
„Ja ich will!“ – drei Worte von großer Bedeutung.
Spätestens nach dem „romantischen“ Heiratsantrag macht sich jede Frau Gedanken über das Brautkleid bzw. ihr persönliches Traum-Brautkleid.
In Bezug auf Farbe und Stil der Brautkleider gibt es eine schier unerschöpfliche Vielfalt: „Ganz in weiß mit einem Blumenstrauß …“ oder doch lieber Brautkleider in sogenannten Off-White-Tönen wie Champagner, Creme oder Elfenbein anprobieren; wobei warum klassische Farben wählen, wenn Brautkleider auch in rot, grün, … geschneidert werden?!
Die Qual der Wahl muss man(n), besser gesagt Frau, jedoch nicht alleine treffen, schließlich bieten Modeboutiquen, die sich auf Hochzeitsmode (Pronuptia) spezialisiert haben, persönliche Beratungen in Sachen Brautkleider an; ob „von der Stange“ oder maßgeschneidert, in der Welt der Brautkleider ist für jede Braut das richtige, das ideale Hochzeitskleid dabei: Romantisch mit Spitzen, Rüschen und/oder Stoffrosen verziert, mit schwingendem Reifrock oder figurbetont geschnitten – bodenlang mit Schleppe; verführerischem Rückendekolleté oder ein kurzes Kleid, … der Kreativität in Bezug auf die Gestaltung der Brautkleider sind so gut wie keine Grenzen gesetzt.
Zur Auswahl und Anprobe der Brautkleider kommen traditionsgemäß die Brautmutter und/oder die beste Freundin mit, schließlich muss man sich als zukünftige Braut auf ehrliche Meinungen, bezüglich der Wahl des Brautkleides, verlassen können. Dem Bräutigam, allerdings, bleibt der Blick auf das Brautkleid bis zum Tag der Hochzeit bzw. bis zum Beginn der Trauungszeremonie verwehrt – es bringt Unglück, würde der Bräutigam das Brautkleid schon vorher zu Gesicht bekommen.
Doch werfen wir einen Blick zurück in die Vergangenheit - Wie haben Brautkleider anno dazumal ausgesehen?
Welche Schnitte, Muster, Farben, etc. waren in den vorigen Jahrhunderten modern? Galt es aufzufallen oder übte man sich bei der Wahl der Brautkleider in Bescheidenheit und Zurückhaltung?
Brautkleider – Geschichte
In Europa ist die traditionelle Farbe der Brautkleider weiß, da die Farbe weiß für Reinheit und sexuelle Unberührtheit steht. Jedoch konnten sich bis zur Mitte des 19. Jahrhundert wenige Bräute weiße Brautkleider leisten. Eine der ersten Bräute, die in einem hellen Brautkleid vor den Altar trat, war Maria de Medici im Jahre 1600. Bei der Vermählung mit Heinrich IV. trug sie ein eierschalenfarbenes Seidenkleid.
Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts heiratete eine Braut der Mittelschicht und Unterschicht in ihrem besten Kleid, das meist in dunklen Tönen wie braun und schwarz gehalten war.

„Eine deutsche Braut des Mittelstandes trug 1750 bei der Trauung einen Rock von brauner, mit roten und
gelben Blumen durchwirkter Seide und dazu eine Schnürbrust von grasgrünem Gros de Tours, mit Gold
gesteppt. Am französischen Hof und in der vornehmen Gesellschaft trug das Brautpaar am Hochzeitstag Goldbrokat auf schwarzem Grund“ (Max von Boehn, 1986)
Der wirtschaftliche Aspekt bei der Farbwahl der Brautkleider, spielte keine unwesentliche Rolle; Brautkleider in gedeckten Farben und aus gutem Stoff konnten so nicht nur einmalig, sondern auch weiterhin zu anderen festlichen Anlässen getragen werden. Selbst unter reicheren bzw. gut situierten Brautleuten galten hochweiße Brautkleider, die lediglich am Tag der Trauung getragen werden konnten, als unnötiger Luxus. Brautkleider in reinem weiß blieben, zumindest im 19. Jahrhundert, dem Adel und Großbürgertum vorbehalten.
Auf vielen bürgerlichen Hochzeitsfotos aus dem 19. Jahrhundert sind dementsprechend viele dunkel gekleidete Bräute zu sehen; einziges Dekor waren eventuell ein weißer Schleier und ein Myrtenkränzchen.
Im Jahre 1813 gab es die erste Modezeitschrift für Brautmoden bzw. Brautkleider, und seit den 1920er Jahren setzten sich in weiten Teilen der Bevölkerung weiße Brautkleider durch.
Eine kurzlebige Modeerscheinung in Sachen Brautmode war in den 1970er und 1980er Jahren der Hosenanzug, dieser war zwar ebenso weiß wie die obligatorischen Brautkleider, konnte sich jedoch nicht durchsetzen.
Autorin: Pamela Graf
Bild 1 und 3: Brautkleider - La Sposa "Desert" und "Navel" - Pronuptia Hochzeitsmode, Brautkollektionen 2008
Bild 2 und 4: Brautkleider - Pronovias "Montreal" und Manantial" - Pronuptia
Hochzeitsmode, Brautkollektionen 2008
Bild 5: Brautkleid. Cognacfarbene Seide, Jeverland um 1880/90, 160 cm, ©Schloßmuseum Jever
Auswahl an Brautkleider finden Sie unter www.pronuptia.at
Brautkleider links: www.pronovias.com und www.splasposa.com
Literaturnachweis:
Boehn, Max von: Die Mode. Eine Kulturgeschichte vom Mittelalter bis zum Jugendstil. Bd. 2. München 1986

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