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Met - Metwein - Honigwein

Met, Metwein, Honigwein, es gibt viele Bezeichungen für dieses köstliche Getränk, das in der Bienenwerkstatt hergestellt wird.

Glas mit Honigwein darin auf einer Tischplatte
© KFM/ pixelio.de | Met wird aus vergorenem Honig hergestellt.

MET ist die wirkliche Bezeichnung, HONIGWEIN völlig legitim und METWEIN eher eine Mundart – in der Bienenwerkstatt wird er nur Met genannt. Unter heiße Biene verstehen wir hierzulande heißen Gewürzmet mit 2cl Bärenfang (in Deutschland auch „Germanentrunk“). Wie der Name HONIGWEIN schon sagt, hat MET nichts mit Trauben oder anderem Obst zu tun sondern ist ausschließlich vergorener HONIG. Das beliebte Mischen mit verschiedenen Fruchtsäften ergibt zwar köstliche Longdrinks, ist aber kein MET. Jede Bowle wird mit MET zur Gaumenfreude, wobei man die süßesten Metsorten wählen sollte. Die Wahl der Honigsorte entscheidet über Aroma und Farbe und die Qualität des Honigs über die Bekömmlichkeit des fertigen Mets. Bei der erwünschten kalten Gärung bleiben die Wirkstoffe des Honigs voll erhalten, daher sollte der Honig von einwandfreier Qualität sein. Einzig dem Wassergehalt braucht der Imker keine Aufmerksamkeit schenken, wenn der Honig für die Meterzeugung bestimmt ist. Allerdings darf dieser Honig nicht zu lange gelagert werden, da der Gärverlauf ansonsten gestört sein könnte.

Für die Metsorte „NEKTAR“ wird in der Bienenwerkstatt der hauseigene Sommerblütenhonig verwendet. In diesem Honig ist in manchen Jahren ein starker Anteil vom Götterbaum (Ailanthus) dabei, und dieser MET wird auch als Göttergetränk empfunden. Ein sprachlicher Zufall – gewiß – aber er gefällt, besonders weil das Aroma wunderbar harmoniert. Bereits in ältester Zeit stellten die Germanen Met her und bezeichneten ihn als Trank der Götter. Wahrscheinlich ist MET das älteste alkoholische Getränk der Menschheit. Er spielte bei Bewirtungen und bei Gottesdiensten als Opfergabe für die Götter, als Gesundheitsgetränk und in der Medizin eine bedeutende Rolle.

Honig und Met haben eine antibakterielle Wirkung

Es ist eigentlich leicht einzusehen: Wenn die Rebsorte bei Wein eine so große Rolle spielt, warum sollte die Honigsorte bei Met weniger wichtig sein? Met hat sein Comeback bereits angetreten. Wahrscheinlich ausgehend von Weihnachtsmärkten, die sich etwas abseits der Riesenveranstaltungen ihre Individualität erhalten konnten bis hin zu Ritterfesten mit entsprechendem Ambiente. Honigwein wird wieder salonfähig und damit steigt auch das Bewusstsein für Qualität. Da das Ausgangsprodukt – Honig – bereits die Reinheit eines Lebensmittels besitzt, braucht Met keine zusätzlichen chemischen Klärstoffe. Das wirkt sich wohltuend am nächsten Tag aus, wenn der trinkfreudige Zuspruch der vergangenen Nacht etwas kräftiger ausgefallen ist als ursprünglich beabsichtigt. Man spürt es mit Erleichterung und auch Verwunderung, wenn man Anderes gewohnt war.

Wie wird Met hergestellt?

Die Herstellung von Met ist kein einheitliches Verfahren. Um eine mögliche Nachgärung in der Flasche zu vermeiden, werden üblicherweise der Honig oder Gäransatz gekocht, um Fremdhefen abzutöten. In der Bienenwerkstatt wird der Weg der kalten Gärung gewählt, um die natürlichen Wirkstoffe des Honigs nicht zu schädigen oder zu zerstören. Dafür wird das Risiko einer Nachgärung in Kauf genommen und durch gewissenhafte Filterung minimiert. Met heiß getrunken schädigt praktisch nicht, da die Temperatur weder hoch genug ist, noch lange genug einwirken kann. Es wird dem Met viel Zeit gelassen. Ebenso wie Bärenfang (Honiglikör) wird auch Met mit dem Alter immer besser. Bevorzugt wird eine langsame Gärung mit oftmaligem Abziehen. Von Lagergefäß zu Lagergefäß.

Der Bärenfang

Wenn über Honigwein gesprochen wird, muss auch der Bärenfang zu Wort kommen dürfen. Unterschiedlich zum MET benötigt edler BÄRENFANG mindestens sechs Jahre Lagerzeit um zur Reife zu gelangen. Und er wird mit jedem Jahr besser. Ist eine lange Lagerung bei Honigwein sozusagen eine Kür, so ist sie bei Honiglikör ein absolutes Muss. Bärenfang trinkt man nicht, man nippt ihn. Sein warmer Schmelz soll sich über Zunge und Gaumen verteilen können, während man vielleicht seinen Gedanken nachhängt. Bärenfang ist ein Stimmungsgetränk für besinnliche Nächte. Eine Philosophie des Gaumens und der Seele.

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Verbreitete Unklarheiten über Met zurechtgerückt

MET = NICHT Honig in Wein sondern ausschließlich vergorener Honig!

MET – können ihn auch Kinder trinken? - - - -> NEIN – er hat ca. 11 – 15 Vol.%!

Ist MET immer nur süß? - - - - >  NEIN es gibt auch trockene Sorten!

Ist MET ein Honigschnaps? - - - -> NEIN, er ist ein Honigwein!

Ist MET immer nur weiß? - - - - > NEIN, er kann gelb, braun, rot, oder rosé sein!

Die Farbe entsteht aus den verwendeten Honigsorten. Auch Gewürze und Lagerzeit in der Flasche können die Farbe beeinflussen. Aber Met ist ein Honigwein, und daher spielt der Honig die absolute Hauptrolle. Nur aus erstklassigem Honig wird auch ein erstklassiger Met. Sowohl Honig als auch Met besitzen beide eine antibakterielle Wirkung. Die Heilwirkungen des Honigs werden gerade jetzt wieder sozusagen neu entdeckt. Met aus solchen Honigen erzeugt ist ein sehr wohltuendes Getränk. Allerdings ist Met ein recht starker Wein, vergleichbar vielleicht mit einer Trockenbeerenauslese oder Eiswein. Daher wird er auch vielfach als „Starkmet“ bezeichnet. Es ist empfehlenswert, dies nicht zu übersehen! Die Preisgestaltung eines solchen Mets wird sich auch in dieser Qualitätskategorie bewegen müssen. Junger, süßer Met kann auch zur Herstellung einer hochwertigen Bowle verwendet werden. Auf Beigabe von Zucker wird man verzichten können.

Die Bienenwerkstatt erzeugt nicht nur Met erster Qualität, hier wird auch der Honig dafür gewonnen. Hier werden Bienenköniginnen gezüchtet, die Völker aufgebaut – der Honig zur Reife gepflegt und ein kleiner Teil davon zur Met- und Bärenfangerzeugung verwendet. (Bärenfang = Honiglikör).

Heißer Met an kalten Tagen

Der individuelle Weihnachtsmarkt in Wien beim Museumsquartier am Beginn der Mariahilferstrasse hat Weihnachten 2006 als Besonderheit heißen Met angeboten. Weiters wird die Bienenwerkstatt wieder dieser Tradition folgen. Der thermogeregelte Topf hält den Met auf der richtigen Temperatur, ohne ihn zu überhitzen. Er war eine Quelle großer Freude und guter Stimmung. Seither hat er schon einige Partys beflügelt. Anfangs war es die Damenwelt, die er erobert hat, aber auch die Herren der Schöpfung kamen langsam auf den Geschmack. Um es gleich vorweg zu nehmen, führerscheintauglich ist er keineswegs, und das Taxi sollte nach einer Feier fix eingeplant werden. Dennoch bleiben die gefürchteten „Nachwehen“ im Großen und Ganzen aus.

Met ist eine stilvolle Freude und nicht mit billigem „Haustrunk“ vergleichbar. Er besitzt (sortenmäßig durchaus unterschiedlich) meist einen kräftigen Körper mit langem Abgang. Die Sorte Nektar von der Bienenwerkstatt ist meist eher lieblich mit vollem Aroma. Etwa vergleichbar dem relativ bekannten Mariazeller Met eine traditionelle Stärkung der Pilger. Mögen die Fußmärsche der Pilger auch weniger Zuspruch finden, der Met findet allemal seine Freunde. Da auch der Honig vom Wetter abhängt und seine Zusammensetzung kein Jahr völlig gleich ist, hat auch der Met seinen Jahrgangscharakter. Durch Lagerung in der Flasche vertieft sich seine Persönlichkeit von Jahr zu Jahr und so manche Vinothek beherbergt bereits fast unbezahlbare Kostbarkeiten.

Im Jahr 2004 hatte die Bienenwerkstatt einen ganz speziellen Sommerblütenhonig, leider in nicht ausreichender Menge. Von diesem Met war man hingerissen und man nannte ihn wegen seiner Farbe „Bernstein“. Er war eine Spur dunkler als der Nektar aber nicht sofort, sondern erst nach zwei Jahren. Ein Aroma wie hatte man noch nie erhalten, und hätte gerne die genaue Zusammensetzung des Honigs gewusst. Leider war die Menge zu gering, und nach zwei Jahren gab es längst nichts mehr von diesem Honig. Was bleibt, ist die Erinnerung und ein Ansporn. Vielleicht lagert in vereinzelten Beständen noch so eine Köstlichkeit, wer weiß.

Eine weitere Besonderheit ist die „heiße Biene“. Das wurde sozusagen ins Schriftdeutsche übersetzt, denn im Dialekt ist es kaum schreibbar. Außerdem sind wir in Wien, und nur wenige wissen hier allein schon den steirischen Ausdruck für Biene. Er würde sich etwa als „Beiivegl“ schreiben. Man muss das Wort wirklich laut aussprechen um es selbst zu hören. Dabei wird das i länger gezogen. Man bleibt da lieber bei der Schreibweise „heiße Biene“, sonst wird es unlesbar. Dabei handelt es sich um heißen Met mit einem Schuss Bärenfang. (Bärenfang = Honiglikör).  Wer da nicht in Stimmung kommt, ist für die Welt verloren. Es ist ein stimmungsmäßiges Aphrodisiakum und nicht wirklich für Jugendliche geeignet. Die brauchen das wohl auch nicht. Die latente Meinung, Naturprodukte müssten langweilig sein, ist damit wohl endgültig widerlegt. In der Bienenwerkstatt arbeiten auch keine Kostverächter. Aber es bleibt eine Tatsache dass die enzymatischen Eigenschaften sowohl im Met als auch im Bärenfang voll zur Geltung kommen. Gutes muss nicht ungesund sein und wie hat schon Paracelsus gesagt: „Die Dosierung macht die Arznei.“

Bestes Aroma

Besondere Anlässe erfordern besondere Honigweine, und daher ist so manche „vergessene“ Flasche im Keller still und heimlich zu einem besonderen Schatz herangereift. Sie mag verstaubt sein, aber solange der Korken seinen Zweck erfüllt, wird die Kompaktheit des Aromas weiter zunehmen. Deshalb werden in der Bienenwerkstatt auch die längsten Korken verwendet, die man bekommen kann. Die Bienenwerkstatt hat solche „vergessenen“ Flaschen wiederentdeckt und war nicht immer ganz ohne Zweifel. Die ältesten, an die man sich dort erinnere, waren c.a 15 Jahre alt. Sie hatten einen leichten Bodensatz und mussten dekantiert (von der Flasche abgezogen) werden. Sie waren einfach himmlisch. Vereinzelt war einmal eine „gebrochen“ – aber das blieb die Ausnahme. Man hätte gerne mehr von diesen alten Jahrgängen.


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