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Liebe & Erotik Text: Claudia Ohswald

Tagebuch: Partnersuchende nerven

Partnersuche? Die Qual der Wahl. Finden Sie einen Partner im Job, in einer Bar, im Internet oder beim Einkaufen! Wie das geht? Lesen Sie weiter!

2 männliche Enten hinter einer weichlichen Ente schwimmend
© Pixelio/Helmut J. Salzer |

Zeit, für einen Eintrag in mein Tagebuch…..

Uff. Vier Tage in Folge war ich unterwegs. Ziemlich anstrengend, wenn man schon die Vierzig überschritten hat. Lustig, aber allemal. Bei mir hat ja auch der Spaßfaktor Priorität, das erleichtert vieles, bei anderen ist Partnersuche angesagt – da sieht die Sache schon anders aus.

Da gibt es S. die einen Raster im Kopf hat, wie ER denn auszusehen und zu sein hätte, den gnadenlos über die paar wenigen, die in Betracht fallen, drüberlegt und scheitert. In ihrem Job wimmelt es von Frauen, die karge Freizeit wird entweder mit ebenfalls, man muss es leider sagen, frustrierten Freundinnen, die langsam aber sicher zu Männerhassern mutieren, oder aber mit verheirateten Männern, die nichts versprechen und nur konsumieren verbracht und in den Abendlokalen trifft man nun mal nicht den Mann fürs Leben, zumal man schon 40 ist und auch nicht knackiger wird. Partnersuche im Internet? Wird abgelehnt, nichts für sie.

Ist aber etwas für R. Er ist beziehungsfähig, das hat er bewiesen. 6 Jahre mit einer spannenden, interessanten, anspruchsvollen Frau waren ihm gegönnt. Kinder leider nicht. Die konnte sie nicht bekommen. Das war das Ende einer Partnerschaft, um die es R. sicherlich öfter leid tut. Doch der Wunsch nach einem Fortpflanz ist so stark, dass er – vielbeschäftigt und nicht einer von den Von-einem-ins-andere-Lokal-auf-Brautschau-Typ – sich über Internet die letzten zwei Beziehungen quasi aufgestellt hat. Die erste gönnte ihm knappe zwei Jahre, die zweite ein gutes Jahr, doch beide waren es nicht. Anfänglich schien es schon so, die Begeisterung war groß, die Frauen jung, hübsch und willig.

Für die letzte Niederlage gönnt er sich keine Ruhepause, kein Innehalten, kein Trauern, kein Reflektieren, so scheint es. Man kann in niemanden reinschauen. Aber es könnte sein, dass dem so ist. Mit Hilfe einer neuen seriösen Internetplattform gings gleich munter weiter. Nur keine Zeit verlieren, sonst ist man bei der Matura des noch imaginären Sprösslings 60 Jahre alt. Mit einem Höllentempo, das fast Angst macht, stehen bereits fünf Frauen in engerer Wahl. Unterschiedlicher können Sie nicht sein. Interessant sind sie alle. Von elfengleichen Ärztinnen mit intellektuellen Ergüssen bis zur zierlichen, unsportlichen Wirtin mit Turbo-Power alles dabei. „Gibt es nichts dazwischen?“, hat er mich gefragt. „Gibt es!“, sag ich. „Nur Zeit lassen, muss man sich, um sie zu entdecken!“

Problemfall 3 hat den Runden mit der Zahl vier auch schon abgehakt und hat noch keine richtige Beziehung geführt. Er zieht magisch die Unglückswürmer dieser Erde an und macht sich selbst und alle um ihn herum mit Selbst-, Fremd-, Außen-, Innen-, Mittendrinnen-, und Rundum-Reflektionen fertig. Die Suche nach der perfekten, natürlichen Schönheit mit innerlicher Reinheit hapert. Witz, Esprit, Klugheit, Schöngeist – all das sollen sie mitbringen und im Bett das Tier rauslassen. Häuslich, sauber, unkompliziert soll sie wahrscheinlich auch noch sein. Was weiß ich. Vielleicht ist er ja schwul und weiß es nicht. Oder weiß es und steht nicht dazu. Ist man von seinem Elternhaus wirklich so geprägt, dass man ein ganzes Leben nichts auf die Reihe kriegt? Es sind meist die Feinfühligen, denen es aber selbst oft an Feingefühl fehlt, wenn es um andere geht. Sie sind mit sich so sehr beschäftigt, dass sie sich niemals für andere interessieren und so Freunde verlieren, die Schuld dafür aber den anderen umhängen. Traurig eigentlich.

Was ist los, in dieser Zeit? Warum lernen Singles nicht Singles kennen, warum braten alleinstehende Frauen verheiratete Männer im Beisein ihrer Partnerinnen an, sind unverschämt und skrupellos, nur weil der eigene Hormonhaushalt nicht stimmt? Warum schaut man sich nicht in die Augen, stellt eine Anziehung fest, lässt sich darauf ein, gibt dem anderen Zeit, verbringt Freizeit und lässt es langsam wachsen? Warum müssen Verheiratete ihren Marktwert abklopfen, ihr Ego aufpolieren, indem sie sich an Fremde orientieren? Man soll zufrieden sein, in sich ruhen oder einfach drüberstehen……

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