätzchen aussuchen. Kommt nicht wirklich gut, wenn die Polizei am Rückfenster anklopft und fragt, ob eh alles in Ordnung ist und ob man nicht eine Party am Samstag am Abend habe und zusieht wie Frau sich langsam, weil unbequem, anzieht.
Ach ja - parken muss man das Fahrzeug ja auch. Aber bitte Vorsicht!
Unlängst läutet es an meiner Sprechanlage. Es war K vom Haus nebenan. Er kennt mich peripher und weiß, welches Auto zu mir gehört. „Du stehst vor der Garageneinfahrt. Wieso stehst du vor der Garageneinfahrt? Du blockierst alles. Die Autos können nicht hineinfahren", höre ich ihm aufgeregt sagen. „Ich stehe doch nicht vor der Einfahrt. Ich habe mich vor meinem Haus eingeparkt." Unmittelbar nachdem ich das wissentlich behauptete, schritt ich kopfschüttelnd zum Fenster und beugte mich weit hinaus, um zur Garageneinfahrt sehen zu können. Tatsächlich. Mein Auto stand genau vor der Einfahrt. Ein bisschen schräg stand es. Oh mein Gott. Peinlich berührt lief ich hinunter und parkte mein Auto um. Ich hatte meine Handbremse sichtlich nicht fest genug gezogen. Ich wohne in einer abschüssigen Straße und mein Auto ist gemütlich bergab gerollt und hat sich verselbständigt. Wenn es durch die Auffahrt zur Garage nicht abgefangen worden wäre, wäre es wie K.I.T.T., das Auto mit der künstlichen Intelligenz von Michael Knight (sie wissen schon, David Hasselhoff) in die Hauptstraße eingefahren. Nicht auszudenken, was da alles passieren hätte können.
Nachdem ich die Geschichte zwecks Aufarbeitung dem einen oder anderen erzählte, erreichten mich mehrere Outings von anderen. Fahrzeuge, mit nicht angezogenen Handbremsen haben schon Motorräder umgeworfen, Dienstfahrzeuge von der Polizei gerammt, drei Quergassen alleine bewältigt. Unglaublich.
Gut kommt auch eine Kollision mit einem Bundesheerfahrzeug. Noch besser kommt diese, wenn man eine Frau ist und blonde Haare hat. Dicht gefolgt von „in-ein-parkendes-Auto-im-Retourgang-hineinfahren". Man muss sich vorstellen, an einer Haustüre anzuläuten und sagen zu müssen: „Entschuldigung, ich bin in ihr parkendes Auto gefahren. Verschlimmert wird die Situation, wenn das eigene Auto drei Wochen alt ist.
F erzählte mir, dass er beim Einparken das hintere Auto ganz leicht beschädigt hatte und dabei von einem Passanten beobachtet wurde. Aus dieser Not heraus fühlte er sich bemüßigt, seine Kontaktdaten in den Scheibenwischer des beschädigten Autos einzuklemmen. Als gewissenhafter Bürger verließ er den Ort des Schreckens. Zwei Stunden später kam er zurück. Der Zettel war noch in dem Scheibenwischer eingeklemmt. Er nahm ihn heraus und fuhr los. Doch nicht so gewissenhaft, der F.
Es gibt Männer die ihr Auto bei zugegebner Maßen verplanten Autogaragenausfahrten zerkratzen, sich heimlich (Ehefrauen und Freunde sollen das Gefühl haben man sei perfekt) diesen Schaden reparieren lassen, um dann eine Woche später denselben Fehler erneut zu begehen, es wieder heimlich korrigieren lassen, um dann zum dritten Mal in die Falle zu tappen.
Man hört von Kindern, die einem vom Rücksitz plappernd ablenken, auf ein Kinoplakat auf der linken Fahrbahnseite aufmerksam machen und auf eins, zwei, drei klebt man im funkelnagelneuen Mercedes SLK, aus dem ein 18-jähriges schlankes Beinchen mit Stöckelschuh als erstes zur Erscheinung tritt. Papa hat ein teures Geschenk gemacht, eh ein Auto von hervorragender Qualität, gut ist es gegangen, nichts ist geschehen. Dieses Mal ...

Permanente Haarentfernung und Hautpflege