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Der Bierbrunnen der Ottakringer Brauerei: Bier aus Quellwasser

Wer es einmal getrunken hat, weiß, dass Bier aus der Ottakringer Brauerei in Wien zu den besten Bieren Österreichs zählt. Dazu trägt u.a. das Quellwasser aus dem hauseigenen Bierbrunnen der Ottakringer Brauerei bei, aus dem das Bier nach Wiener Tradition gebraut wird. Erfahren Sie hier mehr über die Geschichte des Bierbrunnens: Wann und von wem wurde er gegraben, welche Architekten und Künstler haben ihn renoviert? Informationen zum Bierbrunnen der Ottakringer Brauerei hier.

Erfolgsgarant: Der Bierbrunnen der Ottakringer Brauerei 

Die Arbeiter gruben beinahe ohne Unterbrechung. Tag und Nacht. Nach mehr als sieben Jahren, 1898, erreichten sie ihr Ziel: Sie hatten einen Brunnen gegraben, der fortan die Wasserversorgung der Brauerei sicherte. Während einige Brauerein in den darauf folgenden Jahren nicht zuletzt aufgrund von Wassermangel zusperren mussten, garantierte der Ottakringer Bierbrunnen das Bestehen der Brauerei. Er machte die damaligen Brauherrn Ignaz und Jakob Kuffner von der 1873 fertiggestellten, völlig unzureichenden ersten Wiener Hochquellleitung unabhängig.

Auf deren unzureichendes Funktionieren ist übrigens der Wiener Ausspruch "hearst, dei Uhr geht ja wie die Simmeringer Wasserleitung" zurückzuführen. Verlässlicher und wertvoller war da schon der Bierbrunnen. Und so nannten ihn die Bürger ehrfurchtsvoll den "Millionen Gulden Brunnen".

Wie tief ist der Bierbrunnen der Ottakringer Brauerei? 

Drei Meter Durchmesser hatte der Schacht, den die Männer 90 Meter in die Erde gegraben hatten. Dabei verwendeten sie mächtige gusseiserne Ringe. Beim Brunnenbau wurden sie aufeinandergesetzt und das im Ringinneren befindliche Material herausgegraben. So rutschte der tiefste Ring immer weiter nach unten und stützte so den Brunnenschacht. In 90 Metern Tiefe wurde die Brunnensohle schließlich zu hart. Die Männer kamen nicht mehr weiter.

Nach einigen Probebohrungen gelang es aber, ein Rohr mit 250 mm Durchmesser in eine Tiefe von schlussendlich 118 Meter zu verlegen. Fortan konnte der Braumeister mit reinem österreichischem Quellwasser brauen. Erst nachdem 1910 die zweite Wiener Hochquellwasserleitung eröffnet wurde, verwendete die Brauerei neben dem Quellwasser aus dem hauseigenen Brunnen hin und wieder auch Leitungswasser.

Für höchste Qualität: Quellwasser aus dem Bierbrunnen 

Heute gewinnt die Ottakringer Brauerei ihr Brauwasser für sämtliche Biere ausschließlich aus jenem Quellwasser, das der mehr als 100jährige Bierbrunnen zu Tage fördert. Denn nach etlichen Probesuden stellte sich heraus, dass das Quellwasser des Brunnens für das Ottakringer Bier einfach ideal ist: Koster, geübte Fachleute wie Laien, beurteilten die aus dem Brunnenwasser gebrauten Biere besser, als den mit Leitungswasser hergestellten Gerstensaft. Und die renommierte Prüf- und Versuchsanstalt der Technischen Universität München-Weihenstephan bescheinigte dem Brunnenwasser nicht nur "günstige Braueigenschaften", sondern auch einige Vorteile gegenüber dem herkömmlichen Leitungswasser (z.B. bezüglich der Karbonathärte).

Die Renovierung des Bierbrunnens der Ottakringer Brauerei 

Nun, nach der Anfang 2001 abgeschlossenen Renovierung des Brunnens und der künstlerischen Gestaltung der Anlage, präsentiert sich der Ottakringer Bierbrunnen in einem neuen, modern-urbanen Stil. Zwei österreichische Künstler haben Hand angelegt:

Architekt Franz Madl, langjähriger Weggefährte von Hans Hollein, hat den Brunnen sowie seine Überdachung gestaltet. Den Brunnenabschluss plante er in Form eines 16eckigen, abgedeckten Brunnens mit Einsichtsluken, durch die der Besucher in das Innere der Brunnenstube und in die glitzernde Tiefe des Brunnens blicken kann. Die Brunnenstube wurde weiß verfließt und mit einer aufsteigende Spirale aus blauen Fliesen in verschiedenen Schattierungen gestaltet. Diese aufsteigende Spirale - Symbol für das aufsteigende Wasser -wurde im Schutzdach wiederholt.

(Apropos aufsteigendes Wasser: Beim Ottakringer Bierbrunnen handelt es sich um einen artesischen Brunnen. Das Wasser steigt also von selbst im Bohrloch nach oben und muss im Brunnen nur noch die letzten 25 Meter emporgepumpt werden.)

Ergänzt wurde der Platz um den Brunnen mit einem Wandbrunnen für Brunnenwasser und verschiedene Ottakringer-Biersorten. Über die Gestaltung dieser Zapfanlage sagt ihr Architekt Franz Madl: "Sie symbolisiert die Natürlichkeit sowie die Symbiose von Wasser und Bier."

Der Vorarlberger Künstler Tone Fink wiederum beschreibt seine aus Pappmaschee-Vorlagen entstandenen Werke – eine Sitzgruppe sowie eine Stehbar aus Aluminium – als "wonnehaft. Wonnehaft wie Ottakringer Bier".

Der Baum neben dem Bierbrunnen

Bei der Neugestaltung des Platzes rund um den Brunnen wurde auch jenes Symbol zum Leben erweckt, das am Ottakringer-Logo zu finden ist: Ein Baum, der neben dem Brunnen gepflanzt wurde.

Als Pendant zum Baum auf dem Ottakringer-Logo symbolisiert die gepflanzte Winterlinde Tradition ebenso wie aus ihr immer wieder entstehende Kraft und Frische. Vorstandsvorsitzender Siegfried Menz: "Es ist ein Ort der Ruhe, der Besinnung und der Reflexion. Der Quellwasser spendende Bierbrunnen, der Baum und die moderne Kunst vor Ort symbolisieren auf wunderbar sinnliche Weise, wofür die Ottakringer Brauerei heute steht."

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